Mohács 500 und Siebenbürgen: Tributpflichtiges Fürstentum und Reformation in Siebenbürgen
Die „Katastrophe von Mohács“ vom 29. August 1526 ist einer der schwärzesten Tage der ungarischen Geschichte. Der mittelalterliche Staatsuntergang Ungarns wird in Ungarn neben weiteren negativen Wegmarken und Traumata (siehe Mongolensturm 1241, Diktat von Trianon 1920, Niederlage der „Goldenen Elf“ im WM-Fußballendspiel in Bern 1954 gegen Deutschland) als tiefe nationale Tragödie wahrgenommen. Bei der zentralen Gedenkfeier auf dem Hauptplatz von Mohács ordnete der neue ungarische Ministerpräsident Péter Magyar am 29. August 2026 die fünfhundert Jahre seit der Schlacht von Mohács als eine Geschichte des Wiederaufstehens ein und fasste zusammen: „Vor 500 Jahren haben wir hier in Mohács eine schicksalhafte Schlacht verloren, wir haben unseren König verloren und die politische Einheit unseres Landes brach zusammen. Aber das Wichtigste ist: Ungarn ist nicht verschwunden.“
Die unmittelbaren Folgen der verheerenden Niederlage des ungarischen Heeres gegen die Osmanen, geführt von Sultan Süleyman I., in der Schlacht bei Mohács am 29. August 1526 waren für Ungarn als Staat und vormaliges Bollwerk gegen die Osmanen genauso wie für das damalige Mittel- und Südosteuropa gravierend und bewirkten eine kollektive Erschütterung: Zunächst entstand in Ungarn an diesem „Wendepunkt der ungarischen Geschichte“ (Pál Fodor) ein politisches Vakuum insbesondere durch den Tod des Königs (er ertrank 20-jährig auf der Flucht im Schlamm des Baches Csele ohne männliche Nachkommen) und durch den Untergang der damaligen staatlichen Führungselite (König, wesentlicher Teil des Hochadels, der geistlichen und militärischen Führung). In seiner frei gesprochenen Predigt am 29. August 2026, genau 500 Jahre nach der Schlacht, beim staatlichen Gedenkakt auf dem Hauptplatz in Mohács am 29. August 2026 antwortete der Erzbischof von Kalocsa-Kecskemét, Balázs Bábel, auf seine selbst gestellte Frage „Was ging bei Mohács verloren?“: „Sehr vieles. Der König kam auf der Flucht ums Leben, etwa 30 Adelsfamilien, 500 niedere Adlige und 24000 einfache Soldaten fielen – Ungarn, Tschechen, Deutsche, Kroaten, Serben, Slowaken. Zwei Erzbischöfe und fünf Bischöfe starben. Gedenken wir ihnen heute namentlich: Pál Tomori aus Kalocsa, László Szalkai, Erzbischof von Esztergom, Fülöp Móré, Bischof von Pécs, Balázs Paksi, Bischof von Győr, Ferenc Csáky, Bischof von Csanád, György Palinai, Bischof von Bosnien. […] Auch nach der Schlacht war die Verwüstung schrecklich: Buda, niedergebrannte Kirchen, 100 Städte, 2000 Dörfer, 100000 Menschen in Knechtschaft, von den Janitscharen entführte Kinder. Das mittelalterliche Königreich Ungarn ging zu Ende, und die 150-jährige Zeit der türkischen Herrschaft begann.“ Kurz nach der Schlacht marschierten die Osmanen kampflos in die unbesetzte ungarische Hauptstadt Buda (Ofen) ein. Sie plünderten die Stadt, brannten weite Teile nieder und deportierten Zehntausende Menschen in die Sklaverei, bevor sie sich vor dem Winter vorerst wieder zurückzogen. Nach dieser verheerenden Niederlage mit Ludwigs Tod wurden in zwei Ständeversammlungen zwei verschiedene Könige gewählt: Ferdinand I. und Johann Zápolya. 1526 erhob Erzherzog Ferdinand I. von Habsburg (1503-1564), der spätere deutsche König und Kaiser, Bruder von Kaiser Karl V, als Schwager des bei Mohács verstorbenen, kinderlosen Königs Ludwig II. Anspruch auf den vakanten ungarischen Thron aufgrund einer dynastischen Vereinbarung aus dem Jahre 1515, die sein Großvater, Kaiser Maximilian I., mit den in Ungarn und Böhmen regierenden Jagiellonen abgeschlossen hatte: Diejenige der beiden Familien, die keinen männlichen Erben besitze, habe die Herrschaft über ihr Land an die andere Familie zu übergeben. Die habsburgtreue Adelspartei wählte ihn in Pressburg zum König. In ihm sah man die vom Deutschen Reich erhoffte Hilfe gegen die Türken.
