10. Juni 2026

HOG Gergeschdorf erstmalig beim Festumzug in Dinkelsbühl

Ja, mein Stefani-Opa kommt aus Gergeschdorf, doch ich bin in München geboren, so wie auch mein Sohn Philipp, der Urenkel. Weit weg. Und trotzdem … Und trotzdem? Wir waren bei den Gergeschdorfern sehr willkommen und bedanken uns sehr für die herzliche Aufnahme!
Die 30 Gründungsmitglieder, jung und alt: ...
Die 30 Gründungsmitglieder, jung und alt: Gergeschdorfer erstmals beim Heimattag in Dinkelsbühl. Foto: Irmgard Rosina Bauer
Erstmalig nahm die HOG Gergeschdorf am 24. Mai 2026 am Trachtenumzug des Heimattages in Dinkelsbühl teil. Hans Schuster und seine Schwester Maria Hermann haben die Teilnahme organisiert und vorbereitet. „Geht doch auch einmal mit!“, hatte ihre Mutter die Geschwister schon vor Jahren ermuntert. Nun erfüllten sie diesen Wunsch – ihrer verstorbenen Mutter und genauso sich selbst. Gergeschdorf erstmals im Zug vertreten zu sehen, war auch für viele ältere Teilnehmer bewegend.

Ich konnte miterleben, welch ein Riesenaufwand es war, alle Trachtenteile zusammenzutragen. Da wurde über Monate hinweg gesammelt und gewaschen und gebügelt und ergänzt – am Ende konnte schließlich eine dreißigköpfige Gruppe samt Jugendlichen und Kindern in authentischer Tracht den kritischen Blicken eines „Trachtencheck“ standhalten. Die Anspannung im Helferkreis war deutlich spürbar – schließlich war es das erste Mal. Dass dies ausgerechnet im Jahr des 40-jährigen Bestehens der HOG Gergeschdorf geschah, verlieh dem Ganzen zusätzliche Bedeutung.
Viele junge Leute machten begeistert bei der HOG ...
Viele junge Leute machten begeistert bei der HOG Gergeschdorf mit, die erstmals am Festumzug des Heimattages in Dinkelsbühl teilnahm. Foto: Volker Plattner
Als Trachten-Unerfahrene durfte ich mich den sachkundigen Händen von Maria Hermann und Katharina Lutsch anvertrauen. Geduldig kleideten sie mich Schicht für Schicht ein, bis ich schließlich das richtige Bild ergab. Auch Philipp wurde mit Tracht versorgt. Was war er stolz, als für ihn auch noch ein Hut bereit lag! Gergeschdorf wurde für uns beide zu einem Anker. Durch Opa und Uropa, der nach der Deportation in die ehemalige Sowjetunion schließlich in Garching bei München landete, fühlten wir uns zugehörig – auch wenn wir uns zugleich als siebenbürgische Bayern verstehen. Wir sind gemeinsam gegangen, haben uns erinnert – und bleiben trotzdem im Heute. Vielleicht ist genau das „Heimat“?

Irmgard Rosina Bauer

Hier geht es zu den Bildergalerien des Heimattages 2026 in Dinkelsbühl

Schlagwörter: Heimattag 2026, Gergeschdorf

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