29. Juli 2021

Bedeutendes Lebenswerk mit viel Herzblut und Leidenschaft: Trauerfeier für Pfarrer Kurt Franchy in Drabenderhöhe

Unter großer Anteilnahme fand am 14. Juli in der evangelischen Kirche in Drabenderhöhe der Trauergottesdienst für Pfarrer Kurt Franchy statt, der von 1978 bis 1994 als Seelsorger der Evangelischen Kirchengemeinde Drabenderhöhe tätig war. Er starb nach langer Krankheit am 7. Juli im Alter von 86 Jahren in Wiehl-Hillerscheid.
Den Trauergottesdienst für Pfarrer i.R. Kurt Egon ...
Den Trauergottesdienst für Pfarrer i.R. Kurt Egon Franchy in Drabenderhöhe gestaltete Dr. Berthold Köber, Vorsitzender der Gemeinschaft Evangelischer Siebenbürger Sachsen und Banater Schwaben im Diakonischen Werk der EKD. Foto: Günther Melzer
„Wir nehmen Abschied und begleiten ihn auf seinem letzten Weg, den er so oft gegangen ist: in dieses Gotteshaus und auf den Weg zum Friedhof.“ Ein reiches, erfülltes und gesegnetes Leben sei vollendet, betonte Pfarrer Professor Dr. Berthold Köber in seiner Predigt und würdigte umfangreich das beeindruckende Wirken des Verstorbenen, der Kraft und Halt gefunden habe in den Worten von Paulus (Römer 1,16): „Ich schäme mich des Evangeliums nicht, denn es ist eine Kraft Gottes...“

Köber las eingangs aus Psalm 121: „Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.“ Mit Blick auf die schwierige letzte Lebensphase des Verstorbenen maß Köber dem Psalm besondere Bedeutung zu und betonte, dass sich in all‘ die Trauer Dankbarkeit mische für die Erlösung aus dem Leiden. So solle es auch nicht ein Trauer-, sondern ein Gottesdienst der Dankbarkeit sein, das auch in den Liedern wie „Lobe den Herren“ und „Großer Gott, wir loben dich“ zum Ausdruck käme.

„Dient einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat“, dieser Bibelvers (1. Petrus 4,10) sei Leitfaden von Kurt Egon Franchy gewesen, denn „er wollte mit seinen von Gott erfahrenen Gaben den Menschen helfen“, sagte Köber, der das Leben des Verstorbenen vor den geistigen Augen der Trauergemeinde noch einmal Revue passieren ließ (siehe Nachruf). Franchy habe die Kraft aus dem Glauben an Gott geschöpft und so vielfältige Aufgaben bewältigen können.
Festakt zum zehnjährigen Bestehen des „Turm der ...
Festakt zum zehnjährigen Bestehen des „Turm der Erinnerung“ am 17.05.2014 in Drabenderhöhe, von links: Harald Janesch, Hans Klein, Ulrike Horwath, Rainer Lehni, Bürgermeister Werner Becker-Blonigen, Brigitte Thomke, Landrat Hagen Jobi, Enni Janesch, Bischof Christoph Klein, Kreissynodalassessor Thomas Ruffer, Kurt Franchy, Gerhard Altz und Karl Prawitz. Foto: Christian Melzer
Im Namen des Verbandes der Siebenbürger Sachsen mit seinen Untergliederungen sprach Enni Janesch, Ehrenvorsitzende der Kreisgruppe Drabenderhöhe, der Familie des Verstorbenen mit Ehefrau Renate Franchy sowie den Töchtern Ortrun und Agnes ihr tiefempfundenes Beileid aus. Fast drei Jahrzehnte habe sie mit Kurt Franchy in mehreren Vorständen zusammengearbeitet, sich dabei „achten und schätzen gelernt“. Janesch übermittelte auch den Dank von Rainer Lehni, Bundesvorsitzender des Verbandes und Vorsitzender der Landesgruppe Nordrhein-Westfalen, für die langjährige und erfolgreiche Zusammenarbeit, die der Verstorbene in den verschiedenen Gremien und Stiftungen zum Wohle der siebenbürgischen Gemeinschaft geleistet habe. Lehni befand sich zum Zeitpunkt der Beisetzung im Ausland. Auch der Ehrenvorsitzende der Landesgruppe NRW, Harald Janesch, erinnerte an die langjährige, verantwortliche Zusammenarbeit mit dem Verstorbenen im Hilfskomitee der Siebenbürger Sachsen und Banater Schwaben, im Adele-Zay-Verein sowie in der Eisenburger- und Elena Mureșanu Stiftung. Man sei oft gemeinsam unterwegs gewesen, sowohl in Siebenbürgen als auch hier in Deutschland, und zwar dort, wo Hilfe gebraucht worden sei.

