19. August 2017

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Jubiläum mit prominenten Gästen: Sommerfest des Kreisverbandes Nürnberg

„Ech bän zem irschtn Mol bä disem Fest – ond net zem letztn Mol. Ond ze disem Fest wär ich kun, och wunn der Michael Frieser mech nät engelueden het. Ech bänn doch hä derhim!“ Mit diesen Worten begann Dr. Bernd Fabritius MdB, Präsident des Bundes der Vertriebenen und Verbandspräsident des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in Deutschland, seine vielfach durch kräftigen Applaus unterbrochene Ansprache auf dem Sommerfest des Kreisverbandes Nürnberg.
Bei bestem Sommerwetter waren am 16. Juli auf dem Kuhweiher-Gelände etwa 1500 Landsleute und Freunde der Siebenbürger Sachsen zusammengekommen. Unsere Kreisverbandsvorsitzende Annette Folkendt hatte bei diesem größten Fest im Jahresablauf des Kreisverbandes – diesmal war es sogar das 25-jährige Jubiläum – einen Einstand mit Bravour. Mit dem Motto des Heimattages 2017 „Verändern – Erneuern – Wiederfinden“ startete sie dieses Jubiläum und doku­mentierte damit deutlich, wie sehr unser gewichtiger Kreisverband Teil der großen Gemeinschaft der Siebenbürger Sachsen ist. Den reibungslosen Ablauf verdanken wir in besonderem Maße den freiwilligen ehrenamtlichen Helfern des Siebenbürger Party Service-Teams unter der Leitung von Hanna Schuller. Die Blaskapelle Nürnberg unter der Leitung von Michael Bielz bewirkte dauerhaft gute Stimmung und animierte zahlreiche begeisterte Festgäste zum Tanzen.

Neben Dr. Bernd Fabritius begrüßte Annette Folkendt als Ehrengäste herzlich den CSU-Bundestagsabgeordneten Michael Frieser, die SPD-Bundestagsabgeordnete Gabriela Heinrich, den Bayerischen Staatsminister der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat, Dr. Markus Söder MdL, auch Mitglied des Verbandes der Siebenbürger Sachsen, Richard Bartsch, Bezirkstagspräsident von Mittelfranken, Fabian Meissner, SPD-Stadtrat von Nürnberg, auch in Vertretung des Oberbürgermeisters Dr. Ulrich Maly, die Nürnberger CSU-Stadträte Rita Heinemann und Max Höffkes, Stadträtin Andrea Friedel von Bündnis 90/Die Grünen, Doris Hutter, Stellvertretende Bundesvorsitzende des Verbandes der Siebenbürger Sachsen und Kulturreferentin des Landesverbandes Bayern, Roswitha Kepp, Stellvertretende Vorsitzende des Landesverbandes Bayern, Horst Göbbel, Vorsitzender des Hauses der Heimat und Ehrenvorsitzender des Kreisverbandes Nürnberg, Meta Reisch-Bootsch, Mitglied im Integrationsrat der Stadt Nürnberg, alle Neumitglieder unseres Vereins sowie alle, die zum ersten Mal bei unserem Fest dabei waren. Ein Stammgast fehlte heuer leider. Werner Henning, CSU-Stadtrat und aktiver Nadescher, hatte einen Unfall in Hermannstadt und dabei Knochenbrüche erlitten. Wir wünschen ihm baldige vollständige Genesung!Die Kindertanzgruppe Nürnberg in Aktion. ...Die Kindertanzgruppe Nürnberg in Aktion. Annette Folkendt thematisierte das Motto des Tages „Verändern – Erneuern – Wiederfinden“ und fasste zusammen: „Aus den Begegnungen können wunderbare Impulse des Wiederfindens – auch in unserer siebenbürgisch-sächsischen Kultur – erwachsen.“ Anmutig moderierte anschließend Kathrin Kepp, Stellvertretende Bundesjugendleiterin der Siebenbürgisch-Sächsischen Ju- gend in Deutschland (SJD) und Leiterin der Siebenbürgischen Jugendtanzgruppe Nürnberg, erstmals den kulturellen Teil. Es ging schon zünftig los, als sie Schuster Dutz zitierte: „Hei! Wä äs et hejt doch lastich!/ Alles froat sich long schiu draf,/ Dänn de Adjuvante blosen,/ Und de Jugend dreht sich draf.“ Und die jüngste, jüngere und die junggebliebene Jugend drehte sich wirklich: Die Kindertanzgruppe Nürnberg (Leitung Karline Folkendt, 20 aktive Tänzer im Alter von drei bis 13 Jahren) präsentierte den „Sprötzer Achterrüm“ und den „Fröhlichen Kreis“. Drei ihrer Mitglieder, Tim, Tom und Lisa Finke, erhielten Urkunden für langjähriges Mitwirken. Die Jugendtanzgruppe Herzogenaurach (Leiterin Brigitte Krempels, 18 Aktive) erfreute das Publikum mit einer „Siebenbürgischen Tanzfolge“ und dem Schweizer „Galopp Ursin“, die Tanzgruppe Nadesch (Leiter Dieter Altstädter, 13 Tanzpaare) mit „Walzer für Christine“ und „Dreidans“ und schließlich die von Heidi und Martin Mehburger geleitete Alzner Tanzgruppe mit „Die Maike“ und „Nagelschmied“. Die Bastelecke mit Betina Wagner im Pavillon war etwas für die Jüngsten, der große Büchertisch für Lesefreunde.Die Herzogenauracher Jugendtanzgruppe rahmt ...Die Herzogenauracher Jugendtanzgruppe rahmt sowohl Staatsminister Dr. Markus Söder ... Eingebettet in Aufführungen der einzelnen Tanzgruppen absolvierten einige Ehrengäste ihre „Grußwortparade“ (Fabian Meissner), eröffnet von Dr. Markus Söder: „Es gibt für mich seit 23 Jahren einen Termin, auf den ich hin fiebere. Dieses Fest. Warum? Weil ich mich daheim und unter Freunden fühle – dankeschön für die Einladung.“ – „Jeder, der in unser Land kommt, hat sich unseren Werten anzupassen. Wir wollen jeden unterstützen, die Siebenbürger Sachsen jedoch sind und bleiben deutsche Landsleute und keine Migranten.“ Tradition sei für ihn ein „wahrer Kompass von Generation zu Generation“, sei wertgebunden und offen für Neues.

