16. Dezember 2002

Zeitzeugen berichten über Nachkriegsjahre

In der Frauengruppe II der Kreisgrupe Nürnberg-Fürth-Erlangen gedachten kürzlich über 60 Frauen und Männer in Berichten und Vorträgen der schwersten Zeit in Siebenbürgen und aller, die die schweren Stunden der Flucht und Deportation miterlebt haben.
Im „Haus der Heimat“ zu Nürnberg herrschte angespannte Ruhe. Es wurden Erlebnisse erzählt, die für manche Gäste neu waren. Nach dem Lied "Ein schöner Tag wart uns beschert" begrüßte Annemarie Puscher die Anwesenden. Als Referent und Ehrengast war aus Burghausen Michael Klösler, Zeitzeuge aus Nordsiebenbürgen, mit seiner Gattin angereist. Weitere Ehrengäste waren Pfarrer Johannes Waedt und sein Vater Pfarrer Karl Waedt, wohnhaft in der Fränkischen Schweiz. Vera Ekle, Vorsitzende der Senioren-Union, die als Zeitzeuge erschütternde Begebenheiten über die Vertreibung erzählte, ist öfter Gast der Frauengruppe. Doris Hutter, Geschäftsleiterin im Haus der Heimat, filmte die Feier und bedankte sich anschließend für die gute Idee und Gestaltung des Nachmittags.

Annemarie Puscher dankt Michael Klösler, der als Zeitzeuge über die Russlanddeportation berichtete. Foto: Doris Hutter
Annemarie Puscher dankt Michael Klösler, der als Zeitzeuge über die Russlanddeportation berichtete. Foto: Doris Hutter

Erstmals zu Gast war der Vorsitzende des BdV Nürnberg, Hans Werner Henning. Herzlich begrüßt wurden auch der 80-jährige Jubilar Hellmut Keintzel mit Gattin, von den Sathmarer Schwaben Anna Steinbinder und Hausmeister Horst Köppel.

Für Martin Buchholzer, der die Frauengruppe seit 1980 als Organist und zusammen mit seiner Frau als Hausmeisterpaar unterstützt hatte, wurde eine Gedenkminute eingelegt. Zeitzeugen aus der Frauengruppe waren Sara Hellwig und Annemarie Puscher. Die Lieder wurden von allen Teilnehmern gemeinsam unter der fachkundigen Klavierbegleitung von Erika Dabi gesungen. Eines davon war "Tief in Russland in Stalino". Durchs Programm führte Sigrid Maschalko. Anschließend konnte eine Ausstellung mit oroginalen Briefen und Bildern aus Russland, Stickereien, Büchern, bemalten Töpfen, Trachtenpuppen usw. besichtigt werden.

Die Organisatoren danken allen Helfern, die für das gute Gelingen der Feier mit Kaffee, selbst gebackenem Brot, Kuchen, Krapfen, die Speisen zubereitet oder bei den Vorbereitungen im Saal geholfen haben. Dank gilt auch allen, die unsere Feier mit Beiträgen, Erlebnissen, Videofilm, Musikeinsätzen mitgestaltet und daran teilgenommen haben. Herzlich willkommen waren alle, die von der ersten Frauengruppe zu uns gefunden haben.

Annemarie Puscher


(gedruckte Ausgabe: Siebenbürgische Zeitung, Folge 20 vom 15. Dezember 2002, Seite 21)

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