7. Januar 2003

Besinnlichkeit und Feierlaune zum Jahresschluss

Wie alljährlich gilt es im Dezember, sich neben den besinnlichen Advents- und Weihnachtsfeiern der zahlreichen Gruppen und Nachbarschaften auf den gut besuchten Weihnachtsbällen und Silvesterfeiern der ausgelassenen Feierlaune hinzugeben. Dabei wird Gemeinschaftsleben in der Kreisgruppe Nürnberg-Fürth-Erlangen in vielfältigen Facetten sichtbar.
Den diesjährigen Reigen eröffnete mit einer besinnlichen Adventsfeier die Frauengruppe 1 (Melitta Zakel) der Kreisgruppe Nürnberg-Fürth-Erlangen am 4. Dezember im Haus der Heimat. Den musikalischen Rahmen bot der Singkreis unter der Leitung von Grete Schuster (Akkordeon), die Organisation und Leitung hatte Roswitha Flurer gut im Griff. Am Keyboard begleitete Manfred Tausch, ein lustiges fränkisches Weihnachtsgedicht trug Bettina Rosenthal vor. Gemeinsames Singen, Gedichtvorträge von Rosi Tausch, Isolde Koch, Roswitha Flurer, Kaffee- und Kuchengenuss (Maria Schullers Küchenteam sei gedankt), erwartungsvolle Stimmung dominierten das gemeinschaftliche Geschehen. Ehrengast Hans Klein hielt die Feier auf einem guten Videofilm fest.

Die Frauengruppe 2 unter der Leitung von Annemarie Puscher traf sich, wie jedes Jahr, am 9. Dezember zur Weihnachtsfeier im schön geschmückten Seminarraum im Haus der Heimat. Mit köstlichen Kuchen und duftendem Kaffee und Weihnachtsliedern begann unsere Feier. Ehrengäste waren Landtagsabgeordnerter Dr. Markus Söder, Stadträtin Renate Blumenstetter, die Geschäftsleiterin im Haus der Heimat Doris Hutter, Nachbarvater Johann Lindert und Pfarrer Andreas Funk, der auch die Weihnachtsbotschaft verkündete. Es folgten Lieder, begleitet von Erika Dabi am Klavier und von den beiden Kindern Bruno und Jürgen Lindert. Doris Hutter trug „Weihnacht auf dem Friedhof“ vor, Sigrid Maschalko, Hilde Böhm und einige andere Frauen sowie Bruno und Jürgen Lindert schlossen sich mit weiteren Gedichten an.

Auch die Nachbarschaft in Eibach hatte eine erfolgreiche Weihnachtsfeier. Ehrengäste waren Pfarrer Andreas Funk mit Gattin und Stadträtin Andrea Loos. Nach der feierlichen Ansprache und Begrüßung von Nachbarschaftsvater Johann Lindert und den Bibelworten von Pfarrer Andreas Funk folgten Gedichte von Frauen und den beiden Kindern Bruno und Jürgen Lindert. Danach wurden die Geburtstagskinder geehrt, die den Kuchen für die Feier spendeten. Anschließend gab es geräucherte Siebenbürgerwurst, Sauerkraut und frisch gebackenes Brot. Wir danken allen Helfern und Spendern von beiden Gruppen sowie für die Hilfe und das gute Gelingen der Feiern. (Seniorenreferentin Annemarie Puscher)

Etwa 85 Personen fanden an gedeckten Tischen im Freizeitzentrum Frankenhof bei der Nikolausfeier der Erlanger Nachbarschaft am 7. Dezember Platz, und 30 Kinder erwarteten den Nikolaus. Die Singgemeinschaft unter der Leitung von Christine Friedsam sorgte für adventliche Stimmung: „Ehre sei Gott in der Höhe“, Siebenbürgisches Leuchtersingen, „Hört die frohe Botschaft“ und zum Abschluss den Kanon „Wir wünschen euch eine frohe Weihnacht und ein glückliches Neues Jahr“. Dazwischen gab es die traditionelle Kinderbescherung mit Gedichten und Liedern. Dank ergeht an das Team unter Peter Hedwig für die einfühlsame Gestaltung auch dieses freudig angenommenen Gemeinschaftswerkes.

