24. August 2017

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UdV-Bezirksvorsitzender Andreas Orendi im Amt bestätigt

Der Landsmann Andreas Orendi ist als Vorsitzender des Bezirksverbandes Oberbayern der Union der Vertriebenen und Aussiedler (UdV), einer Arbeitsgemeinschaft der CSU, wiedergewählt worden. In der Bezirksvorstandssitzung, die am 29. Juli im Schweiger Brauhaus in Markt Schwaben stattfand, referierte der CSU-Bundestagsabgeordnete Stephan Mayer über aktuelle Fragen der Vertriebenen- und Aussiedlerpolitik.
Nach der Begrüßung des UdV-Bezirksvorsitzenden von Oberbayern, Andreas Orendi, sprach Stefan Heinl, stellvertretender Landesvorsitzender der UdV, ein Grußwort und bedankte sich bei Stephan Mayer für die hervorragende Vertriebenenpolitik am Beispiel der eingeführten Zwangsarbeiterentschädigung.

Stephan Mayer MdB, stellvertretender Landesvorsitzender der UdV, griff in seinem Vortrag dieses Thema sofort auf und führte aus, dass erfreulicher Weise bereits mehr als 23 000 Anträge eingegangen seien – auch ein Grund, warum Vertriebenen- und Aussiedlerpolitik aktuell sei. Der 20. Juni, der bereits UN-Weltflüchtlingstag ist, ist auf Beschluss des Bundestages zum nationalen Gedenktag für Flucht und Vertreibung vom Bundestag erklärt worden. Diese Doppelbesetzung, so Mayer, mache deutlich, dass die 12 Millionen deutschen Heimatvertriebenen und Flüchtlinge in einer langen Reihe mit anderen Menschen weltweit stehen, die dieses Schicksal teilen. Mayer, auch Stiftungsrat in der Bundesstiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung, berichtete, dass sich die Eröffnung des Dokumentationszentrums in Berlin weiter verschiebe. Seit dem 20. Juni sei jedoch das integrierte Konzept für die künftige Dauerausstellung genehmigt. Lange sei es nicht klar gewesen, ob das Thema der Deutschen als Opfer von Flucht und Vertreibung nur eines unter mehreren Hauptthemen sein sollte, oder ob es im Rahmen der Dokumentation das Hauptthema unter den Schwerpunktthemen darstellen dürfte, wie es jetzt der Fall sei.

Stephan Mayer bedauerte sehr, dass die erfolgreiche Arbeit des Bundesbeauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten Hartmut Koschyk MdB durch dessen Ausscheiden beendet sei. Koschyk habe durch seine organisierten Reisen nach Osteuropa Maßstäbe in der Arbeit für und mit den deutschen Minderheiten gesetzt. Im Inland seien während seiner Zeit die Mittel für die Kulturarbeit der Landsmannschaften auf 24,5 Millionen Euro erhöht worden. Es gelte nun ein völlig neues Förderkonzept. Während früher eine eher museale Ansicht galt (Förderung von Ausstellungen u. a.), werde jetzt erlebbare Kulturarbeit gefördert, was auch in einem neuen Förderkonzept für die deutschen Minderheiten im Ausland zur Geltung komme.

Warum Aussiedlerpolitik nach wie vor wichtig ist, sehe man am Thema Altersarmut. Das bestehende Fremdrentengesetz führe dazu, dass Aussiedler nicht die gleiche Rente für ihre Arbeit im Ausland erhielten, wie ihre Nachbarn für ihre Arbeit im Inland. Durch die Anerkennung der Kindererziehungszeiten bei vor 1992 geborenen Kindern für die Rente könnte dies mit 360 Euro pro Kind pro Jahr etwas abgemildert werden. Der Referent ging auch auf die aktuelle Flüchtlingsproblematik ein. Die Empathie und die Erfahrungen der Deutschen mit Vertriebenenhintergrund seien hierbei ein wichtiger Faktor. Die Situation damals sei jedoch nicht mit heute zu vergleichen, da auch die Erwartungshaltung der Migranten sich sehr von den Menschen damals unterscheide. 610 Millionen Euro gebe der Bund heute für Sprach- und Integrationsmaßnahmen für die neuen Flüchtlinge aus. Auch Deutschland müsse den Asylbewerbern gegenüber klare Erwartungen formulieren. Diese müssten akzeptieren, dass sie in ein Land kämen, das von Christentum und Aufklärung geprägt ist, und sich daran orientieren. Der Anspruch auf Schutz in Deutschland bestehe nur so lange, wie auch der Fluchtgrund bestehe. Dann seien Rückkehr und Aufbauhilfe im Herkunftsland notwendig. Beim Flüchtlingsthema könne die UdV authentischer als andere Gruppen Auskunft geben und die Motivationslage einschätzen. Immerhin seien nach dem Krieg acht Millionen Heimatvertriebene und Flüchtlinge im Westen und vier Millionen im Osten ohne Sozialunterstützung integriert worden.

Nach einer kurzen Aussprache zum Vortrag dankte Andreas Orendi dem Referenten mit einem kleinen Geschenk für den Einblick in die aktuelle Politik im Vertriebenen- und Aussiedlerbereich. Im Anschluss wurde Andreas Orendi (Bad Tölz) mit 100 Prozent der Stimmen als Bezirksvorsitzender der UdV-Oberbayern wiedergewählt. Seine Stellvertreter sind Simona Rottenkolber (Ingolstadt), der Siebenbürger Sachse Harry Lutsch (Waldkraiburg) und Philipp Leber (Rohrbach), der gleichzeitig auch das Forum Zukunft der UdV-Jugend leitet. Herta Daniel, Bundesvorsitzende des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in Deutschland, wurde erneut zur Beisitzerin gewählt.

Simona Rottenkolber

Schlagwörter: UdV, Orendi, Vorstandssitzung, Neuwahl, Vertriebene und Aussiedler

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