5. Januar 2020

Junge Generation gestaltet alten Brauch "Puer natus" in Drabenderhöhe mit

„Vom Himmel hoch, da komm ich her“ – mit einem der ältesten und schönsten Weihnachtslieder eröffneten das Blasorchester Siebenbürgen-Drabenderhöhe unter Leitung von Michael Schumachers und der Honterus-Chor unter Leitung von Regine Melzer die Brauchtumsveranstaltung „Puer natus“ (Ein Kind ist uns geboren) in der Kapelle des Alten- und Pflegeheims in Drabenderhöhe.
Die vier dicken roten Kerzen am Adventskranz, die Heimleiter Markus van Breen kurz vor der Veranstaltung anzündete, verbreiteten ihr warmes Licht. Die besinnliche Brauchtumsveranstaltung stimmte die Besucher auf besinnliche Art und Weise auf das bevorstehende Weihnachtsfest ein. „Ich bin noch nie bei dieser Veranstaltung gewesen, das war ja wunderschön“, sagte eine ältere Dame, die seit einiger Zeit im Altenheim wohnt. Am besten gefallen habe ihr der engelsgleiche Gesang der kleinen Drabenderhöher Spatzen, die unter Leitung von Regine Melzer auch in Latein die Geburt Jesu verkündeten: „Puer natus in Bethlehem – Unde gaudet Jerusalem“, ertönten zarte Kinderstimmen und die Gemeinde antwortete mit „Lasst uns freuen und jubilieren mit den Engeln triumphieren in diesem neuen Jahr.“
Sänger des Honterus Chores, der Drabenderhöher ...
Sänger des Honterus Chores, der Drabenderhöher Spatzen und der HOG Scharosch sangen gemeinsam das Puer natus in der Kapelle im Haus Siebenbürgen. Foto: Christian Melzer
Die Vorsitzende des Adele-Zay-Vereins Ulrike Horwath begrüßte auch im Namen der Kreisgruppe und des Altenheims die Gäste zu „Puer natus, das inzwischen zu einer Institution geworden ist.“ Ihr Dank ging an Enni Janesch, die Ehrenvorsitzende der Kreisgruppe, Pfarrer i.R. Kurt Franchy, ehemaliger Vorsitzender des Adele-Zay-Vereins, und den inzwischen verstorbenen Johann Widmann, Altenheim, Kapelle und Honterus-Chor, die gemeinsam diese Veranstaltung 2014 wieder ins Leben gerufen hatten. Das mittelalterliche Lied wurde früher in vielen siebenbürgischen Gemeinden gesungen. Drei Urenkel von Widmann singen heute ebenfalls mit und verkündeten: „Hier liegt es in dem Krippelein.“ Horwaths Dank ging aber auch an Andreas Thalmann, der aus Scharosch stammt, und seit über zehn Jahren nach alter Tradition die Musiker anschließend mit Gebäck und Wein versorgt.

Aufmerksam lauschten alle, als Pfarrer i.R. Hans Klein aus dem Weihnachtsevangelium nach Lukas las: "Es begab sich zu der Zeit, dass ein Gebot von Kaiser Augustus ausging...!" Auch Markus van Breen las eine etwas abgewandelte Weihnachtsgeschichte vor, über das Kind in der Krippe und über einen Stern, der mitten auf dem Feld über einen Stall strahlte. Die Geburt Jesu sei die Rettung für die Menschen gewesen. Mit den gemeinsam gesungenen Liedern „O, du fröhliche“ und „Stille Nacht, heilige Nacht“ klang die Gemeinschaftsveranstaltung aus. Anita Gutt, Vorsitzende der Kreisgruppe Drabenderhöhe, dankte den Mitwirkenden und Helfern dieser Brauchtumsveranstaltung, vor allen Dingen den Drabenderhöher Spatzen, die diese Aufführung wieder zu etwas Besonderem gemacht haben. Bei Hanklich, Schmalzbrot und Glühwein trafen sich die Besucher noch in gemütlicher Runde im Pavillon.

Ursula Schenker

Schlagwörter: Drabenderhöhe, Puer natus, Weihnachten

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