31. August 2019

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Föderationsjugendlager 2019 in Österreich

„Gute Freunde kann niemand trennen/ Gute Freunde sind nie allein./ Weil sie eines im Leben können/ füreinander da zu sein.“ - Genau unter diesem Motto stand das Föderationsjugendlager der Siebenbürger Sachsen in Österreich dieses Jahr. Am 19. Juli trafen sich fünf Jugendliche aus Deutschland, fünf Jugendliche aus Österreich, fünf Jugendliche aus den USA und acht Jugendliche aus Kanada in einer Jugendherberge der Weltstadt Wien. Der erste Abend startete mit einem gemütlichen Kennenlernen, da die wenigsten sich bereits vorher schon einmal gesehen hatten.
Das sollte sich aber schnell ändern. Beim Tanzen lernten wir uns sofort näher kennen. Der Plan der Siebenbürger Sachsen in Wien, allen das Tanzen beizubringen, hat letztendlich funktioniert. Wir lernten schon zu Beginn den „Neppendorfer Ländler“, die „Topporzer Kreuzpolka“ und die „Zigeunerpolka“. Am Ende des Jugendlagers führten wir die Tänze einwandfrei vor. Dies überraschte und begeisterte vor allem jene Teilnehmer, die noch nie zuvor getanzt hatten. Das gemeinschaftliche Tanzen und auch das gemeinsame Singen haben sich als große Leidenschaft unserer Gruppe herausgestellt, was uns sehr zusammengeschweißt hat. In Wien war das Programm generell sehr vielfältig, und trotz der enormen Hitze (knapp 40 Grad) in diesen Tagen zogen wir jeden Programmpunkt durch. Wir besuchten den Wiener Prater, machten eine Stadtrundfahrt mit den „Hop on, Hop off“-Bussen, interviewten die „Erlebnisgeneration“ in Wien, besichtigten die Burg Kreuzenstein, besuchten das Marillen-Fest in Spitz, bestaunten das Parlament, ließen uns vom Kriminalmuseum beeindrucken, nutzten unsere Freizeit zum Einkaufen und Eis essen und tanzten zwischendurch immer wieder die drei gelernten Volkstänze. Am letzten Tag hatten wir die Ehre, vom Rumänischen Botschafter persönlich empfangen zu werden und ein kurzes Gespräch mit ihm zu führen. Nach einem Rundgang um das Schloss Belvedere ging es auch schon zurück in die Jugendherberge, wo all unsere Koffer in einen großen Bus geladen wurden und wir uns auf den Weg zur nächsten Station machten.

Das zweite Ziel unserer Reise war Traun. Wir erreichten es am 23. Juli. Dort angekommen, aßen wir alle gemeinsam und warteten auf unsere Gastfamilien, bei denen wir in den nächsten Tagen übernachteten und mit denen sich auch weitere Freundschaften ergaben. Langweilig war uns am Willkommensabend zwar nicht, aber die Motivation zum Tanzen war sehr groß. Somit begannen wir am Rasen neben der Evangelischen Kirche Traun mit dem Erlernen eines Tanzes, den uns alle Kanadier aus Kitchener, Ontario, beibrachten. Es war der Tanz zu dem Lied „Gute Freunde“. Mit diesem Tanz faszinierten die Kanadier einige der Teilnehmer schon beim Kulturaustausch 2016. Im weiteren Laufe der Reise liebte und verfluchte diesen Tanz jeder von uns gleichermaßen, der beim Erlernen mitmachte. Der Takt ist sehr schnell und auch die Figuren teilweise kompliziert, und das Nachdenken bei 30 Grad fällt nicht immer so leicht. Gruppenbild der Teilnehmer des diesjährigen ...Gruppenbild der Teilnehmer des diesjährigen Föderationsjugendlagers in Österreich. Foto: Bianca Probsdorfer In Traun hatten wir ein sehr entspanntes Programm, was uns allen nach den anstrengenden ersten Tagen entgegenkam. Wir waren klettern im Hochseilgarten, am Oedter See baden, gingen in Linz Pizza essen, durchwanderten die Dr. Vogelsang-Klamm und hatten eine wunderbaren Abschiedsabend auf der Jugendparty der Trauner Jugendtanzgruppe, wo wir auch selbst lernten, Baumstriezel herzustellen, und diese als Wegzehrung mitnahmen. Die Party war eines der Highlights an diesen Tagen in Oberösterreich. Leider war nach zwei Tagen auch schon wieder der Aufenthalt in Traun vorbei.

