1. Oktober 2026

Ehrenstern für Martin Bottesch

Im Rahmen des 36. Sachsentreffens, das am 19. und 20. September in Schönau stattfand, erhielt Martin Bottesch den Ehrenstern der weltweiten Föderation der Siebenbürger Sachsen. Deren Präsident Rainer Lehni, gleichzeitig Bundesvorsitzender des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in Deutschland, hielt die Laudatio, die hier gekürzt abgedruckt wird.
"Engagiert, gründlich, vielseitig, bescheiden. Es sind Eigenschaften, die jedem sofort einfallen, wenn von Martin Bottesch die Rede ist.“ Diese Worte stammen von der Publizistin Hannelore Baier, die Martin Bottesch vor drei Jahren in einem Beitrag zu seinem 70. Geburtstag so gewürdigt hat. Hier muss ich Hannelore Baier zu 100 Prozent Recht geben. Genauso habe ich Martin Bottesch kennen und schätzen gelernt. Er stellte sich nie in den Vordergrund, ihm war immer die Sache, für die er einstand, wichtig.

Für uns Siebenbürger Sachsen ist das Wirken von Martin Bottesch in den letzten über drei Jahrzehnten ein segensreiches gewesen. Nicht nur hier in Siebenbürgen, auch über Grenzen hinweg im Rahmen der Föderation der Siebenbürger Sachsen hat dieses Wirken hinausgestrahlt.

Der Föderationsrat hat in seiner Besprechung am 1. April 2026 beschlossen, dich, lieber Martin, mit dem Ehrenstern der Föderation auszuzeichnen. Mit dieser Verleihung möchten wir dein jahrzehntelanges Engagement für die Siebenbürger Sachsen würdigen. Du hast nicht nur für die in Siebenbürgen lebenden Landsleute mit viel Umsicht gewirkt, sondern durch die beiden großen Sachsentreffen 2017 und 2024 auch für die weltumspannende Gemeinschaft der Siebenbürger Sachsen neue Maßstäbe gesetzt. Gerade mit diese beiden großen Treffen ist die Verbindung zur alten Heimat für viele Landsleute außerhalb Siebenbürgens wieder verstärkt worden. An diesem Erfolg trägst du einen großen Anteil. (…)

Föderationspräsident Rainer Lehni (rechts) und ...
Föderationspräsident Rainer Lehni (rechts) und Radu Nebert (links) zeichnen Martin Bottesch mit dem Ehrenstern der Föderation aus. Foto: Heike Mai-Lehni
Was mir persönlich dadurch in den letzten Jahren so bewusst aufgefallen ist: Junge Siebenbürger Sachsen, in Deutschland geboren, kommen jetzt Jahr für Jahr hierher nach Siebenbürgen. Einige setzen sich im Heimatort der Eltern bei Arbeitseinsätzen ein, einige nehmen an den kulturellen Events landauf landab teil, viele feiern einfach auch nur, was Jugendliche überall so machen. Wichtig ist, dass sie dieses Land kennenlernen oder wiederentdecken und eine innere Bindung dazu erzeugen. Und genau das ist eine so positive Folge dieser beiden großen Sachsentreffen in Hermannstadt. (…)

Martin Bottesch wurde 1953 in der sächsisch-landlerischen Gemeinde Großpold geboren. Nach dem Studium der Mathematik an der Babeș-Bolyai-Universität in Klausenburg war er zunächst 14 Jahre lang Mathematiklehrer am Lyzeum in Mühlbach und ab 1992 mit Unterbrechungen bis 2023 an der Brukenthal-Schule in Hermannstadt. (…) Bis zur Wende lebte Martin Bottesch in Mühlbach, wo er 1990 das dortige Deutsche Forum mitbegründete, zudem war er zwei Jahre Vorsitzender des Kreisforums Alba. Nach seinem Umzug nach Hermannstadt engagierte er sich praktisch nahtlos weiter im Forum. Das Deutsche Forum ist für Martin sowas wie eine Berufung geworden.

Er war viele Jahre Vorsitzender der Schulkommission des Landesforums. Er setzte sich in den 1990er Jahren für die Gründung des Zentrums für Lehrerfortbildung in deutscher Sprache in Mediasch ein, das er auch als Direktor leitete. (…)

2004 wagte Martin Bottesch den Sprung in die Politik und war zwei Mandate Vorsitzender des Kreisrats Hermannstadt. Viele Projekte konnten in seiner Amtszeit, vor allem auch mit EU-Mitteln, durchgeführt werden. (…)

Ein Herzensanliegen war ihm auch die Dokumentation seiner Heimatgemeinde Großpold und der Geschichte der Landler, er ist ja selbst einer. Hierzu hat er mehrere Publikationen veröffentlicht. (…)

2013 übernimmt Martin Bottesch das Amt des Vorsitzenden des Siebenbürgenforums, das er bis 2024 mit viel Umsicht geleitet hat. In dieser Zeit haben auch wir beide uns regelmäßig bei Vorstandssitzungen oder Tagungen in Siebenbürgen und in Deutschland ausgetauscht. Es war eine überaus angenehme Art der Zusammenarbeit. Unaufgeregt und doch immer zielorientiert. (…) Dafür bin ich sehr dankbar, lieber Martin. Nicht zuletzt die Zusammenarbeit in der Vorbereitung des Sachsentreffens 2024 möchte ich ganz besonders hervorheben. Auch wenn die Hauptarbeit beim Siebenbürgenforum in Hermannstadt lag, war es aber dieses besondere Band der Eintracht, das alle unsere Verbände und Heimatortsgemeinschaften von überall auf der Welt hat zusammenrücken lassen. Für uns ist das heute eine Selbstverständlichkeit, dass wir uns gegenseitig besuchen und unterstützen und eine so ertragreiche Zusammenarbeit pflegen wie vermutlich bei keiner anderen deutschen Volksgruppe im Osten und Südosten Europas. Dieses, lieber Martin, ist mit dein großes Verdienst und auch Vermächtnis, das auch in den kommenden Jahren und Jahrzehnten Vorbild sein soll. (…)

Herzlichen Glückwunsch zur Verleihung des Ehrensterns der Föderation der Siebenbürger Sachsen im Namen unserer Verbände in Deutschland, Österreich, Kanada, USA und Schweiz. Dir, lieber Martin, wünsche ich, gemeinsam mit deiner Partnerin Christine, weiterhin viel Einsatzbereitschaft für unsere Siebenbürger Sachsen und Landler, und das mit dem typische Großpolder Spruch: „Nit loss Di eh.“

Lesen Sie dazu auch: 36. Sachsentreffen im Zeichen der Jugend: „Jugend bewegt Siebenbürgen“

Schlagwörter: Sachsentreffen, Schönau, Martin Bottesch, Ehrenstern, Rainer Lehni

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