Die ungarischen Magnaten und der Kleinadel hingegen wählten in Stuhlweißenburg den siebenbürgischen Wojewoden Johann Zápolya zum ungarischen König. Zápolya war ein Schwager des polnischen Königs Sigismund I. und des ungarisch-böhmischen Königs Wladyslaw II. und somit der Onkel Ludwigs II. von Böhmen und Ungarn. Er war mit seinem Truppenverband, darunter auch dem der Sachsen, im Sommer 1526 zu spät gekommen, um Ludwig II. zu helfen. Er war sehr reich, mächtig und ein starker Heerführer. Man sah in ihm den Retter des Landes. „Die Doppelwahl bedeutete den Auftakt zum Bürgerkrieg – das Unglückseligste, das dem Land mit Rücksicht auf die Invasion der Osmanen geschehen konnte“ (Hellmut Diwald).
Das dreigeteilte Ungarn nach der Schlacht von Mohács. Die Aufnahme stammt aus der Broschüre von Harald Roth und Thomas S¸indilariu: „Andreanum 800 Jahre – Recht und Verfassung der Siebenbürger Sachsen“.
Ein Ergebnis der folgenden Kriege zwischen Zápolya und Ferdinand war der Zerfall des mittelalterlichen Königreichs Ungarn-Kroatien, 1541 sogar die Dreiteilung Ungarns. Der Westen und der Norden Ungarns kamen unter habsburgische Kontrolle, der zentrale Teil, einschließlich Budas, blieb bis 1686 unter osmanischer Herrschaft, der Osten wurde zum tributzahlenden teilautonomen Fürstentum Siebenbürgen unter osmanischer Oberhoheit bis 1699. (Die rumänischen Fürstentümer der Walachei und der Moldau waren schon seit 1417 bzw. 1512 osmanische Vasallenstaaten und blieben sogar den Türken bis 1878 tributpflichtig). Durch diese Katastrophe rückte das Osmanische Reich direkt an die Grenzen der habsburgischen Erblande vor, was bereits drei Jahre später zur Ersten Wiener Türkenbelagerung (27. September bis zum 14. Oktober 1529) führte. Große Teile Ungarns und seiner Nebenländer Siebenbürgen und Kroatien gerieten unter osmanische Herrschaft, und nun bestimmten die Konflikte mit den Nachbarn im Westen und Osten mehrere Jahrhunderte lang die Politik des Habsburgerreiches (Stephan Gruber). Im Westen war Frankreich der große Konkurrent, im Osten lange Zeit die Osmanen. Mit der Niederlage Ungarns bei Mohács im Jahr 1526 begann für die Habsburgermonarchie somit eine jahrhundertelange Verstrickung mit Angelegenheiten im Südosten – nicht nur mit der Abwehr der Osmanen, (die erst nach 1700 auf den Balkan zurückgedrängt werden konnten), sondern auch mit den Konflikten infolge der Nationalstaatsbildung in den Balkanländern und mit der Rivalität zu Russland. Die Dreiteilung im Gefolge der Schlacht von Mohács beeinflusste die politische und kulturelle Entwicklung der gesamten Region somit nachhaltig (Harald Heppner).
