1. Januar 2024

Carl Filtsch und seine Zeit

Das Kulturreferat der Landesgruppe Nordrhein-Westfalen hatte am 24. November zum ersten musikalisch-literarischen Salon zu Carl Filtsch nach Düsseldorf eingeladen. Die Veranstaltung fand in Kooperation mit dem Gerhart-Hauptmann-Haus statt und wurde dankenswerterweise mit Mitteln des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen unterstützt.
Landesvorsitzender Rainer Lehni dankte Dagmar ...
Landesvorsitzender Rainer Lehni dankte Dagmar Dusil (links) und Irisa Filip für den hochkarätigen Abend. Foto: Heike Mai-Lehni
Landesvorsitzender Rainer Lehni stellte die Protagonistinnen des Abends dem Publikum vor: Dagmar Dusil, die bekannte, aus Hermannstadt stammende und in Bamberg lebende Schriftstellerin, und Irisa Filip, eine 16-jährige überaus talentierte Pianistin, die eigens aus der rumänischen Hafenstadt Konstanza angereist war.

Dagmar Dusil stellte das kurze Leben des „siebenbürgischen Wunderkindes“ Carl Filtsch in den Kontext seiner Zeit in das Europa im zweiten Viertel des 19. Jahrhunderts. Carl Filtsch, 1830 in einer Pfarrerfamilie in Mühlbach geboren, wurde bereits im Alter von fünf Jahren in Klausenburg eine „hervorragende Musikalität“ bescheinigt. Der junge Filtsch begeisterte mit seinen Konzerten in ganz Europa und entwickelte sich zum Lieblingsschüler Frédéric Chopins. Auch bei Franz Liszt und Mozarts Witwe hinterließ er bleibende Eindrücke. Viel zu früh endete das kurze Leben von Carl Filtsch 1845 während einer Konzertreise in Venedig, wo er auf der Friedhofsinsel San Michele beerdigt wurde und sein Grab heute noch zu finden ist.

Die von Dagmar Dusil sorgfältig ausgesuchten Texte wurden von den hochkarätigen Klängen von Irisa Filip umrahmt. Es war eine Freude, die Musik der jungen Pianistin zu genießen, die ihrerseits in gewissem Maße ein Wunderkind ihrer Zeit ist. Die Kompositionen von Carl Filtsch wurden ergänzt mit Werken seiner berühmten Zeitgenossen Schumann, Liszt, Chopin und Rubinstein.

Mit ihrem Einsatz für Carl Filtsch hat Dagmar Dusil es geschafft, das Andenken an das „siebenbürgische Wunderkind“ wach zu halten und viel mehr noch, es einem breiten Publikum in Deutschland und Rumänien bekannt zu machen.

Der frenetische Applaus eines begeisterten Publikums war dessen Dank für einen hochkarätigen Abend. Einziger Wermutstropfen war, dass das ungünstige Herbstwetter das Publikum nicht so zahlreich wie sonst erschienen ließ. Diejenigen, die da waren, haben es jedenfalls nicht bereut. Noch lange nach dem Abschluss des Konzerts waren die Zuhörer und Künstlerinnen im Gespräch vertieft und gestärkt bei einem kleinen Imbiss, wie immer von Landeskulturreferentin Heike Mai-Lehni liebevoll vorbereitet.

RL

Schlagwörter: Carl Filtsch, Musik, Literatur, Düsseldorf

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