10. Februar 2026

Kandidaten bei der Kommunalwahl in Bayern

Die allgemeinen Gemeinde- und Landkreiswahlen (Kommunalwahlen) im Freistaat Bayern finden am 8. März statt, eventuell nötige Stichwahlen für Bürgermeister- und Landratswahlen zwei Wochen später, am 22. März. Wir stellen im Folgenden siebenbürgisch-sächsische Kandidaten und eine Banater Schwäbin (sie ist Mitglied unseres Verbandes) vor, die sich in das politische und gesellschaftliche Leben ihrer jeweiligen Gemeinde einbringen. Über die erfolgreichen Bewerber werden wir in der Folge 5 vom 24. März oder Folge 6 vom 21. April berichten.

Gemeinsinn und Empathie/Bürgermeister von Neubeuern strebt mit 34 Jahren zweite Amtsperiode an

Christoph Schneider ...
Christoph Schneider
Die Kommunalwahlen in Bayern rücken immer näher. In der Marktgemeinde Neubeuern im oberbayerischen Landkreis Rosenheim ist Christoph Schneider bereits seit Dezember 2019 Erster Bürgermeister und tritt nun zum zweiten Mal an.

In der 4300-Seelen-Gemeinde nahe dem Inntaldreieck waren 2019 aufgrund der Erkrankung des amtierenden Bürgermeisters vorgezogene Wahlen notwendig. Der damalige Verwaltungsleiter Schneider, der sich trotz Geburt in Augsburg, Aufwachsen in Hessen bzw. Studium in Frankfurt und beruflicher Orientierung hin nach Oberbayern wohl am ehesten als Siebenbürger bezeichnen würde, versuchte mit 28 Jahren sein Glück und gewann die Wahlen gegen zwei Mitbewerber. Stolze 63% im ersten Wahlgang fuhr er ein.

Seine Amtszeit war geprägt davon, Vertrauen in eine Gemeinde zu bringen, die politisch mehr als schwere Jahre hinter sich hatte und zwischen einigen Gruppen sehr gespalten war. Der parteifreie Bürgermeister, der in seinem Gemeinderat nicht mal eine eigene Fraktion hatte, vertraute auf das „freie Spiel der Mächte“ und versuchte mit allen Gruppierungen gleichermaßen vertrauensvoll umzugehen, um gemeinsam einen großen Investitionsstau in der Kommune abzuarbeiten. Die Aufwertung der Grund- und Mittelschule, die Generalsanierung der eigenen Kläranlage, der Kauf eines Gebäudes und dessen Umnutzung in ein modernes Rathaus sowie der Ausbau der Kinderbetreuung prägten Schneiders Amtszeit. Am 8. März kandidiert Christoph Schneider als einziger Bewerber erneut für das Amt und sieht dies als Lohn für harte und intensive Arbeit. CSU, Freie Wähler, die Grünen und die SPD sowie eine parteifreie Wählergruppe namens Beurer Bürgernähe haben formal eine Wahlempfehlung für Schneider abgegeben. Nach den großen Investitionen wird die nächste Amtszeit Schneider zufolge absehbar von Haushaltskonsolidierung geprägt sein, aber auch von einer Entwicklung und Gestaltung eines gut fünf Hektar großen Gewerbegebietes, das aktuell erschlossen wird. Neubeuern soll sich weiterhin durch Handwerksbetriebe auszeichnen, die für die Daseinsvorsorge wichtig sind, wenn es nach Schneider geht, aber auch moderne IT-Unternehmen beheimaten. Denn von diesen gibt es im Landkreis Rosenheim sehr viele und erfolgreiche; sie bieten innovative Arbeitsplätze, gute Verdienstmöglichkeiten und Steuereinnahmen.

Die Familie Schneider war in Siebenbürgen in kirchlichen Ämtern tätig. Schneiders Großvater Harald war unter anderem Pfarrer in Dunesdorf, Seiburg und Scharosch, Urgroßvater Heinrich in Braller, Malmkrog, Trappold und Reichesdorf. Sein Vater Harald war nach dem Vikariat in Kelling Pfarrer in Birda im Banat. Schneiders Mutter stammt aus Mediasch, wo sie als Schneiderin arbeitete. Der Bruder des Bürgermeisters Tilman ist in die Fußstapfen seiner Ahnen getreten und arbeitet als Pfarrer in Thüngen und Arnstein, einer Kirchengemeinde in der Nähe von Würzburg.

