15. November 2019

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„Ich ritt in die Nacht“: Literarisch-musikalischer Abend zum Paul-Celan-Jahr 2020

Am Montag, 18. November, lädt das Münchner Künstlerhaus am Lenbachplatz um 19.30 Uhr zu einem literarisch-musikalischen Abend ins Millerzimmer ein; Franziska Bronnen rezitiert, das Diogenes Streichquartett spielt dazu Musik von Pierre-Dominique Ponnelle.
Über den am 23. November 1920 im damals rumänischen Czernowitz in der Region Bukowina geborenen Paul Celan, einen der bedeutendsten Lyriker der deutschen Sprache, ist viel geschrieben worden. Seine Gedichte liegen in verschiedenen Sammlungen vor, ebenso wie seine Briefe und mehrere Werkausgaben versuchen, Celans literarisches Schaffen in seiner Gesamtheit zugänglich zu machen. Sein Jahrhundertgedicht „Todesfuge“, 1945 entstanden, gehört zum Werkekanon des Deutschunterrichts.

Doch trotz dieses umfänglichen Materials und der Vielzahl an interpretierenden Studien bleiben der Lyriker und seine Gedichte auch heute noch schwer zugänglich. Von seinem Leben hat Celan wenig preisgegeben. Seine Gedichte werden oft als „kryptisch“ oder „hermetisch“ bezeichnet und folgen damit einer in den 1950er Jahren vorherrschenden Tendenz zum „verschlossenen Gedicht“, das sich einer einfachen Botschaft und damit auch leichten Konsumierung verweigert.

Paul Celan gehört zu der Generation der Künstler, die die NS-Zeit und die nationsozialistische Massenvernichtung hautnah miterlebt haben. 1942/43 verliert er seine Eltern in Hitlers Konzentrationslagern. Die Deportation und die anschließende Ermordung seiner Familie prägt sein Leben und steht stets im Zentrum seines literarischen Schaffens.

Die Schauspielerin Franziska Bronnen trägt Lyrik und Prosa aus Celans Werk vor. Sie beleuchtet Stationen seines bewegten Lebens und behutsam nähert sie sich diesem widersprüchlichen Menschen.

Dazu wird Pierre-Dominique Ponnelles drittes Streichquartett gespielt. Es ist Edith Silbermann gewidmet, der Jugendfreundin Celans. Ponnelle, der als Dirigent mehrfach in Czernowitz gastiert hat und von den Spuren der großen Kultur sehr berührt wurde, hat viele freundschaftliche Gespräche mit Frau Silbermann geführt. Das Quartett ist eine Hommage an eine große Frau, Schriftstellerin und Zeitzeugin, und wurde von der Beziehung Celan-Silbermann inspiriert.

Karten zu 20 Euro (ermäßigt zehn Euro) sind erhältlich im Münchner Künstlerhaus, Telefon: (0 89) 59 91 84 14, bei München Ticket, Telefon: (0 89) 54 81 81 81, Internet: www.muenchenticket.de und an allen bekannten Vorverkaufsstellen.

Schlagwörter: Literatur, Musik, Veranstaltung, Paul Celan, München, Ankündigung

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