Mit den Worten "Von Herzen will ich mich freuen über den Herrn. Meine Seele soll jubeln über meinen Gott" aus Jesaja 61, 10 begrüßte Horst Göbbel bei der „zentralen“ Weihnachtsfeier der Kreisgruppe am 8. Dezember in der Sebalduskirche in der Nürnbeger Altstadt rund 1 500 Landsleute und Freunde der Siebenbürger Sachsen, unter ihnen auch den Landtagsabgeordneten Dr. Markus Söder. Die Lieder und Lichter der adventlichen Zeit, die funkelnden Augen, die erwartungsvollen Gesten - besonders bei den Kindern - bezeugten, dass in dem Wort von Martin Buber: "Gott wohnt nur, wo man ihn einlässt", viel Wahrheit zu finden ist. Pfarrer Johann Rehner betonte in seiner Predigt: „Manchmal braucht es ein Leuchtzeichen wie das aus Bethlehem, damit uns ein Licht aufgeht“. Es gelang ihm, Vertrautes aus der siebenbürgischen Heimat und fränkischen Heimat, aus der adventlichen und weihnachtlichen Erwartungsstimmung zum Leben zu erwecken. Die Kindergruppe, geleitet von Inge Alzner, erfreute mit adventlichen Liedern und zahlreichen weihnachtlichen Gedichten, Christoph Müller mit seinem einfühlsamen Orgelspiel, bei dem die Gemeinde mit viel innerer Anteilnahme in die Weihnachtsweisen mit einstimmte. Für die mehr als 250 Kleinen gab es die traditionelle Weihnachtsbescherung (herzlichen Dank an Maria Bock und ihre Damen für die liebevolle Vorbereitung), für alle Teilnehmer nach dem erbauenden Gottesdienst die Möglichkeit, sich bei bestem Wetter unter die insgesamt zwei Millionen Besucher des Nürnberger Christkindlesmarkt 2002 einzureihen.

Die Weihnachtsfeier der Gruppe für berufstätige Frauen und Mütter am 13. Dezember im Haus der Heimat umfasste unter der Leitung von Melitta Zakel vor dem gemütlichen Teil mit kalten Büfett und heißem Glühwein zwei dem Anlass entsprechende Bereiche: Zunächst einen besinnlichen mit Weihnachtsgedichten und adventlicher Musik, u.a. vorgetragen von Miriam Zakel (Flöte) und Simon Zakel (Akkordeon) und anschließend, als Rückblick zum Jahresende, eine Power-Point-Präsentation der gemeinsamen Fahrt nach Dresden durch Annemarie Wagner und Werner Henning. Im Mittelpunkt stand auch diesmal das gemeinsame Erleben.