Am nächsten Morgen fuhren wir nach Wels. Dort besuchten wir die ansässige Tanzgruppe. Mit ihnen waren wir erst im Museum der Burg Wels, dann auf der Sommerrodelbahn und am Gleinkersee zum Baden. Zuletzt bezogen wir unser Selbstversorgerhaus in Kirchham und lernten das Schuhplatteln. Letzteres machte allen viel Spaß und brachte den Ehrgeiz eines jeden zum Vorschein, damit die Bewegungsreihenfolge endlich klappte.

In den nächsten Tagen machten wir von Kirchham aus verschiedene Ausflüge. Wir fuhren mit der Gondel auf die Katrin-Alm und wer wollte, konnte dort noch wandern gehen. Wir machten eine Bootsrundfahrt auf dem Traunsee, besichtigten die Kaiservilla in Bad Ischl und aßen anschließend Kuchen im k.uk. Café Zauner, auch ein Auto und Flugzeugmuseum haben wir besucht. An einem Abend waren wir bei der Tanzgruppe Vöcklabruck eingeladen. Dort verbrachten wir eine sehr lustige Zeit mit vielen einfachen Gemeinschaftstänzen, die schnell zu erlernen waren und auch für viel Spaß sorgten.

Wir verbrachten alle eine tolle Zeit in Kirchham, denn jeden Abend saßen wir noch zusammen, haben gesungen, uns unterhalten und hatten viel Spaß. So gut wie da hatten wir uns bisher nicht kennengelernt. Wir halfen alle mit bei der anfallenden Arbeit und jeder war für jeden da, wenn es ihm mal nicht gut ging. Wir wurden eine große Gemeinschaft, die die Zeit miteinander sehr zu schätzen gelernt hatte.

Am Mittwoch, den 31. Juli, ging es dann zu unserer letzten Station dieser Reise. Wir fuhren nach Salzburg, wo uns zunächst die Brauerei Stiegl erwartete. Wir bekamen eine Führung und sogar eine kleine Kostprobe hinterher, was allen sehr viel Freude bereitet hat. Die restlichen Tage verbrachten wir bei der Besichtigung der Wasserspiele in Hellbrunn, beim Kegeln, in der Salzburger Innenstadt, am Höllerer See beim Kanufahren und im Hangar 7. Der Hangar 7 ist ein Parkplatz der Flugzeuge und Autos vom Inhaber des Konzerns Red Bull. Wir hatten das Privileg, sowohl eine Führung zu bekommen, wie auch den Hangar 8 betreten zu dürfen, was nicht jedem ermöglicht wird.

Am Freitagabend war unser letzter gemeinsamer Abend. Wir durften ihn für uns und die anwesenden Gäste selbst gestalten. Daher stellten wir uns alle noch einmal vor, erzählten von unseren Erlebnissen, zeigten die erlernten Tänze sowie ein selbst erstelltes Video unserer Reise, sagten Danke an alle Beteiligten, und zum Schluss zeigten wir allen noch den Tanz zu „Gute Freunde“, den wir gemeinsam gelernt haben. Alles lief einwandfrei. Diese Reise bestand aus sehr viel Tanz und Spaß. Es gab viele, die am Anfang noch nie einen Discofox, eine Polka oder einen Walzer getanzt hatten, aber am Ende der Reise konnte jeder sagen, dass er es zumindest probiert hat. Aufgrund des Endergebnisses unserer Tänze können wir wohl zurecht behaupten, dass wir alle sehr erfolgreich bei den Tanzproben waren. Wir hatten eine wundervolle Zeit in Österreich und möchten nochmals allen Helfern, Organisatoren und Teilnehmern für diese wundervollen, angenehmen und tollen zwei Wochen danken!

So viele Freundschaften wie beim Föderationsjugendlager in so kurzer Zeit zu knüpfen, diese Möglichkeit gibt es sonst nirgends. Daher passte auch das Lied unseres letzten Tanzes so gut zu unserer Gemeinschaft, „Denn gute Freunde kann niemand trennen“, auch nicht ein Ozean, der zwischen den einzelnen Kontinenten liegt. Irgendwann, und vielleicht sogar bald, sehen wir uns alle wieder, und darauf freuen wir uns schon jetzt.

Hanna Roth und Bianca Probsdorfer

Schlagwörter: Föderationsjugendlager, Österreich, Kanada, USA, Deutschland, Wien, Wels, Traun, Salzburg

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