17. Dezember 2005

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50-jährige Festschrift des Landesverbandes Berlin

Es waren die Siebenbürger Sachsen, die als Erste unter den Rumäniendeutschen bereits 1904 in der damaligen deutschen Reichshauptstadt einen eigenen Verband gründeten und somit heute auf eine lange Tradition kultureller Tätigkeit zurückblicken können, wie man in der kürzlich erschienenen Broschüre "1955-2005. 50 Jahre Siebenbürger Sachsen und Banater Schwaben in Berlin" nachlesen kann.
Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen bald auch zahlreiche andere Rumäniendeutsche - aus dem Banat, der Bukowina und Bessarabien - hinzu, so dass am 24. August 1951 die "Vereinigung der Deutschen aus Rumänien" gegründet und danach in den Landesverband der Heimatvertriebenen aufgenommen wurde. Diese Vereinigung vergrößerte sich sehr rasch, so dass bereits 130 Mitglieder an einer Tanzveranstaltung zu ihrem einjährigen Bestehen in Berlin-Frohnau teilnahmen. Davon waren übrigens 60 Prozent Siebenbürger Sachsen, 25 Prozent Banater Schwaben und 15 Prozent Bukowina- und Bessarabiendeutsche.


Vorliegende Festschrift, die vom Landesverband Berlin/Neue Länder der Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen (Vorsitzender Johann Schöpf) und Landesverband der Banater Schwaben Berlin-Brandenburg e.V. (Vorsitzender Ernst Meinhardt) herausgegeben wurde, entstand nach mehrjährigen Archivrecherchen, die Cornelius Prodeus unternahm, um so die dokumentarische Grundlage für diese Ausgabe zu erstellen. Die redaktionelle Überarbeitung und Niederschrift der Datensammlung besorgten Andrea und Ilona Prodeus sowie Ute Grall.

Die fünfzigjährige Geschichte der beiden Landesverbände ist in folgende zeitliche Abschnitte gegliedert: 1945-1951, 1951-1956, 1956-1980, 1980-1989 und 1989-2005. Dabei wird eine Reihe wichtiger Aspekte siebenbürgisch-sächsischer Kulturarbeit in Berlin näher beleuchtet, wie z.B. "Die Folgen des Mauerbaus - auch Folgen für uns" oder die jahrelangen Paketaktionen, die unter dem Titel "Die Heimat wird nicht vergessen" durchgeführt wurden.

Ein längeres Kapitel präsentiert die "Zusammenarbeit mit dem Rumänischen Kulturinstitut Berlin", eine Entwicklung, die, nach der Eröffnung des Kulturinstituts "Titu Maiorescu", 1999, in einer Jugendstilvilla im Nobelviertel Grunewald, einsetzte und sich besonders nach dem Jahr 2000 vielseitig entwickelte. Es waren die beiden Direktorinnen, Dr. Ruxandra Demetrescu und ihre Nachfolgerin Dr. Adriana Popescu, die den Anliegen der Siebenbürger Sachsen und Banater Schwaben immer sehr aufgeschlossen und fördernd gegenüberstanden.

So kam es "zu einer Vielzahl von Gemeinschaftsveranstaltungen", die von Dichterlesungen, Dia-Vorträgen, Diskussions- und Liederabenden bis zu Kunstausstellungen reichen. Hervorgehoben werden einige Veranstaltungen aus letzter Zeit mit dem Regisseur und Dokumentarfilmer Günter Czernetzky, die Lesungen und Vorträge der Schriftsteller Hans Bergel, Dr. Claus Stephani und Joachim Wittstock sowie die Vorträge von Dr. Walther Konschitzky, Prof. Erich Pfaff und die Ausstellung der Malerin Hildegard Fackner-Kremper besonders.

Der angenehm lesbare Text wird durch ein reiches Bildmaterial ergänzt, mit Aufnahmen von Johann Schöpf, Ernst Meinhardt, Elisabeth Packi (Einbandfotos), Simon Fackner, Dieter Faersch, Rudolf Kartmann, Dr. Walther Konschitzky, Julian Meinhardt, Käthe Mojse und Debora Ricotta.

Es ist eine beispielhafte Publikation (grafische Gestaltung: Elisabeth Packi), die im Cosmopolitan Art Verlag, Temeswar, 2005, herausgebracht wurde und die man gern auch jedem Nichtsiebenbürger vorzeigen kann. Denn sie präsentiert anschaulich und informativ den weitgefächerten kulturellen Werdegang der Siebenbürger Sachsen und ihrer vielen Freunde in Berlin. Die Broschüre kann beim Herausgeber, E-Mail: johann.schoepf@web.de, Telefon: (0 30) 75 44 56 22, bezogen werden.

Maja Martini


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