Mit dem Lied „Advent ist heut“ leitete der Fürther Chor unter der Leitung von Reinhold Schneider die Weihnachtsfeier der Fürther Nachbarschaft am 14. Dezember im Martin Luther-Heim ein und flocht anschließend für die mehr als 200 Gäste meisterhaft einen bunten Strauß wohlklingender Advents- und Weihnachtsweisen. Die deutsche Fassung der bekannten rumänischen „colinda“: „O ce veste minunata“ „O welch wunderbare Kunde – geht wie einst von Mund zu Munde“ durfte dabei nicht fehlen. Vor und nach den Chordarbietungen präsentierte – sozusagen vom Haus her – Frau Leykam, langjährige Kantorin an St. Paul, mit zweien ihrer jungen Schützlinge adventliche Instrumentalweisen und Texte. Horst Göbbel lobte im weiteren Verlauf der Feier den Zusammenhalt der Fürther Nachbarschaft, das hohe Niveau der musikalischen Darbietungen des Chores über den Tag hinaus und machte allen Anwesenden Mut, indem er leitmotivisch den Satz „Wir dürfen uns auch freuen“ mit verschiedenen Aussagen ausstattete. Wir dürfen uns auch in dieser heutigen Welt voller negativer Meldungen und schrecklicher Taten, voller Befürchtungen und Ängste, voller Jammern und Wehklagen (in Deutschland auf besonders „hohem Niveau“) über gemeinschaftliche Unternehmungen (Musik, Theater, Tanz, Vorträge, Museumsbesuche, Feiern, Reisen) freuen, genauso wie es auch in schwierigsten Nachkriegszeiten in Siebenbürgen (Deportation, Arbeitslager, Enteignung, Entrechtung) auch Momente der Freude geben konnte (Singen, Gottesdienste, Tanzen, materielles Vorwärtskommen). Aussiedler seien nicht nur leidgeprüfte, sondern in gleichem Maße auch „freudgeprüfte“ Menschen, die Schaffenskraft und freudiges Erleben aus dem aktivem Bekenntnis zu gemeinschaftlichem Handeln beziehen. Und Freude vor Weihnachten, Freude auf die kommende Geburt unseres Heilands, das sei doch selbstverständlich für uns Siebenbürger Sachsen, sagte Göbbel. Für die einleitenden Worte, für die feine Bewirtung mit Kuchen, Kaffee, Tee, Wein, für die sehr gelungene Organisation ist in besonderem Maße Reinhold Schneider und Maria Bock und ihrem fleißigen, engagierten Team zu danken.

Die freudestrahlenden Kinder mit ihrem anmutigen Singen und ihren Weihnachtsgedichten sowie die beiden traditionellen siebenbürgischen Leuchter standen im Blickfeld der Nadescher Weihnachtsgemeinde am 15. Dezember in der Nürnberger Nikodemus-Kirche. Gastgeber Pfarrer Helmreich, ein sehr wacher Gesprächspartner auch bei der Nachfeier im Gemeindezentrum, begrüßte die erwartungsvolle Gemeinde, der eine echte Nadescher Weihnachtsfeier geboten wurde. „Es gibt noch Menschen, die sich ins Auto setzen und 50 – 60 km fahren, um Immergrün für die Leuchter zu pflücken,“ sagte HOG-Vorsitzender Werner Henning. „Es gibt noch Eltern, die ihre Kinder seit vier Wochen regelmäßig jeden Samstag zu den Proben für das Leuchtersingen in das Haus der Heimat bringen. Es gibt noch Menschen, die Blumen für die Leuchter basteln, die die Leuchter binden und schmücken, die den Raum für die Adventsfeier herrichten, die die Päckchen für die Kinder besorgen usw., diesen Menschen, unter der Regie von Magda Müller unterstützt durch Malvine Ludwig, Heidrun Kloos und Johann Wagner, diesen Menschen gebührt heute unsere Anerkennung, Lob und ein herzliches Dankeschön.“ Ebenso dankte Henning Pfarrer Johann Rehner, der auch diesmal die passenden Worte zur Einstimmung auf die Weihnachtszeit fand und mit dem Predigttext die Zuhörer in seinen Bann zog, den Organisten Christine Friedsam und Johann Barth, den zahlreichen Kindern für die schönen Lieder und Gedichte, dem Kreis- und Stellvertretenden Bundesvorsitzenden der Landsmannschaft, Horst Göbbel, für seine Anwesenheit, und der Gemeinde, die im Gotteshaus und beim gemütlichen Beisammensein im Gemeindezentrum dabei war.