Der Kampf um die Krone Ungarns griff auch auf Siebenbürgen über. Die Sachsen unterstützten dabei zunächst die „deutsche Partei“ Ferdinands, deren wichtigster Fürsprecher der Hermannstädter Königsrichter Markus Pemfflinger war. Das brachte die Sachsen in Bedrängnis, denn von Ferdinand erhielten sie keine effektive Hilfe, wurden dafür desto stärker von der Gegenpartei bedrängt. Der Kronstädter Chronist Ostermayer konstatiert lapidar: „Diese Zeit hat das Verderben des Hungarlandes und Siebenbürgens angefangen, denn Ferdinand mit János König (haben sich) stets gekrieget.“ Ab 1529 wandten sich bis auf Hermannstadt alle sächsischen Gebiete von Ferdinand ab und huldigten König Johann. Hermannstadt trotzte zu seinem Schaden bei wiederholten Belagerungen bis 1538. Im selben Jahr schlossen auch Ferdinand und Johann Zápolya Frieden, durch den letzterer als König anerkannt wurde. Nach seinem Tode sollten jedoch die Habsburger den Thron erben. Als König Johann im nächsten Jahr unverhofft starb, proklamierten seine Parteigänger seinen erst einige Monate alten Sohn Johann Sigismund zum König. Das bewog Ferdinand natürlich zum Eingreifen. Diese Verhältnisse nutzte der türkische Sultan Suleiman und besetzte Ofen am 29. August 1541 (genau 15 Jahre nach Mohács), wo er einen türkischen Pascha als Statthalter einsetzte und Mittelungarn in eine türkische Provinz verwandelte. Im Falle von Siebenbürgen verzichtete er auf eine Besetzung und begnügte sich mit einem jährlichen Tribut von 10000 Gulden. Der Landtag von Thorenburg/Turda (1542) erkannte die neue Lage an und wählte Johann Sigismund zum Oberhaupt des neu entstandenen, der Hohen Pforte tributpflichtigen Fürstentums Siebenbürgen. Weitere zermürbende Kämpfe folgten, ehe es 1547 zum Frieden kam, der den Status quo festschrieb. Hier war u.a. festgelegt, dass König Ferdinand einen jährlichen Tribut an die Osmanen für sein ungarisches „Königreich“ von 30000 Gulden entrichten musste, verbucht wurde er unter „Türkenverehrung“ (Hans Georg Majer)
Mohács und die Reformation in Siebenbürgen
Die Reformation und Luther konnten von der Gefahr durch die Türken profitieren. Die osmanische Bedrohung verbreitete nicht nur bei Martin Luther Angst und Schrecken, sie sorgte insgesamt für eine Zukunftsangst des Abendlandes (Martina Münkler). Angesichts der militärischen Erfolge und damit der Expansion des Osmanischen Reiches betrachtete Luther vor 1520 die Türken nicht nur als politische Bedrohung, sondern zunächst als göttliches Instrument zur Bestrafung der Sündhaftigkeit des Papsttums und der Menschen gleichermaßen. 1519 meinte er, die Osmanen seien die „Zuchtrute Gottes“, mit der die ungläubigen Christen bestraft werden. „Widder die Türken streiten ist nit andersz denn widder got streben, der durch den Turcken unszer sund strafft.“ Das sei die rechte Buße. Als die Osmanen Wien angegriffen hatten, änderte Luther seine Haltung gegenüber den Türken. Nun sei die osmanische Expansion und deren Erfolg als Zeichen des Jüngsten Gerichts zu sehen. Er schreibt in seiner „Heerpredigt wider den Türken“ 1529: „Denn die zwey Reiche des Babsts und Tuercken sind die letzten zwen grewel und Gottes zorn, wie sie Apocalip. nennet, den falschen Propheten und das Thier, und mussen miteinander ergriffen und in den feurigen pfuhl geworffen werden. … Denn ich widder den Tuercken rate zu streiten nicht seines falschen glaubens und lebens halben, sondern seines mordens und verstoren halben.“ Das Morden und Zerstören der Türken prangert er an. Und für Siebenbürgen war dies jahrhundertelang vor und nach Mohács sozusagen Alltag. Die Verstärkung ihrer Städte und der Bau der siebenbürgisch-sächsischen Kirchenburgen als Wehrkirchen zum Schutze vor allem vor den Türken ist ein deutlicher Beweis dafür.
