13. August 2001

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Inschriften des Neustädter Friedhofs dokumentiert

Der Friedhof im siebenbürgischen Neustadt gehört mit seinen Gruften und Gräbern in schützendem Mauerring zu den schönsten des Burzenlands. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde es hier üblich, die Stirnseiten der Gruften auszumalen und mit verzierten Sinnsprüchen zu versehen.
Diese malerischen und literarischen Denkmäler lassen sich zwar kaum als Kunstwerke von Rang bezeichnen, sind aber eindeutig von lokalhistorischem und volkskundlichem, auch genealogischem Wert. Das hat Elsa Maria Gensthaler dazu bewogen, sie genau zu dokumentieren und in einem Band herauszugeben, der kürzlich im Kronstädter aldus Verlag unter dem Titel "Der Friedhof in Neustadt, Siebenbürgen" erschienen ist. Die Verfasserin, die 1930 in Neustadt geboren wurde, in Bukarest Physik studiert hat und danach Lehrerin war, hatte bereits Ende der fünfziger Jahre begonnen, sich nebenberuflich der Malerei zu widmen. Sehr beliebt als Erinnerungsstücke bei Aussiedlern waren die von ihr mit sächsischen Motiven und Wappen bemalten Holzteller, die heute in vielen Häusern von Landsleuten hängen. Erst nach ihrem Eintritt in den Ruhestand 1987 jedoch konnte sich Elsa Maria Gensthaler intensiver ihrer Liebhaberkunst widmen. Dazu eignete sie sich an der Kronstädter Volkskunstschule unter Anleitung der Malerin Alexandrina Ghetie unterschiedliche Techniken der Malerei und Ikonografie an und hat in den Jahren 1991 bis 1994 den gesamten Gruftenschmuck des Neustädter Friedhofs in Einzelbildern festgehalten, um ihn, auch angesichts der eingetretenen Auswanderungswelle und der zunehmenden Gefahr des endgültigen Verlusts, für die Nachwelt zu retten.
Der 80 Seiten umfassende Band enthält neben der originalgetreuen Schwarz-Weiß-Dokumentation der Inschriften und Verzierungen aus den Gruften sowie einigen Zeichnungen mit Teilen der Gesamtanlage auch eine kurze Einleitung zur Geschichte des Neustädter Friedhofs, die auf Dokumenten aus dem örtlichen Kirchenarchiv und dem Kronstädter Staatsarchiv fußt, und ist zum Preis 25 DM, zuzüglich 3 DM Versandkosten, zu erwerben über folgende Anschriften: Martin Bartesch, Schneideräckerstraße 12, 70378 Stuttgart, Telefon: (07 11) 53 82 70; Dietmar Wagner, Münchener Platz 11, 84478 Waldkraiburg, Telefon: (0 86 38) 8 48 92, Telefax: (0 86 38) 95 50 42; Wolfgang Gensthaler, Dorfstraße 51, 86947 Weil, Ortsteil Schwabhausen, Telefon: (0 81 93) 93 82 86 (ab 20.00 Uhr) oder (089) 5 79 91 14 (tagsüber im Büro).

H.S.

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