15. Juni 2003

Pfingstfest begeistert mitgestaltet: "Schön ist die Jugend ... "

Diese Anfangszeile eines alten Volksliedes, das einst auch in Siebenbürgen gesungen wurde, stand für die Freude und die Begeisterung, mit der die Siebenbürgisch-Sächsische Jugend in Deutschland (SJD) beim Heimattag in Dinkelsbühl das Kronenfest im Rahmen der diesjährigen Brauchtumsveranstaltung gestaltete. Über den Heimattag aus Sicht der Jugend berichtet SJD-Pressereferentin Inge Erika Knoll.
Bereits am Freitagnachmittag banden die Jugendlichen die Krone. Frisch geschnittenes Eichenlaub und Feldblumen wurden eigens für diesen Zweck herbeigeschafft, damit die vielen fleißigen Hände sie zu einer stattlichen Krone binden konnten. Für dieses Vorhaben stellte Familie Wellmann aus Dinkelsbühl ihren Garten zur Verfügung. Dafür sei ihr herzlich gedankt. Dank gilt auch der örtlichen Feuerwehr Dinkelsbühl und den Helfern der Kreisgruppe Dinkelsbühl-Feuchtwangen, die am Freitagabend unter den Augen vieler Schaulustiger den Kronenbaum am Marktplatz vor dem katholischen Münster St. Georg aufstellten.

In Begleitung der Zeidner Blaskapelle unter der Leitung von Brunolf Kaufmann marschierten am Pfingstsonntag die Tanzgruppen der Siebenbürgisch-Sächsischen Jugend in Deutschland (SJD) vor der Krone auf. Der kurze Regenschauer konnte weder die gute Stimmung bei den Jugendlichen noch bei den begeisterten Zuschauern trüben. Gemeinsam wurde das Lied „Schön ist die Jugend“ angestimmt, bevor „Jungaltknecht“ Kurt Bening von der Jugendtanzgruppe Stuttgart die Ehre zuteil wurde, die Krone zu besteigen, was er auch glänzend meisterte. Rainer Lehni, Bundesjugendleiter der SJD, stellte den Brauch des Kronenfestes vor. Bei tosendem Beifall der Anwesenden und Blasmusiktusch setzte sich der „Jungaltknecht“ in die Krone, stärkte sich mit einem kräftigen Schluck aus der in der Krone befestigten Weinflasche, bevor er das in der Krone befindliche Naschwerk und die Bonbons den Kindern hinunterwarf. Mit „Jungaltmagd“ Maria Schenker, ebenfalls von der Jugendtanzgruppe Stuttgart, tanzte Bening den obligatorischen Ehrenwalzer. Anschließend folgte der allgemeine Tanz der Jugend unter der Krone. Das gemeinsam gesungene Lied „Af deser Ierd“ und der Abmarsch der Tanzgruppen bildeten den Schlusspunkt dieses wunderschönen Kronenfestes, an dem sich Tanzpaare aus den Tanzgruppen Augsburg, Biberach, Böblingen, Heidenheim, Heilbronn, Ludwigsburg, Schwäbisch Gmünd, Metzingen, Jugendtanzgruppe München, Nieder-Olm, Nürnberg, Setterich, Siegen, Jugendtanzgruppe Stuttgart, Tuttlingen und Wiehl-Bielstein beteiligten.

Am Pfingstsamstag nahmen wieder zahlreiche Jugendliche an der Eröffnungsveranstaltung in der Schranne teil. Moderiert wurde dieser erste politische Höhepunkt des Pfingstfestes von Astrid Sutoris, Jugendreferentin des Verbandes der Siebenbürgisch-Sächsischen Heimatortsgemeinschaften. Am Nachmittag fand erstmals im Schrannen-Festsaal eine Veranstaltung der Kinder und Jugendlichen unter dem Motto Unser Nachwuchs präsentiert sich statt, moderiert und maßgeblich mitorganisiert von Ingwelde Juchum-Rausch, Kulturreferentin der SJD.

Die Fürbitten des Pfingstgottesdienstes in der evangelischen St.-Paulskirche war auch wurden den SJD-Mitgliedern Astrid Sutoris, Ulrike Hopprich, Jürgen Binder und Peter Mrass vorgetragen. Anschließend beteiligten sich rund 50 Gruppen am festlichen Trachtenzug , der traditionell von der Bundesjugendleitung der SJD, gefolgt von der Dinkelsbühler Knabenkapelle eröffnet wurde. 15 Tanzgruppen bereicherten durch die vielen jugendlichen Trachtenträger den Umzug durch die Dinkelsbühler Altstadt. Besonders fielen die zahlreichen Kinder auf, die in ihren siebenbürgisch-sächsischen Trachten Zuversicht und Hoffnung ausstrahlten, die Kultur und die Traditionen der Siebenbürger Sachsen in die Zukunft zu tragen. Für den Trachtenzug verantwortlich waren Hannelore Scheiber, Thorsten Schuller Michael Konnerth und Rainer Lehni. Unter dem Titel „Zaubern und magische Spiele“ präsentierte Hans Benning-Polder am Sonntagnachmittag eine amüsante Zaubershow für Groß und Klein.