Das Machtvakuum, das durch die verheerende Niederlage Ungarns in der Schlacht bei Mohács am 29. August 1526 ausgelöst wurde, ermöglichte auch die schnelle Ausbreitung der Reformation. Unbestritten bildet die Reformation in der Folge des sogenannten Thesenanschlags Martin Luthers an der Wittenberger Schlosskirche 1517 einen der wichtigsten Einschnitte der europäischen Geschichte. Sie erfasste rasch alle Landstriche, in denen deutsch gesprochen wurde. Karl V. musste früh den Protestanten Zugeständnisse machen, auch um die Geschlossenheit des Reiches gegen die äußere – etwa osmanische Bedrohung zu sichern. Dies ermöglichte der Reformation, sich auszubreiten und zu festigen. Auch in Siebenbürgen. Die Glaubensvielfalt in Ostmitteleuropa wurde für geraume Zeit zum prägenden Element. „Als äußerer Faktor hatten die Osmanen somit nicht nur für Österreich und Ungarn, katalysatorische Wirkung. Suleyman, der Prächtige (1520-1566), hielt mit seinen Feldzügen ungewollt den deutschen Protestanten den Rücken frei.“ (Ernst Werner) Ohne dieses Machtvakuum hätte sich der Protestantismus in dieser Region kaum so schnell, friedlich und dauerhaft etablieren können. In Siebenbürgen gab es zusätzlich günstige Faktoren: die ungarische katholische Obrigkeit war zunächst zerstört und die Osmanen tolerierten religiöse Autonomie. Das Osmanische Reich bot eine bemerkenswerte, aber eingeschränkte Religionsfreiheit. Nicht-Muslime (etwa orthodoxe Christen, Juden, armenische Christen) wurden nicht gezwungen, zum Islam überzutreten, besaßen jedoch nicht die gleichen Rechte wie die muslimische Mehrheit. Die religiösen Oberhäupter (wie der orthodoxe Patriarch) waren direkt dem Sultan unterstellt. Nicht-Muslime mussten Sondersteuern zahlen, sie mussten sich Kleiderordnungen und weiteren Regeln unterwerfen.
Die Reformation in Siebenbürgen wurde maßgeblich durch die permanente Bedrohung durch das Osmanische Reich beschleunigt. Die Osmanen trugen auf solche Weise indirekt zur Stabilisierung des Protestantismus bei. Die Angst vor den Türken schuf ein Einheitsbedürfnis, förderte den Protestantismus und trieb die Stände dazu, sich als „Pionierregion der Religionsfreiheit“ (Ulrich A. Wien) zu etablieren. Das historische Siebenbürgen besaß europaweit beispielhaft dauerhafte und seit 1595 endgültig verbriefte und somit garantierte Konfessionsvielfalt. (Katholiken, Lutheraner, Calvinisten, Antitrinitarier – wohingegen die Rumänen als ostkirchliche Orthodoxe nur „toleriert“ wurden. „Auch in Siebenbürgen und namentlich unter den Sachsen fand die Lehre Luthers bald den größten Beifall. Unzweifelhaft hatte hier die freie Verfassung und Selbstregierung in Stadt und Land, im kirchlichen und bürgerlichen Leben, der Reformation seit lange schon wirksam die Wege bereitet“, schreibt Georg Daniel Teutsch in „Die Reformation im siebenbürgischen Sachsenlande“ 1852. Die ersten Schriften Martin Luthers sollen bereits 1519 von Kaufleuten, Handwerkern und Studenten von der Leipziger Messe nach Hermannstadt gebracht worden sein. Sie haben sicherlich großes Interesse erregt und wurden wohl eifrig gelesen, denn sowohl König Ludwig II. als auch der Graner Erzbischof (Gran/Esztergom war auch früheste Hauptstadt des ungarischen Königreichs) sahen sich 1524 veranlasst, anzuordnen, die Bücher Luthers einzusammeln und zu verbrennen sowie Maßnahmen gegen die Verbreitung der „lutherischen Irrtümer" zu ergreifen. Ein Jahr später tadelte der König den Sachsengrafen Markus Pemfflinger, schreibt Georg Daniel Teutsch, weil er zu wenig für die Bekämpfung der auftretenden „Ketzerei“ tue und drohte