"Lieber auf den Sachsenball als in die Disco!" So äußerte sich einer der zahlreichen Jugendlichen, der am Weihnachtsball der Kreisgruppe Nürnberg-Fürth-Erlangen am 25. Dezember mit von der Partie war. Heuer unter der Regie der Alzener Tanzgruppe in Szene gesetzt, war das "Gesellschaftshaus Gartenstadt" in Nürnberg überbelegt. Aber jeder fand am Schluss einen Platz, an den weihnachtlich dekorierten Tischen. Für gute Stimmung und Musik sorgte das "Harmony Trio", das schon seit Jahren bei den Alznern dabei ist. "Bombenstimmung" war angesagt und es wurde lange gefeiert. Einmalig beim Weihnachtsball war der Auftritt aller Trachtentanzgruppen aus dem Raum Nürnberg-Fürth: vier Tanzgruppen (Nürnberg, Nadesch, Herzogenaurach und Alzner) schlossen sich zu einem gemeinsamen Tanzen zusammen und erfreuten das Publikum mit Tänzen wie Hepplinger-Bandritter, Fröhlicher Kreis und Marschierbayrischer. Die Vielfalt der Trachten und das gekonnte, lockere Tanzen brachten den Gruppen Riesenbeifall ein. Danach wurde noch miteinander geplaudert, getanzt und andere gemeinsame Auftritte wurden geplant.

Die Alzner Tanzgruppe bedankt sich bei den Trachtentanzgruppen für das gute Gelingen des Abends und wünscht allen noch ein gesegnetes neues Jahr 2003. Auch allen Ballbesuchern, die auf allen drei Bällen (Oster-, Katharinen- und Weihnachtsball) für gute Stimmung sorgten, wünschen wir ein gesundes neues Jahr. (Heidi Mehburger)

Was wäre ein Jahresausklang ohne einen deftigen Silvesterball? Nicht auszudenken. Misch Orend kann so etwas wunderbar managen und er tut es auch seit Jahren für uns. Diesmal am Dienstag, dem 31. Dezember 2002, in der Sporthalle des TV-1860 Fürth-Oberführberg. Für beste Stimmung sorgte die Tanz und Show-Band „ Romanticas“, für Essen und Getränke der „Party-Service" Windsheimer aus Nürnberg. Aus vielen Teilen Deutschland waren Gäste angereist. Siebenbürger Sachsen und Banater Schwaben feierten gemeinsam und mit viel Schwung bis in den frühen Morgen.

Silvester ist natürlich auch ein besonderer Anlass für Aktive, die jahraus, jahrein bei unseren Veranstaltungen das Musikalische besorgen, mal selber in gemütlicher Runde zu feiern: Unserer Nürnberger Blaskapelle ließ im winterlichen Schullandheim Mimberg bei Rummelberg eine besondere Silvesterfeier steigen. Klar, Musiker können nicht ohne ihre Instrumente reisen, sie können auch nicht ohne Proben leben, Bratwurst und Ripple gehörten diesmal ebenso dazu wie die Mitternachtssuppe, eine Fleischklösschensuppe („ciorba de perisoare“). Im Mittelpunkt stand diesmal – und endlich war das mal so – die Frau des Leiters der „Siebenbürgischen Blaskapelle Nürnberg e.V.“ Richard Taub. Sie bzw. ihre Eltern hatten das vortrefflich eingerichtet: Christa Taub wurde am 31. Dezember 2002 vierzig und entsprechend war die große Geburtstagssilvesterparty. Das Ständchen war vom Besten. Und sagen wir es mal offen: Endlich stand auch eine unserer „vereinsleidtragenden“ Frauen im Mittelpunkt. Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag. Ebenso herzlichen Glückwunsch an unsere treue Blaskapelle. Danke Hans Welther, danke Richard Taub.

Ich wünsche allen Landsleuten und Freunden der Siebenbürger Sachsen ein von Gott gesegnetes, gesundes, erfolgreiches und hoffentlich friedliches Neues Jahr 2003!

Horst Göbbel

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