Der Landesbeirat für Vertriebenen-, Flüchtlings- und Spätaussiedlerfragen beim Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen hat die Aufgabe, die Landesregierung sachverständig zu dieser Zielgruppe zu beraten. Einerseits soll er die Interessen der Vertriebenen und Aussiedler in der Öffentlichkeit vertreten, andererseits bei ihnen aber auch Verständnis für Maßnahmen der Behörden wecken. Mitglieder in den seit 1948 bestehenden Landesbeirat entsenden verschiedene Institutionen, darunter die Organisationen der deutschen Heimatvertriebenen, Aussiedler und Spätaussiedler. Der Verband der Siebenbürger Sachsen wird durch Rainer Lehni als Mitglied und Winfried Göllner als Ersatzmitglied vertreten. Geleitet wird der Landesbeirat von Heiko Hendriks, der gleichzeitig auch Beauftragter der Landesregierung für die Belange der deutschen Heimatvertriebenen, Aussiedler und Spätaussiedler ist.
In der Regel tagt der Landesbeirat im Ministerium in Düsseldorf. Seit einigen Jahren wird die Vollversammlung im Sommer bei einer der vertretenen Einrichtungen und Landsmannschaften durchgeführt, um deren Arbeit direkt vor Ort kennenzulernen. Nach 2018 war der Landesbeirat am 1. Juli 2026 bereits zum zweiten Mal bei den Siebenbürger Sachsen in Wiehl-Drabenderhöhe zu Gast.
Die Mitglieder des NRW-Landesbeirates und Gastgeber vor dem Turm der Erinnerung in Drabenderhöhe. Foto: Heike Mai-Lehni
Nach der Begrüßung mit siebenbürgischem Baumstriezel und der nichtöffentlichen Vollversammlung des Landesbeirats folgte im Stadtteilhaus von Drabenderhöhe ein öffentlicher Teil, der der Vorstellung der Siebenbürger Sachsen gewidmet war. Landesbeiratsmitglied Rainer Lehni stellte in seiner Funktion als Landesvorsitzender den Verband der Siebenbürger Sachsen und seine 1951 gegründete Landesgruppe NRW mit ihren aktuell 14 Kreisgruppen und zahlreichen kulturellen Untergliederungen vor. Die Stadt Wiehl ist die einzige Kommune in Deutschland in der gleich zwei Kreisgruppen bestehen: Drabenderhöhe und Wiehl-Bielstein. Die beiden Kreisgruppen wurden von der Ehrenvorsitzenden Enni Janesch (Drabenderhöhe) und dem Kreisgruppenvorsitzenden Horst Kessmann (Wiehl-Bielstein) vorgestellt. Ulrike Horwath, die Vorsitzende des Hilfsvereins Adele Zay, präsentierte den Träger des Altenheims.
Im Anschluss führte Enni Janesch die Mitglieder des Landesbeirats auf einen Rundgang durch das Zentrum der Siedlung Drabenderhöhe, die wenige Tage zuvor ihr 60. Jubiläum gefeiert hatte. Nach dem Besuch der neugestalteten Heimatstube, die im Stadtteilhaus untergebracht ist, ging es zum Kreisverkehr am Siebenbürger Platz, wo das Denkmal steht, das der Bistritzer Künstler Mircea Mocanu geschaffen und die Stadt Wiehl gestiftet hat. Anschließend wurde das Gelände des Alten- und Pflegeheims Haus Siebenbürgen in Augenschein genommen. Dank des herrlichen Sommerwetters war der Aufstieg zum Turm der Erinnerung ein Muss, belohnt wurde man mit einem schönen Rundblick weit über den Kern der Siedlung hinaus. Zum Anschluss traf mach sich im Raum unter der Kapelle zu einem kleinen siebenbürgischen Imbiss, der von der Küche des Altenheims vorbereitet worden war. Marcus van Breen, Geschäftsführer vom Haus Siebenbürgen, stellte hier das gut funktionierende Alten- und Pflegeheim vor, in dem Siebenbürger Sachsen und Oberberger gemeinsam ihren Lebensabend verbringen und das der größte Arbeitgeber in Drabenderhöhe ist.
Die Landesbeiratsmitglieder, von denen die meisten Drabenderhöhe zum ersten Mal besuchten, zeigten sich tief beeindruckt von der Arbeit vor Ort. Zum Abschluss dankten der Landesbeiratsvorsitzende Heiko Hendriks und Landesvorsitzender Rainer Lehni allen Mitwirkenden vor Ort für die hervorragende Gestaltung des Nachmittags und die gelungene Präsentation der Siebenbürger Sachsen.
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