31. Mai 2003

Ökotourismus auf dem Vormarsch

Seit acht Jahren lebt Christoph Promberger, ein Forstingenieur aus München, in Zarnesti (Zernescht), wo er, 25 Kilometer von Kronstadt entfernt, am Königstein ein bedeutendes Schutzprojekt für Wolf, Bär und Luchs gegründet hat, das "Carpathian Large Carnivore Project". In Zusammenhang mit diesem Projekt wird eine deutsche Praktikantin für einen Kindergarten im Kreis Kronstadt gesucht.
Der Ökotourismus hat sich inzwischen in den Bergen um Kronstadt etabliert. Im Rahmen des Tourismusprogrammes arbeiten fünf Pensionen, eine Reiseagentur, ein Fahrradverleih, ein Reitzentrum, mehrere speziell für den Besuchertransport gebaute Pferdefuhrwerke, ein modernes Cafe und ein Laden, der lokale Handwerksartikel mit Großraubtiermotiven verkauft.

Durch das Programm haben rund 150 Menschen Arbeit gefunden. Zudem wurde ein örtlicher Naturschutzfonds eingerichtet, über den im ersten Jahr Projekte in den Bereichen Naturschutz und Infrastruktur in Höhe von knapp 1,4 Milliarden Lei (ca. 38 000 Euro) finanziert wurden. Zurzeit wird der Bau eines Großraubtier-Informationszentrums (Kosten ca. 1,4 Millionen Euro) vorbereitet, das nach Ansicht von Promberger jährlich 100 000 Besucher nach Zărneşti locken wird. Das im Herbst 2004 zu eröffnende Zentrum wird u.a. ein Gebäude mit interaktiver Ausstellung, ein Lernstudio für Schulen und Universitäten sowie einen Konferenzsaal umfassen. Nebenan werden in einer großzügigen Freigehegezone Wölfe, Bären, Luchse, Rothirsche und Wildschweine auf jeweils 2-3 Hektar großen Gehegen zu beobachten sein. Finanziert wird das Zentrum von mehreren internationalen Stiftungen, der bundesdeutschen Regierung und der "Compania de Bere Romania".

Nun setzt auch der Bürgermeister von Sinca Noua (im Dreieck zwischen Zărneşti, Zeiden und Schirkanyen gelegen) auf Ökotourismus. Bürgermeister Dumitru Flucus will auch einen deutschen Kindergarten einrichten und sucht dazu eine Kindergärtnerin aus Deutschland. Die Gemeinde bietet einer Praktikantin (z.B. Freiwilliges Soziales Jahr) kostenlos Unterkunft und Logis sowie einen Einblick in die Struktur eines traditionellen rumänischen Bergdorfes. Eine Ausbildung als Kindergärtnerin wird nicht vorausgesetzt. Die betreffende Person sollte sich gerne mit Kindern beschäftigen und ein wenig Rumänisch können. Auf Fragen, die nicht im aktuellen Jahresbericht (im Internet unter www.clcp.ro) behandelt werden, erteilt Christoph Promberger Auskunft unter E-Mail: christoph@clcp.ro, Telefon: 00 40- 744 - 53 27 98, Fax: 00 40 - 268 - 22 30 81.

(gedruckte Ausgabe: Siebenbürgische Zeitung, Folge 9 vom 31. Mai 2003, Seite 7)

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