13. Juni 2007

Junger Siebenbürger gewinnt zwei Preise bei NASA-Wettbewerb

Stefan Martini, Schüler des Rupprecht Gymnasiums in München, hat gemeinsam mit einem Schülerteam beim „Great Moonbuggy Race“ der Nasa in Huntsville/Alabama zwei erste Preise gewonnen. Der angesehene Nachwuchswettbewerb prämiert die besten Fahrzeuge junger Konstrukteure, die ihre Fahrtüchtigkeit unter Bedingungen wie auf dem Mond beweisen. „Der Parcours des Rennens war nicht ohne“, sagt Stefan. „Wir mussten Schotterpisten, teilweise 40 Zentimeter tiefe Löcher, Sandbänke und Felsbrocken überwinden.“ Das selbst gebaute Gefährt des jungen deutschen Teams setzte sich aber durch und siegte in der Kategorie „Best Design“ für die beste Konstruktion sowie als bestes Neueinsteigerteam.
Stefan Martini wurde 1990 in München geboren. Seine Eltern stammen aus Siebenbürgen, der Vater aus Deutsch-Kreuz und die Mutter aus Marienburg im Burzenland. Mitte der 80er Jahre siedelten sie nach Deutschland aus. „Die Begeisterung für Technik war beim Stefan schon immer da“, erzählt die Mutter Uta. Seine Teilnahme am Wettbewerb verdankt Stefan einem Schulreferat über den siebenbürgischen Raumfahrtsvater Hermann Oberth. Dieses Referat las seine Nachbarin, eine gewesene Redakteurin, die darüber so begeistert war, dass sie Stefan zu einem Vortrag von Prof. Dr. Jesco von Puttkamer von der Nasa einlud. Hier stellte dieser den Verein Space Education Institute Germany (SEI) vor, der den Moonbuggy-Wettbewerb der Nasa mitorganisiert. „Der Verein und seine Möglichkeiten haben mich beeindruckt“, erzählt Stefan. „Ein paar Tage später rief ich dort an und seitdem bin ich dabei.“

Nadine (vorne) und Stefan wirbeln mit ihrem selbst gebauten Mondfahrzeug über alle Hindernisse und landen beim NASA-Wettbewerb gleich zweimal auf dem ersten Platz. Foto: Fotostudio Knabe
Nadine (vorne) und Stefan wirbeln mit ihrem selbst gebauten Mondfahrzeug über alle Hindernisse und landen beim NASA-Wettbewerb gleich zweimal auf dem ersten Platz. Foto: Fotostudio Knabe

Mit dem Team der Mission 3 – dazu gehörten auch zwei Schülerinnen vom Gymnasium aus Böblingen sowie ein Leipziger Gymnasiast – nahm Stefan an dem Moonbuggy-Rennen teil, das jährlich im Marshall Space Flight Center der Nasa in den USA stattfindet. Sechs Wochen hatten sie lediglich Zeit, das Fahrzeug zunächst auf dem Papier zu entwerfen und dann zu konstruieren. Die Vorgaben für das Buggy waren, dass es zusammenklappbar sein und in einen Würfel mit 1,2 Meter Kantenlänge passen müsse – wie ein richtiges Mondfahrzeug. „Unseren Buggy haben wir in Koffern über den Atlantik gebracht“, erzählt Stefan. „Die Leute dort konnten es kaum glauben. Die anderen Teams kamen mit großen Trucks und mobilen Werkstätten. Wir stellten unsere Koffer hin und haben innerhalb von fünf Stunden die über 200 Teile zusammengebaut.“ Vor den Rennen war der rein durch Muskelkraft betriebene Buggy in zehn Sekunden aufgeklappt und mit den zwei Fahrern startbereit. Das überzeugte die Jury, die aus den Nasa-Chefkonstrukteuren des Apollo-Mondfahrzeugs bestand. Die beiden Läufe meisterte das deutsche Jungteam mit einer persönlichen Rundenbestzeit von 5,2 Minuten, die Bestzeit fuhr das Team aus Huntsville mit 3,36 Minuten. Das deutsche Team war das erste ausländische Team, das bei dem Wettbewerb je gestartet ist. Finanziell unterstützt wurde das rund 23 000 Euro teure Projekt der talentierten Schüler durch mittelständische Unternehmen aus Deutschland.

Auch nach dem Wettbewerb geht es für Stefan weiter: „Für mein Studium und den zukünftigen Beruf stelle ich mir jetzt etwas im Bereich der Raumfahrt vor“, sagt er. Zu Pfingsten fährt das Schülerteam erst einmal nach Moskau ins Sternenstädtchen. Auf Einladung des Moscow Aviation Institute werden sie den Bau und die laufenden Tests des Satelliten für eine Marsmission begleiten. „Der wird dann tatsächlich ins All geschossen“, sagt Stefan.

Sorana Scholtes

(gedruckte Ausgabe: Siebenbürgische Zeitung, Folge 9 vom 15. Juni 2007, Seite 17)

Schlagwörter: Oberth

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