2. Dezember 2023

Tag der Mundart in Großpold

Der 8. August stand ganz im Zeichen des Dialekts. Großpold ist eine von nur drei siebenbürgischen Gemeinden, in denen das aus Österreich stammende „Landlerisch“ gesprochen wird. Ein seltenes und wertvolles Mundart-Juwel, das es zu bewahren gilt.
Landlerischer Mundartnachmittag Großpold. Foto: ...
Landlerischer Mundartnachmittag Großpold. Foto: Elke Piringer
Das Motto „So klingt Landlerisch!“ lockte bei schönstem Wetter viele kleine und große Gäste in den Hof des ehemaligen Kindergartens in Großpold. Trockene Theorie und ermüdende Vorträge suchte man vergebens. Ganz im Gegenteil: Zwanglos und spielerisch konnte man längst in Vergessenheit geratene Ausdrücke auffrischen.

Im „Landlerischen Zimmer“ galt es, in die Welt des Dialektes einzutauchen und unterschiedliche Rätsel zu lösen oder ein Sprüchlein zu lernen. An einer Station konnten die kleinen Besucher eine echte Weinbergschnecke mit einem Kinderreim aus ihrem Haus locken oder einen Abklatschvers erlernen. In der „Gschichtn Kalippn“ konnte man unter Buchenzweigen der Geschichte vom Pitschken lauschen. Auch die erwachsenen Besucher rätselten über längst nicht mehr gebräuchliche Verben und Adjektive oder über besondere Tier- und Pflanzennamen.

Es wurde viel gelacht, und aus so manchem Gast sprudelten plötzlich neue Ideen und Vorschläge, mit denen man das Repertoire erweitern könnte. Genau das war der erhoffte Effekt dieser Veranstaltung: miteinander ins Gespräch kommen und damit den landlerischen Dialekt im und am Leben halten. Dazu passt zum Schluss wunderbar der beliebte Großpolder Motivationsspruch: „Nit loss di eh!“ – was so viel bedeutet wie „Lass dich nicht unterkriegen!“ Der Mundartnachmittag wurde vom Kulturwerk der Siebenbürger Sachsen aus den Mitteln des bayerischen Sozialministeriums gefördert.

Elke Piringer

Schlagwörter: Landler, Mundart, Großpold

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