ihm mit Amtsenthebung. Diese Drohungen und Verbote konnten jedoch die Verbreitung von Reformationsschriften und -ideen nicht verhindern, zumal es in dem nach der Schlacht von Mohács (1526) ausgebrochenen Kampf um den Thron Ungarns keine staatliche Autorität gab, welche die Gebote in die Tat hätte umsetzen können. Als durch den Frieden von Großwardein (1538) den Thronstreitigkeiten ein vorläufiges Ende gesetzt wurde, hatte die reformatorische Bewegung bereits alle sächsischen Gebiete erfasst. Ihr Zentrum war Kronstadt, wo dessen Stadtrat mit Hilfe des Humanisten und Buchdruckers Johannes Honterus (1498-1546) die Reformation zuerst durchführte. Zum Reformator wurde er, nachdem er im Auftrag des Stadtrates in einem zunächst lateinisch geschriebenen Reformationsbüchlein für Kronstadt und das Burzenland den vollzogenen kirchlichen Wandel begründete. Honterus hatte sich als Verfasser und durch den Druck humanistischer Schriften und Schulbücher, durch die Herausgabe und Bearbeitung griechischer und lateinischer Autoren und von Rechtsbüchern einen Namen gemacht und sich um die Neuaufrichtung der Kronstädter Schulen Verdienste erworben. Er wurde 1544 zum Stadtpfarrer von Kronstadt gewählt. Sein Reformationsbüchlein „mit seinem ergreifenden Inhalt fand die Frucht reif“ (Georg Daniel Teutsch) und verbreitete sich auch in den anderen sächsischen Städten. Der Hermannstädter Pfarrer Matthias Ramser schickte es an die Wittenberger Reformatoren Luther, Melanchthon und Buggenhagen zur Begutachtung. Luthers Urteil fiel positiv aus. „Alles, was Du mich fragst“, antwortete dieser am 1. September 1543, „findest Du in jenem Buche besser, als ich es schreiben kann. Wie sehr gefällt es mir, das es mit so großer Gelehrsamkeit, Reinheit und Treue verfasst ist!“ Auch Melanchthon und Bugenhagen antworteten aufmunternd und belehrend: „Sorget vor allem, dass die Heilslehre unverfälscht dem Volk mitgeteilt werde und die Jugend den Katechismus lerne.“ Nun ging Melanchthons fromme Hoffnung in Erfüllung. In Hermannstadts Kirchen „leuchtete das Licht des Evangeliums auf“; seit 1543 wurde die Reformation im Gottesdienst und Leben durchgeführt (Georg Daniel Teutsch) 1547 erschien die „Kirchenordnung aller Deutschen in Siebenbürgen.“ Sie wurde 1550 zur Richtschnur für die Durchführung der lutherischen Reformation in allen sächsischen Kirchengemeinden. 1550 kann somit als Abschluss der Reformation angesehen werden, „wobei weder Pfarrer noch Kirchenvolk über Nacht dem katholischen Glauben absagten und von heute auf morgen als Protestanten zu Gott beteten“ (Michael Kroner). Der Übergang von der Alten zur neuen Kirche hat sich zudem nicht ohne Spannungen und Widerstände vollzogen. Die Reformation wurde in allen sächsischen Gemeinden des Königs- und des Komitatsbodens eingeführt. Als treibende Kraft der Reformation erwies sich das städtische Bürgertum und die weltliche Nationsuniversität. Somit hatte die Schlacht von Mohács und die daraus folgende tributpflichtige Abhängigkeit von den Osmanen für die Siebenbürger Sachsen durch die Reformation ein hocheinzuschätzendes wertvolles Ergebnis: die evangelisch-lutherische Kirche. Diese wurde über Jahrhunderte das religiöse, kulturelle und politische Zentrum und zugleich die allgemeine Interessenvertretung der Siebenbürger Sachsen. Ohne unsere ev.-lutherische Kirche, vermute ich, gäbe es uns als Siebenbürger Sachsen wohl so nicht.
Zum Kommentieren loggen Sie sich bitte in dem LogIn-Feld oben ein oder registrieren Sie sich. Die Kommentarfunktion ist
nur für registrierte Premiumbenutzer (Verbandsmitglieder) freigeschaltet.