Christoph Schneider wünscht allen siebenbürgischen Kandidatinnen und Kandidaten bei den Kommunalwahlen viel Erfolg: „Der Gemeinsinn unserer Gruppe und die Empathie gegenüber unseren Mitmenschen, die wir im letzten Jahrhundert aufgrund unserer Geschichte wohl aufgebaut haben, macht Siebenbürger Sachsen in den aktuellen Zeiten durchaus zu guten Mandatsträgern.“

Zusammenhalt in der Gesellschaft stärken/Maili Wagner ist angesehene Kreis- und Gemeinderätin im Landkreis Aschaffenburg

Maili Wagner in Patriziertracht in Dinkelsbühl. ...
Maili Wagner in Patriziertracht in Dinkelsbühl. Foto: Jan Wagner
Für den Kreistag des Landkreises Aschaffenburg ist Maili Wagner die Spitzenkandidatin der Freien Wähler Kreisvereinigung Aschaffenburg-Land (Liste 2, Platz 1). Als Fraktionssprecherin der Freien Wähler leitet sie deren Wahlkampf für die Kommunalwahl am 8. März. Bei der Gemeinderatswahl in Laufach bewirbt sie sich seitens des Ortsvereins der Freien Wähler Laufach e.V., Liste 2, Platz 2.

Für ihre Ehrenämter in der Kommunalpolitik ist die 49-jährige Gymnasiallehrerin viel unterwegs, um stets in Kontakt zu den Menschen zu bleiben und sich ein klares Bild der Anforderungen vor Ort zu verschaffen. Maili Wagner ist seit 2020 Kreisrätin im Landkreis Aschaffenburg und Gemeinderätin in ihrer Heimatgemeinde Laufach. Ob es um die Ausstattung von Schulen mit digitaler Technik geht, den Ausbau von Mountainbike-Trails im Spessart, das Vorantreiben der Energiewende am Untermain oder den Erhalt des Klinikums Aschaffenburg-Alzenau in kommunaler Hand: Maili Wagner macht ihre Arbeit als Kreisrätin gerne und das merkt man ihr an.

Als Kommunalpolitikerin war sie im Oktober 2025 als Rednerin zum feierlichen 45-jährigen Jubiläum der Kreisgruppe Aschaffenburg des Verbands der Siebenbürger Sachsen eingeladen – ein Auftritt, der sie ganz besonders stolz gemacht hat, wie sie der Siebenbürgischen Zeitung verrät: „Unsere gemeinsame Identität schafft eine ganz besondere Verbindung, die ich sehr schätze. Gerade für diejenigen Siebenbürger Sachsen, die wie ich komplett in Deutschland aufgewachsen und hier zuhause sind, ist das ein wichtiges Rückgrat. Ich weiß, dass Heimat keine Selbstverständlichkeit ist.“ Ihre Motivation für die Kommunalpolitik hat also tiefe Wurzeln. Zur Jubiläumsfeier war sie in der Patriziertracht ihrer Familie aus Schäßburg erschienen, was ihr von den weiteren geladenen Ehrengästen große Bewunderung einbrachte. Ihr Großvater ist der gut bekannte Professor Egon Machat, im ehemaligen Haus ihrer Familie befindet sich heute das Hotel „Residence Fronius“ auf der Burg in Schäßburg.

Maili Wagner hat in ihrer Zeit als Gemeinde- und Kreisrätin unter anderem ihr Herzensprojekt umsetzen können, das „Digitale Sofa“ in Laufach: Dies ist eine Bürgersprechstunde rund um digitale Anwendungen im Alltag, die einmal pro Monat von Gemeindemitgliedern für Gemeindemitglieder ausgerichtet wird. „Nur mit ehrenamtlicher Arbeit können wir den Zusammenhalt in der Gesellschaft stärken“, sagt Wagner. Dafür möchte sie auch in der nächsten Legislaturperiode als Gemeinde- und Kreisrätin weitermachen und nach Möglichkeit landkreisweit sogenannte „AUA-Maßnahmen“, staatlich geförderte „Angebote zur Unterstützung im Alltag“ umsetzen. Wie Gemeinschaft gestärkt wird, hat sie als gebürtige Schäßburgerin in jedem Fall im Blut.

S. B.

Rolf Schnell CSU-Kandidat für den Augsburger Stadtrat

Rolf Schnell ...
Rolf Schnell
Rolf Schnell kandidiert für die CSU auf Liste 1, Platz 21, für den Augsburger Stadtrat. Der 43-jährige gebürtige Hermannstädter lebt seit 1988 in Augsburg. Nach seiner Ausbildung zum Fachinformatiker war er zehn Jahre lang Zeitsoldat bei der Luftwaffe, absolvierte danach ein Studium an der Hochschule für den Öffentlichen Dienst in Hof, das er als Diplom-Verwaltungswirt (FH) abschloss. Seitdem ist er Beamter im gehobenen Dienst beim Landratsamt Augsburg und arbeitet dort beim Veterinärwesen im Bereich Tierschutz.

Im Rahmen seines vielfältigen ehrenamtlichen Engagements ist er auch 1. Vorsitzender seines heimischen Sportvereins TSV Augsburg-Kriegshaber sowie 2. Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Kriegshaber, des Dachverbands der Vereine und Organisationen in seinem Stadtteil, und organisiert regelmäßig Veranstaltungen wie Sommerfeste, Maibaumfeiern und Adventsmärkte.

