9. Oktober 2020

Ausstellung im Haus des Deutschen Ostens in München fragt nach Identitäten von Deutschen im östlichen Europa

Das Haus des Deutschen Ostens (HDO) in München zeigt vom 16. Oktober 2020 bis zum 9. April 2021 die Ausstellung „Wer bin Ich? Wer sind Wir?“, die sich mit Identitäten der Deutschen aus dem östliche Europa beschäftigt.
Bei der Urzelmaske kommt zur Frage „Wer bin ich?“ ...
Bei der Urzelmaske kommt zur Frage „Wer bin ich?“ häufig die Frage „Wer bist du?“ dazu. Foto: Lilia Antipow
„Wer bin ich?“ – die Frage nach der eigenen Identität stellt sich für jeden Menschen im Laufe seines Lebens immer wieder. Viele Faktoren können dabei eine Rolle spielen – die Herkunft, die Sprache, die Religion und das, was man als „Heimat“ ansieht. Aber auch Dinge wie der Beruf, bestimmte Essensvorlieben oder Hobbys. Identitäten können sich außerdem auf Gruppen wie die Nation beziehen. Insbesondere die regionale Identität hat in den letzten Jahrzehnten an Bedeutung gewonnen. Dabei ist die Identität eines Menschen nie starr und einmal für immer festgelegt, nie einfach und eindeutig, sondern vielschichtig – sie wandelt sich mit neuen Erfahrungen. Man kann gleichzeitig Schlesier, Lehrer, Familienvater, Vegetarier und passionierter Schafkopfspieler sein.

„Wer sind wir?“ – auch so gut wie jede Gruppe, Gemeinschaft oder Gesellschaft vergewissert sich im Laufe der Zeit ihrer Identität stets aufs Neue.

Die HDO-Ausstellung „Wer bin Ich? Wer sind Wir?“ fragt nach Identitäten von Deutschen aus dem östlichen Europa. Es geht ihr dabei um Dialekte wie das Siebenbürgisch-Sächsische; um Bräuche und Traditionen wie die oberschlesische Barbarafeier; um Kleidung wie die Wischauer Tracht aus Südmähren; um heimatliche Gerichte; um Heimat, wie sie beispielweise in Form von jährlich stattfindenden Heimtagen gefeiert wird; um prägende Geschichtsereignisse, wie Flucht und Vertreibung.
 In Pommern gehörte kein Lichtert zum Quempas ...
In Pommern gehörte kein Lichtert zum Quempas-Singen, sondern eine Weihnachtspyramide. Foto: Lilia Antipow
Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Interviews mit sechs Personen, die aus verschiedenen Regionen des östlichen Europa stammen bzw. dort ihre biografischen Wurzeln haben: Dr. Florian Roth (Siebenbürgen), Dr. Zuzana Finger (Slowakei), Familie Hubert (Russland), Lukas Moj (Oberschlesien), Andrea Kielburg (Banat), Mulo Francel (Böhmen). In persönlichen Stellungnahmen setzen sie sich mit der Bedeutung der Sprachen, der Musik, der Familiengeschichte, der Traditionen und der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe für ihr Leben und ihr Selbstverständnis auseinander. Exponate für die Ausstellung stellten – neben zahlreichen privaten Leihgebern – die Sudetendeutsche Stiftung sowie der Verband der Siebenbürger Sachsen in Deutschland e.V. zur Verfügung. Neben dem Urzel-Lauf und dem Heimattag greift die Ausstellung auch Literatur, Kunst und Tracht der Siebenbürger Sachsen auf.

Eröffnung: Die Ausstellung „Wer bin Ich? Wer sind Wir?“ wird am Donnerstag, den 15. Oktober um 18.00 Uhr im Adalbert-Stifter-Saal im Sudetendeutschen Haus (Hochstraße 8, 81669 München) eröffnet. Es sprechen Sylvia Stierstorfer, MdL, Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für Vertriebene und Aussiedler, sowie Professor Dr. Andreas Otto Weber, Direktor des Hauses des Deutschen Ostens. Anschließend ist ein Besuch der Ausstellung im HDO möglich. Eine Anmeldung zur Eröffnung ist erforderlich: (089) 449993-0 telefonisch oder post­ stelle[ät]hdo.bayern.de per E-Mail.

Ausstellung: Die Ausstellung läuft vom 16. Oktober bis zum 9. April 2021. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 10.00 bis 20.00 Uhr (werktags), in den Weihnachtsferien geschlossen. Ort: Haus des deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München.

Ausstellungsplakat

Schlagwörter: HDO, München, Ausstellung, Identität, deutsche Minderheit, Osteuropa

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