3. September 2018

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Störche empfangen Scharoscher in der Heimat

Die Besucher, welche am 12. August 2018 zum Heimattreffen nach Scharosch bei Fogarasch kamen, staunten nicht schlecht. Sie wurden von zwanzig Störchen empfangen, welche in Reih’ und Glied auf dem Dachfirst der Jakobuskirche standen und Rast machten. So, als hätten sie gerade auf die Ankunft der Scharoscher gewartet. Von der Dachreiterkugel bis zum Kirchturm verweilten sie in Abständen wie mit dem Zollstock ausgemessen. Ob das renovierte Kirchendach sie angelockt hat?
Nach dieser nicht erwarteten Begrüßung durch die Meister Adebare traf man sich um 10.00 Uhr im Gemeindesaal, welcher von den Familien Ewald Bortmes und Hans Krempels aufs Festlichste hergerichtet worden war. Vierundsechzig Personen waren gekommen. Im Laufe des Tages wurden es noch mehr. Sekt und Orangensaft, Hanklich und Nussstriezel, gebacken von Elisabeth und Hannelore Bortmes zum Empfang. „Das Gebäck ging weg wie warme Semmeln!“ Draußen vor dem Gemeindesaal, im Saal, auf dem Kirchhof – überall Gruppen und Grüppchen von Leuten, die sich angeregt unterhielten, miteinander scherzten und lachten. Es gab ja auch wirklich genug zu erzählen, und auch das Wetter bescherte Wärme und Sonnenschein.

Mit einem Besucher unseres Heimattreffens hatte wohl niemand gerechnet: Landeskirchenkurator Friedrich Philippi aus Hermannstadt. Die Überraschung war groß und zusammen mit Pfarrer Dr. Johannes Klein begab man sich in die Jakobuskirche, wo um 12.00 Uhr der Gottesdienst begann. Fünf Kinder, fünfundzwanzig Frauen und zwanzig Männer sprachen die Gebete und sangen voll Inbrunst die Lieder, begleitet von der Organistin Christiane Neubert, welche mit Geschick die teilweise nicht mehr funktionierende Tastatur umspielte, kaum hörbar für die Gemeinde, auch nicht die leicht asthmatisch klingenden Orgeltöne. Eine Reinigung der Orgelpfeifen wäre die Schlussfolgerung. Vielleicht macht es ja eine Spende, die von Herzen kommt, möglich. Nachdem Ursula Hummes vom Taufbecken aus das Grußwort des Bischofs der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien (EKR), Reinhart Guib, vorgelesen hatte, sprach Friedrich Philippi. Sowohl der Bischof als auch der Landeskirchenkurator brachten ihre Freude zum Ausdruck, dass viele Menschen vermehrt nach Siebenbürgen kommen und sich hier einbringen durch die Mitgliedschaft in der EKR, durch Arbeit an den Kirchenburgen, Leben und Begegnungen vor Ort.

Friedrich Philippi bedankte sich bei den Scharoschern für die vielen Spenden, mit denen das Dach und den Kirchturm der Jakobuskirche saniert werden konnte. Ursula Hummes erhielt als Anerkennung einen Druck der Baseler Sachsenkarte des Johannes Honterus vom Jahre 1532. Scharoscher Impressionen. Fotos: Günter Hummes ...Scharoscher Impressionen. Fotos: Günter Hummes Nach dem Gottesdienst versorgte ein Catering-Service aus Fogarasch die kleinen und die großen Leute. Alle Gerichte schmeckten sehr gut. Kurator Reinhold Schindler hielt eine kurze Begrüßungsansprache und HOG-Vorsitzende Ursula Hummes tat ihre Freude kund, was schon alles an der Jakobuskirche gemacht werden konnte. Sie wünschte allen ein erquickliches gemeinsames Beisammensein. „Geburt ist Sterbens Anfang, Tod des Lebens Aufgang, strahlendes Beginnen.“ Der Andachtstext von Ursula Hummes beinhaltete die Hoffnung auf die Auferstehung, nannte den Glauben der Verstorbenen in ihrem irdischen Leben und bat, diesen Frieden und ewige Ruhe zu schenken. Das Gebet von Pfarrer Dr. Johannes Klein und ein Lied beendeten die gemeinsame Andacht auf dem Friedhof. Im Gemeindesaal dann das Lied „Siebenbürgen, Land des Segens“. Die Scharoscher sangen, laut und mit Inbrunst, die siebte Strophe in Wiederholung auf Rumänisch. Und sie sangen spontan weitere deutsche Volkslieder. Wunderschön! Es wurde getanzt, auch die Hora. Die Nichttänzer nahmen eine Brotzeit, Tomaten, Gurken, Aufstrich aus Auberginen, Leberwurst.

Bei diesem Treffen sah man nur lachende, frohe und glückliche Gesichter. Es sei alles noch schöner gewesen als 2016, Atmosphäre, Organisation, für die sich Pfarrer Klein herzlich bedankte. Eintritte, Spenden und die Kollekte ergaben zusammen einen Betrag, mit dem die Sanierung eines weiteren Stützpfeilers finanziert werden kann. Die Organisatoren zeigten sich bei der Lagebesprechung am Montagmorgen mehr als zufrieden. Die zwanzig Störche wollen beim nächsten Treffen wieder ihre Plätze einnehmen. „Wer vor- oder nachher nach Scharosch kommt, wird uns nicht zusammen sehen“, versicherten sie, bevor sie weiter gen Süden in ihr Winterquartier fliegen.

Ursula Hummes

Schlagwörter: Scharosch, Heimattreffen

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