8. Juni 2012

Fußball sehen trotz Ceauşescu-Diktatur

Am 8. Juni beginnt die Fußball-Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine. Unzählige Menschen in Deutschland und Europa können es kaum noch erwarten, bis der erste Anpfiff ertönt.
Das Fußballfieber, das ganz Europa erfasst hat, weckt bei mir Erinnerungen an zwei Weltmeisterschaften: Spanien 1982 und Mexiko 1986, als wir in Siebenbürgen kein einziges Spiel im staatlichen Fernsehen – wie wir uns erinnern, gab es ja nur dieses – sehen konnten. Diktator Nicolae Ceauşescu und seine Regierung erlaubten und gönnten der damaligen Bevölkerung von 22 Millionen nicht, diese großen internationalen Sportereignisse zu sehen und mitzuerleben.

Großes Glück hatten wir diesbezüglich in Heltau mit zwei begabten Bastlern: Elektromeister Gustav Mesch und seinem Schwager Dieter Schmidt, der leider nur 62-jährig 2004 in Nagold verstarb. Beide erdachten und konstruierten eine Antenne, Dieter besorgte einen kleinen Spezial-Fernseher mit Strom-Umwandler und eine Autobatterie lieferte den nötigen Strom. So versuchte man zuerst beim Hammersdorfer Berg, dann auf einer größeren Waldlichtung im Rotenturmpass, südlich von Câineni das bulgarische oder jugoslawische Fernsehen zu empfangen, um einige Spiele zu sehen. Besten Empfang aber hatten wir dann schließlich sudöstlich von Câineni, wo ausgedehnte Hügellandschaften (Ausläufer des Fogarascher-Massivs) die Landschaft prägen, in Băişoara neben der Ringmauer eines Soldatenfriedhofs aus dem ersten Weltkrieg (das 1. und 2. bayerische Leib-Infanterie Regiment erkämpfte sich hier im November 1916 den Weg frei Richtung Curtea de Argeş (aus: „Das Deutsche Alpencorps im ersten Weltkrieg“ von Roland Kaltenegger).
Für den TV-Empfang bei Băişoara ist ...
Für den TV-Empfang bei Băişoara ist alles vorbereitet. Das Finale Argentinien – Deutschland der WM 1986 kann beginnen.
So erinnere ich mich ganz gut, dass wir das Halbfinalspiel Deutschland – Frankreich (2:0) und das Finale der WM aus Mexiko (1986) im Alttal gut sehen konnten. Argentinien mit dem damaligen Superstar Maradona besiegte damals die deutsche Elf nach einem spannenden Spiel mit 3:2. Hoffen wir, dass es in diesem Jahr im Finale besser klappt.

Erich Simonis, Nufringen

Schlagwörter: Fußball, Rumänien

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Neueste Kommentare

  • 08.06.2012, 20:26 Uhr von siebenschläfer: Public Viewing vom Feinsten!!! Fast Stadion-Feeling mit dem Vorteil, dass Glasflaschen erlaubt ... [weiter]
  • 08.06.2012, 14:52 Uhr von martini295: Bei jeder Europa- und Weltmeisterschaft kommen bei mir ähnlich schöne Erinnerungen hoch. Aus ... [weiter]
  • 08.06.2012, 11:52 Uhr von azur: Stimmt!!! Diese "Antennenkunstwerke" hatte ich schon längst vergessen :))) Das waren Zeiten! ... [weiter]

Artikel wurde 3 mal kommentiert.

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