Gabriela Heinrich freute sich „wie immer“, dieses Fest zu genießen und lobte die Siebenbürger Sachsen auch dafür, „dass ihr an dieser Stelle immer offen seid für all das, was unsere Gesellschaft ausmacht, wo man sich wirklich unter Freunden fühlen kann, wo Traditionen in ihrer Buntheit präsentiert werden.“

Michael Frieser betonte, „Siebenbürger Sachsen sind angestammte Deutsche, die wissen, worauf es in diesem Land ankommt, die aus dem Leben in diesem Land etwas gemacht haben, ohne ihre Wurzeln zu vergessen. Das ist richtige Traditionspflege, denn Nichtvergessen der Herkunft ist ein Erfahrungsschatz, der unser Land mit nach vorne gebracht hat.“... als auch Verbandspräsident Dr. Bernd ...... als auch Verbandspräsident Dr. Bernd Fabritius bei ihren Grußworten. Fotos: Rosi Bartels Bernd Fabritius hob in seinem Grußwort u. a. hervor: „Ich denke, die Pflege der eigenen Kultur und Traditionen ist etwas so Spannendes, etwas so Begeisterndes, dass junge Menschen dabei voll mitmachen – was in Nürnberg der Fall ist.“ Fabritius, der für uns den Begriff Migranten ebenso entschieden ablehnt, ist dankbar, „dass Michael Frieser und Markus Söder den Unterschied klar festgestellt haben: Wir gehören zum deutschen Kulturkreis. Siebenbürgisch-sächsische Kultur ist Teil des gesamtdeutschen Kulturerbes und wesentlicher Teil unserer Identität, ein echter Kulturschatz.“

Stadtrat Fabian Meissner betonte seine Verbundenheit mit Siebenbürger Sachsen und verkündete auch im Sinne des Oberbürgermeisters Dr. Maly: „Wir, die Stadtgesellschaft, müssen solidarisch miteinander sein. Dafür brauchen wir engagierte Menschen, die ihre Wurzeln nicht vergessen. Meine siebenbürgischen Freunde sind echte Nürnberger und Nürnbergerinnen.“

Stadträtin Andrea Friedel freute sich überschwänglich, dabei zu sein, und wünschte uns allen ein beglückendes Sommerfest. Bezirkstagspräsident Richard Bartsch blickte kurz zurück in die kommunistische Zeit in Rumänien, erwähnte dabei seine Erfahrungen einer Fahrt 1982 nach Michelsberg und betonte: „Deshalb freue ich mich in besonderem Maße, dass wir hier im Westen, hier in Franken in Frieden und Freiheit leben dürfen.“

Alle Ehrengäste würdigten unsere Kreisverbandsvorsitzende Annette Folkendt, unsere Blaskapelle (Söder: „schönste, beste, erfahrenste Boygroup der Welt“), unser großes zusammenführendes Fest. Die Festgäste erlebten auf dem weitläufigen Caritas-Gelände am Kuhweiher Gemeinschaft auf hohem Niveau, beflügelt durch vertraute Blasmusik, die Grußworte, die in siebenbürgischer Tracht vorgeführten Tanzpassagen, gefolgt vom eigenen Tanzvergnügen, ebenso die auch siebenbürgisch geprägten Leckerbissen (Mici von der Metzgerei Dootz, Baumstriezel von Familie Ziegler oder Cremeschnitten von Familie Ludwig). Allen Aktiven unter den Organisatoren und Teilnehmern sei herzlich gedankt.

Horst Göbbel

Schlagwörter: Nürnberg, Sommerfest, Politik

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