Einen Glanzpunkt des Heimattages stellten wieder die Einzeldarbietungen der Tanzgruppen und das anschließende Gemeinsame Tanzen vor der Schranne und auf dem Altrathausplatz unter der Leitung von Ingwelde Juchum-Rausch, Kulturreferentin der SJD, dar. Unter dem Motto „Jung und voller Schwung“ moderierten Elise Eisenburger und Frank Krestel vor der Schranne und Betina-Michaela Zerbes und Wolfgang Bretz auf dem Altrathausplatz die Darbietungen. Den begeisterten Zuschauern stellten die vielen Tanzgruppen ihr tänzerisches Können zur Schau. An den Tanzauftritten beteiligten sich die Tanzgruppen, die auch das anschließende Kronenfest miteinander gestalteten, sowie die Kindertanzgruppe Drabenderhöhe und die Tanzgruppe Alzen. Einen besonderen Augenschmaus präsentierte eine Fahnenschwingergruppe, bestehend aus Günther Hihn, Rainer Lehni, Toni-Ernst Pieldner und Helmut Wenzel, mit einer Abfolge von Figuren aus der „Deutschen Reihe“. Unter tosendem Beifall forderten die Zuschauer eine Zugabe ein, die sich nicht satt sehen konnten an den wunderschön synchron dargebotenen Figuren. Dies eine absolute Sensation des Heimattages, die zwar zum ersten, aber hoffentlich nicht zum letzten Mal in Dinkelsbühl dargeboten. Der gemeinsame Aufmarsch wurde von der Zeidner Blaskapelle unter der Leitung von Brunolf Kaufmann begleitet. Beim anschließenden Gemeinsamen Tanzen wurden die Volkstänze Graziana (Schwäbische Türkei), Schwäbischer Solotanz (Buchenland), Orientexpress (Neuschöpfung der Jugendbewegung) und Stockholms Schottis (Schweden) aufgeführt. Das beeindruckende Bild einer Vielzahl von Jugendlichen, die sich mit Leib und Seele den alten Volkstänzen widmen, und die Vielfalt der siebenbürgisch-sächsischen Festtrachten bildeten sowohl in den Augen vieler Zuschauer als auch der Tänzerinnen und Tänzern den Höhepunkt des kulturellen Programms in Dinkelsbühl. Der diesjährige Siebenbürgisch-Sächsische Jugendpreis 2003 wurde im Rahmen der Preisverleihungen in der St. Paulskirche dem in Siebenbürgen tätigen Kreis „Schola Septemcastrensis“ überreicht.

Dem Fackelzug zur Gedenkstätte der Siebenbürger Sachsen (für die Aufstellung vor der Schranne waren Rainer Lehni und Thorsten Schuller verantwortlich) schloss sich die Feierstunde am Mahnmal der Siebenbürger Sachsen im „Lindendom“ an. Von Seiten der SJD hielten zwei Trachtenpaare (Astrid Sutoris, Inge Erika Knoll, Peter Mrass und Stephan Roth) die Mahnwache an der Gedänkstätte. Den Ordnungsdienst für Trachtenzug, Kundgebung und Fackelzug stellten die Mitglieder der Kreisgruppe Dinkelsbühl-Feuchtwangen in Zusammenarbeit mit den Mitgliedern der Bundesjugendleitung der SJD. Die Betreuung des Informationsstandes am Weinmarkt vor der Schranne lag, wie in den Vorjahren, in der Verantwortung der SJD Rheinland-Pfalz/Saarland und der Tanzgruppe Nieder-Olm unter der Leitung von Melitta Bottesch und Heide Probsdorfer. Die Verantwortung für den Jugendzeltplatz am Bahndamm oblag dem Organisationsteam, bestehend aus Adelheid Schuller, Ute Schuller, Hans-Martin Sonntag, Christian Amser und Christian Dragosin. Unterstützt wurden die Hauptverantwortlichen von ungefähr 70 Helfern aus den Gruppen Augsburg, Geretsried, Heidenheim, Heilbronn, Landshut, München, Stuttgart und Wiehl-Bielstein. Die freiwilligen Helferinnen und Helfer sicherten zusammen mit einigen Security-Mitarbeitern wieder drei Tage lang einen reibungslosen Ablauf und eine ruhige Atmosphäre auf dem Zeltplatz. Die etwa 500 Übernachtungsgäste wussten dies ebenso zu schätzten wie die Besucher, die sich zeitweilig auf dem Zeltplatz aufhielten.

Zahlreiche Fans fanden sich zum beliebten Fußballturnier auf der Sportanlage des TSV Dinkelsbühl ein, das wider von den SJD-Sportreferenten Helmut Guist und Siegfried Schwarz durchgeführt wurde. Tatkräftige Unterstützung leisteten die Helfer des Siebenbürgen FC 2001, Heilbronner Sox und die Jugendtanzgruppe Stuttgart. Das Tennisturnier fand unter der Leitung von Leonte-Ionel Pop wieder regen Zuspruch. Am Freitagabend sorgte bei der Willkommens-Party im Festzelt auf dem „Schießwasen“ die Band „Amazonas-Express“ für Bombenstimmung. Die Tanzveranstaltungen am Samstag gestaltete im Schrannen-Festsaal die "Siebenbürger Blasmusik Stuttgart" und im Festzelt wieder die Band "Amazonas Express". Am Sonntag sorgten die "Rhythmikband" im Schrannen-Festsaal und die Band "New Sound" im Festzelt für ausgelassene Stimmung. Die Ordnung unter den Festzeltbesuchern sorgte das bewährte Team unter der Leitung von Gerhard Roth und Tiberius Donea. Die Podiumsdiskussion im kleinen Schrannensaal in Dinkelsbühl war am Pfingstmontag dem Motto „Grenzen überwinden – Brücken bauen" gewidmet. Die SJD war am Podium durch Astrid Kelp, SJD-Referentin für Zusammenarbeit mit Jugendverbänden, vertreten.

Für den guten Ablauf und ihre Mitarbeit dankt seitens der Bundesjugendleitung Rainer Lehni allen Helferinnen und Helfern sowie den aktiven Jugendlichen, die wieder einen hervorragenden Heimattag mitgestaltet haben. Ausführliche Berichte über einzelne Veranstaltungen folgen.

Inge Erika Knoll

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