Enni Janesch: „Kurt hat es sich nie leicht gemacht. Kritisches Hinterfragen, Zweifel und dann Lösungen finden gehörten dazu. Wenn er von etwas überzeugt war, verfolgte er vehement das Ziel. Viel ehrenamtliche Arbeit, Zeit, Engagement, Verantwortung, Leidenschaft und Herzblut steckten in seinem beachtenswerten Lebenswerk.“ Er habe Bedeutendes erreicht und hinterlassen. Die Spuren seiner übergroßen Schuhe seien sichtbar und würden noch lange erkennbar sein. Die siebenbürgische Gemeinschaft habe ihm viel zu verdanken. Link zum Video Trauerfeier für Pfarrer Kurt Franchy am 14. Juli 2021 in Drabenderhöhe. Video von Günther Melzer „Wir trauern um Kurt Franchy, nehmen aber auch in großer Dankbarkeit und tiefem Respekt Abschied von einem Menschen, der sich um die Entwicklung unseres Altenheims Haus Siebenbürgen in großem Maße verdient gemacht hat“, sagte Ulrike Horwath, die als Vorsitzende des Adele-Zay-Vereins die Arbeit ihres Vorgängers würdigte. Sein verdienstvolles Wirken über 25 Jahre (1989-2014) sei geprägt gewesen von Innovation für den Verein und das Altenheim. Dazu haben unter anderem gehört Renovierung/Sanierung des Altenheims, Anbau des Glaspavillons, Neubau der Kapelle und Eröffnung eines Kindergartens. Franchy habe seine Ideen und Überzeugungen immer selbstbewusst vertreten und in der sicheren Gewissheit gehandelt, nicht immer Dank und Anerkennung zu finden.

In diesem Zusammenhang erinnerte Ulrike Horwath an die Errichtung des Turms der Erinnerung 2004 auf dem Gelände des Altenheims, dessen Bau anfangs umstritten war. Heute sei er als Denkmal, Wahrzeichen, Museum und Treffpunkt der Generationen aus Drabenderhöhe nicht mehr wegzudenken. Zum Tod von Kurt Franchy läutete im Turm die Glocke der Heimatkirche Mardisch. Durchsetzungsvermögen, großes Engagement und fachliche Kompetenz seien wichtige Eigenschaften gewesen, die den Verstorbenen auszeichneten und mit denen er sich für das Wohl der Heimbewohner/-innen eingesetzt habe. Franchy habe den Verein geprägt und Spuren hinterlassen. Er werde niemals in Vergessenheit geraten.

Auch die Heimatkirche trauere um ihren Sohn Kurt Franchy, der ein bedeutender Kirchenmann, Visionär, Vermittler und Zeit seines Lebens für Überwindung der Grenzen tätig gewesen sei, so Friedrich Gunesch, Hauptanwalt der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien. Er sei Grenzgänger und Brückenbauer gewesen. Die Verdienste von Franchy würdigten in Dankbarkeit und tiefem Respekt noch Horst Göbbel seitens der nordsiebenbürgischen Gemeinschaft uns Rudolf Hermann für die Elena Mureșanu Stiftung.

Ursula Schenker

Schlagwörter: Nachruf, Kirche, Pfarrer, Bistritz, Nordsiebenbürgen, Drabenderhöhe, Altenheim, Franchy, Adele Zay

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