Hegt wird gesangen!: Schneeglöckchen läuten den Frühling ein
2026 jährt sich der Geburtstag der Grete Lienert-Zultner (28. Dezember 1906-1. April 1989) zum 120. Mal – ein Anlass, der beliebtesten Mundartdichterin Siebenbürgens in diesem Jahr mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Das stimmungsvolle Frühlingslied „De Schnieglekelcher blähn“ (Die Schneeglöckchen blühn) der begnadeten Liederdichterin sollte mit dem schwungvollen Refrain begonnen werden, der Sänger und Zuhörer sogleich in heitere Frühlingsfreude versetzt: „De Schnieglekelcher blähn äm Bäsch um Hinkelmån, det Frähjohr, det Frähjohr äs hä!“
Zur Entstehung des Textes erzählte Lienert-Zultners Tochter Gretel Fredel (1931-2017), dass es für Groß und Klein immer ein besonderes Ereignis war, wenn sich die ganze Familie zu der Schneeglöckchenblüte am Hinkelmån aufmachte. Im Frühjahr 1958 soll die Dichterin, die die letzten elf Jahre ihrer Lehrtätigkeit in Schaas lebte, nach einem Familienausflug in beschwingter Fröhlichkeit dieses Lied gedichtet und komponiert haben. Die Schneeglöckchenwiese beschreibt sie wie folgt: „Der Hinkelmån ist ein lieblicher Waldwinkel an sanfter Berglehne bei dem Dorf Schaas; dieses liegt in der Nähe der Stadt Schäßburg.“Familie Lienert um 1963 am Hinkelmån. Grete Lienert-Zultner ist die Dritte von links, ihr Mann steht ganz rechts (Bild aus dem Familienbesitz).
In ihrer Gedichtsammlung „Wat u menjem Wiej gebläht“ (Eigenverlag 1987) enthält dieses Dichtung auch eine 3. Strophe, die die Autorin jedoch in ihrer Liedversion in der Sammlung „Der Owend kit erun uch ånder Lieder“ (Eigenverlag 1988) nicht übernommen hat. In dieser Liedersammlung befindet sich auch ein vierstimmiger Chorsatz des Großpolder Musikpädagogen, Chorleiters, Kapellmeisters und Komponisten Karl Fisi (1926-1990). Diesen Chorsatz studierte Klaus Metz 2006 mit der „Heltauer Liedertafel“ ein, zu finden unter siebenbuerger.de/go/2L188.Blick vom Schaaser Kirchturm auf den Hinkelmån (im Schatten). Foto: Martin Keul, Schaas 130
Von Grete Lienert-Zultner habe ich in dieser Rubrik bereits sieben Lieder vorgestellt: Det Frähjohr kitt en de Wegden, Ställ uch friedlich (Sommerowend), De Astern, Wä iest mät menjem Medchen ich (Sälwerfäddem), Do derhiem blähn de Våltcher, Owend wäll et werden (Owendgebiët), Sommerglåånz uch Sannescheng (Keent ich noch iest hiemen).
Biographische Daten finden Sie in der Siebenbürgischen Zeitung, z.B. in der Folge 4 vom 11. März 2024, S. 6 (SbZ Online vom 3. April 2024, siebenbuerger.de/go/24772A) und Folge 6 vom 15. April 2025, S. 6 (SbZ Online vom 11. Mai 2025, siebenbuerger.de/go/25983A).
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