Als Mitglied im Gesamtvorstand der Kreisgruppe Augsburg des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in Deutschland kümmert sich Schnell mit voller Leidenschaft um die Gestaltung der vielen Werbeflyer und Plakate zu den zahlreichen Veranstaltungen wie das Kronenfest oder die Kathreinenbälle.

Der heimatverbundene Landsmann fliegt seit Jahren jeden Frühling mit seiner Familie nach Siebenbürgen zu einem einwöchigen Kultururlaub. In die CSU trat Schnell 2011 ein, seit 2012 ist er Vorsitzender des CSU-Ortsverbands Kriegshaber. Schon vor Jahren wurde er von befreundeten Landsleuten gefragt, ob er die „Stimme der Siebenbürger Sachsen“ im Augsburger Stadtrat werden wolle. Dieses entgegengebrachte Vertrauen habe ihn sehr gefreut, betont Schnell gegenüber dieser Zeitung. Der Verantwortung möchte er sich stellen. Ein besonderes Anliegen ist ihm die Stärkung des Ehrenamts, aber auch bezahlbares Wohnen. In Augsburg werde das Wohnen immer teurer, so dass man es sich kaum mehr leisten könne zu bauen oder zu kaufen. „Wir müssen dringend weitere Wohngebiete ausweisen, damit weiterer Wohnraum in Augsburg geschaffen werden und weiterer Preisanstieg eingedämmt werden kann“, unterstreicht Schnell.

Hella Gerber will die Zukunft Augsburgs mitgestalten

Dr. Hella Gerber ...
Dr. Hella Gerber
Die Ärztin und ehemalige Leiterin des Dialysezentrums an der Augsburger Uniklinik stammt aus Nitzkydorf im Banat und sitzt seit 2020 für die CSU im Augsburger Stadtrat. Als Rentnerin kann sie sich mittlerweile voll auf ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten konzentrieren. Die Schwerpunkte ihrer Arbeit sind die Bereiche Umwelt und Gesundheit, Jugendhilfe sowie Bildung und Migration, wozu auch die Anliegen der Landsmannschaften und Vertriebenen gehören. In der CSU engagiert sie sich u.a. in der Frauenunion und der Seniorenunion, sie ist auch stellvertretende Vorsitzende ihres Stadtteilverbands Kriegshaber.

In der Landsmannschaft der Banater Schwaben ist sie seit vielen Jahren als Vorsitzende der Heimatortsgemeinschaft Nitzkydorf aktiv. Die HOG pflegt enge Kontakte zur Heimatgemeinde und veranstaltet dort jedes Jahr eine Kulturveranstaltung mit Kirchweih und Literaturprogramm. Seit 2017 leitet Hella Gerber auch den Kreisverband Augsburg, der seither zur größten Gliederung der Banater Landsmannschaft angewachsen ist. Im Kreisverband finden übers Jahr zahlreiche Veranstaltungen statt, unter anderem eine Kirchweih und ein Kulturtag mit Vorträgen und einem Konzert. Hella Gerber ist seit Jahren auch im Vorstand des Hilfswerks der Banater Schwaben, des Vereins der Freunde der Lenauschule und des Kulturwerks der Banater Schwaben Bayern.

Eine Vernetzung mit anderen Landsmannschaften vor Ort, vor allem den Siebenbürger Sachsen, war Hella Gerber stets ein Anliegen. Sie brachte sich im Bund der Vertriebenen (BdV) ein und wurde 2020 Vorsitzende des BdV Augsburg-Stadt. Auf Bezirksebene ist sie stellvertretende BdV-Vorsitzende. Durch die Vernetzung mit ihrer Tätigkeit als Stadträtin gelang es ihr, die Anliegen der Landsmannschaften in der Stadtgesellschaft publik zu machen. 2026 findet durch diese Initiative schon zum zweiten Mal ein festlicher Empfang der Stadt für die Landsmannschaften in Augsburg statt. Zudem präsentieren sich die Banater Schwaben in Augsburg in der Öffentlichkeit durch Teilnahme am Plärrer-Umzug, am Europatag oder an Volksfesten wie der Lechhauser Kirchweih.

Gemäß ihres Mottos „Mit Begeisterung für die Menschen, mit den Menschen, für Augsburg!“ möchte Dr. Hella Gerber auch weiterhin als Stadträtin die Zukunft ihrer Stadt mitgestalten. Sie steht auf der Liste 1 (CSU) auf Platz 19. Ein wichtiges Anliegen ist ihr die Stärkung des Ehrenamts, der Vereine und Organisationen in den Bereichen Tradition und Brauchtum, Gesundheit und Pflege, Bildung und Familie. Sie bringt dabei ihre Erfahrungen aus dem Netzwerk eines Vier-Generationen-Haushalts und der Gemeinschaft der Landsleute und Freunde ein.

Banater Post

Schlagwörter: Kommunalwahlen, Bayern

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  • 10.02.2026, 10:08 Uhr von sibisax: Rolf Schnell ist ein waschechter Neppendorfer Landler,in Neppendorf geboren und bis zur Ausreise ... [weiter]

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