11. November 2002

Gundelsheim: Märchenstunde mit Sigrid Früh

Im Rahmen der diesjährigen Siebenbürgisch-Sächsischen Kulturtage in Gundelsheim am Neckar tritt die "zurzeit wohl bekannteste Märchenerzählerin Deutschlands" (Neue Zürcher Zeitung), Sigrid Früh, auf. Unter dem Titel "Siebenbürgisch-schwäbische Kulturkanäle" lädt die Märchen- und Sagenforscherin am 15. November, 17.00 Uhr, zur "Märchenstunde" ins Siebenbürgische Museum in Gundelsheim. Zu hören sein werden schwäbische und siebenbürgische Märchen, wie "Die Königstochter in der Flammenburg" von dem bekannten siebenbürgisch-sächsischen Märchensammler und -herausgeber Josef Haltrich (1822-1886).
Die studierte Germanistin und Volkskundlerin Sigrid Früh, 1935 als Nachfahrin von Justinus Kerner im Hohenacker Rems-Murr Kreis geboren, ist ohne Zweifel eine der renommiertesten Märchen- und Sagenforscherinnen Deutschlands. Sie hält Seminare und Vorträge, ist Märchenerzählerin in den verschiedensten Instituten, Universitäten, Bibliotheken und Bildungseinrichtungen, und wirkt nicht zuletzt in Rundfunk- und Fernsehsendungen mit. 1982 organisierte und leitete Früh die Tagung der Europäischen Märchengesellschaft, die sich mit Frauengestalten in Märchen und Mythen auseinandersetzte. Desgleichen zeichnete Sigrid Früh in organisatorischer Funktion verantwortlich für eine Tagung im Elsaß (1994) zum Thema "Essen und Trinken im Märchen" sowie für den Bühler Kongress der Europäischen Märchengesellschaft e.V. im vergangenen Jahr unter dem Titel "Mann und Frau im Märchen". Nicht genug der Aufgaben und Funktionen, amtiert Früh seit 1997 als erste Vorsitzende in dem Verein schwäbische Mundart e.V. Überdies veröffentlichte Sigrid Früh bereits 30 Märchen- und Sagenbücher.

Seit Jahren schlägt sie ihr Publikum in den Bann mit hoher Erzähl- und Vortragskunst. Die Presse hat ihr längst den Rang der Troubadoure, jener legendären mittelalterlichen Minnesänger, verliehen. "Sigrid Früh bewegt sich souverän auf dem schmalen Grat zwischen der schöpferischen Kraft des Erzählens und der bloßen Wiedergabe der Worte. Wenn sie zum Erzählen ansetzt, werden ihre Märchen zur Darstellung, werden selbst anfangs kritische und spöttische Zuhörer vom Strudel der Handlung mitgerissen." (Süderländer Volksfreund")

Sigrid Früh, die heute in Kernen im Remstal lebt und arbeitet, beschreibt ihre Faszination für Märchen so: "Die Märchen schöpfen aus den Quellen einer universellen Mythologie. Sie berichten in einer bildhaften Symbolsprache von übernatürlichen Dingen, von magischen Phänomenen und von Wünschen, die in Erfüllung gehen. Sie schildern aber auch alle Freuden und Leiden, alle Höhen und Tiefen menschlichen Daseins."

CS

Bewerten:

Noch keine Kommmentare zum Artikel.

Zum Kommentieren loggen Sie sich bitte in dem LogIn-Feld oben ein oder registrieren Sie sich. Die Kommentarfunktion ist nur für registrierte Premiumbenutzer (Verbandsmitglieder) freigeschaltet.