30. Juli 2002

Erneuerbare Energien in Rumänien

Europäischen Union und Rumänien wollen durch Zusammenarbeit im Energiebereich neue Arbeitsplätze schaffen
In der Europäischen Union nimmt die Bedeutung der Energieversorgung durch erneuerbare Energien zu. Dabei stellt sich die Frage, inwiefern neue Arbeitsplätze geschafft werden und es europäische Initiativen mit den EU-Beitrittskandidaten gibt, die diese Tendenz fördern. Erneuerbare Energien beinhalten die Nutzung von Windenergie, Solarenergie, Geothermie, Biomasse oder Kleinwasserkraftwerke. Diese lassen – bei einer lokalen Produktion – auch eine lokale Infrastruktur zu, was bei schwierigen geographischen Gegebenheiten und einer fehlenden Anbindung an ein großflächiges Stromnetz eine bedeutende Alternative darstellt. Studien in den EU-Mitgliedsstaaten haben gezeigt, dass erneuerbare Energien sich sehr positiv auf den Arbeitsmarkt auswirken. Für die Transformationsländer Mittel- und Osteuropas könnte die Nutzung dieses Potentials, bei fehlender oder mangelnder Infrastruktur und dem Druck auf dem Arbeitsmarkt, ein wichtiges Potential darstellen, wobei Investitionen vonnöten ist.

Ein Beispiel für die erfolgreiche Zusammenarbeit Rumäniens mit Partnerorganisationen aus Spanien und Brüssel ist das Pilotprojekt VOCATIONES zur „Ausbildung im Bereich nachhaltiger Energietechnologien“, das mit Hilfe des Programmes „Leonardo da Vinci“ der Europäischen Kommission finanziert wurde. Projektpartner waren rumänischerseits IPA SA Bukarest (das rumänische Institut für Forschung und Design im Bereich Automation), NARE (Agenţia Naţională de Energie Solară şi Regenerabilă), S.C. ELECTRICA SA (Exploatarea de Distribuţie Reschitza); seitens der Europäischen Union: EUFORES (das Forum für erneuerbare Energieträger) und Institutionen aus Spanien.

Das Projekt basierte auf Erfahrungen der Organisation EUFORES, die die EU-Ziele für erneuerbare Energien unterstützt. 12 Prozent des Verbrauchs an konventioneller Energie sollen bis 2010 durch erneuerbare Energieträger ersetzt werden. Die Aktivitäten erstrecken sich dabei auf die Kommunikation zwischen europäischen Institutionen, nationalen und lokalen Entscheidungsträgern und der Industrie, um die rechtlichen Rahmenbedingungen für erneuerbare Energien zu verbessern. Dabei spielt die Umsetzung dieser Ziele und die stärkere Zusammenarbeit mit den Kandidatenländern eine zunehmend wichtige Rolle.

Hauptziel des Projektes war es, der Region Karasch-Severin mit Hilfe des Trainingsprogrammes neue ökonomische Impulse zu geben, um somit der hohen Arbeitslosigkeit entgegenzuwirken. Aufgrund der geographischen Konditionen ist ein hoher Anteil der Region nicht elektrifiziert. Dadurch ergeben sich gute Möglichkeiten für erneuerbare Energien. Wind, Thermal-Solar, Biomasse werden bereits zur Stromerzeugung eingesetzt. Für die Umsetzung und Nutzung dieser Technologien wird gut ausgebildetes, technisch versiertes Personal benötigt. In der Region ist das notwendige Humankapital verhanden.

Im Vorfeld informierten sich die rumänischen Trainingsleiter über die Ausbildungsmodalitäten der spanischen Partnerorganisationen. Das Fraunhofer Institut für Solarenergie-Systeme in Freiburg stellte für das Ausbildungsprogramm die Computersoftware zur Verfügung. Die eigentliche Trainingsphase beinhaltete drei verschiedene Module, wobei in der dritten Phase noch zusätzlich sozio-ökonomische Aspekte, z.B. betriebswirtschaftliche Analysen, gelehrt sowie Computerkenntnisse vertieft wurden. Das dritte Modul war vor allem für die Teilnehmer gedacht, die mit dem „regionalen Zentrum für nachhaltige Energien“ in Karasch-Severin zusammenarbeiten werden. Das Zentrum ist der Technischen Universität „Eftimie Murgu“ in Reschitza angegliedert und soll die Harmonisierung der rumänischen Gesetzgebung an die EU-Gesetzgebung vorantreiben. Insgesamt nahmen 65 Personen an dem Trainingsprozess teil. Das Projekt wurde im letzten Jahr erfolgreich abgeschlossen. EUFORES betonte die gute Zusammenarbeit mit den rumänischen Partnern und sieht die Option, das gewonnene Know-how auch anderen Regionen verfügbar zu machen.

Brigitte Krech



Weitere Informationen im Internet:

EUFORES (Europäisches Forum für Erneuerbare Energieträger)

NARE (Nationale Agentur für Solarenergie und Erneuerbare Energieträger) oder www.renerg.pub.ro/leonardo/index.htm

CIRCE (Centro de Investigacion del Rendimiento de Centrales Electricas, Spanien)

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