3. Juli 2003

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Drabenderhöhe: Brücke in die alte Heimat

„Wir möchten den Horizont unserer Schüler erweitern“, erklärte Waltraud Fleischer, Konrektorin an der Gemeinschaftsgrundschule in Drabenderhöhe. Als am 28. April die Schüler des Honterus-Lyzeums Kronstadt in Drabenderhöhe ankamen, wurden sie sowohl von den Kindern und Lehrern der Gemeinschaftsgrundschule Drabenderhöhe als auch vom Bürgermeister der Stadt Wiehl gebührend empfangen.
„Dieser erste Schüleraustausch ist ein Brückenschlag aus Drabenderhöhe in die alte Heimat Siebenbürgen“, der „zum Europa der jungen Generation“ beitrage, sagte Bürgermeister Werner Becker-Blonigen beim Empfang im Wiehler Ratssaal.

Die Initiative einer Schulpartnerschaft zwischen rumänischen und deutschen Kindern entstand vor etwa zwei Jahren. Bei einem Informationsbesuch in Drabenderhöhe im Oberbergischen Kreis hatte eine rumänische Lehrerin einen ersten Briefkontakt vorgeschlagen. Nach einer zweijährigen Brieffreundschaft zwischen den Schülern der jetzigen vierten Klassen statteten die rumänischen Kinder ihren Freunden Ende April dann einen persönlichen Besuch ab. 26 Stunden waren sie gemeinsam mit zwei Lehrerinnen, drei Müttern und den beiden Busfahrern unterwegs gewesen. „Für viele war es die erste Auslandsreise“, berichtete Lehrerin Edinda Endres.

Die Schüler und ihre Begleitpersonen erwartete in Oberberg ein buntes Besucherprogramm. Dazu gehörte neben einigen Stadtbesuchen und Wanderungen auch ein Ausflug ins Kölner Schokoladenmuseum. Sportlich betätigen konnten sich die Schüler ebenfalls an den Nachmittagen. Vormittags nahmen die Gäste an dem Unterricht der vierten Klassen teil. Die Verständigung war kein Problem, da alle rumänischen Kinder die deutsche Sprache beherrschen. Höhepunkt des zehntägigen Aufenthalts war der von den Kindern beider Länder veranstaltete „kulturelle Nachmittag“. Hier sangen, tanzten und musizierten die Drabenderhöher in verschiedenen Gruppen und die Kronstädter brachten eine „Reise nach Europa“ auf die Bühne.

Konrektorin Waltraud Fleischer, die selbst einen beachtlichen Teil des Austausches organisiert hatte, war am Ende mehr als zufrieden: „Unsere Schüler sollen auch den östlichen Teil Europas kennen lernen. Das ist uns zum Teil schon gelungen.“ Darüber hinaus bauten die Kinder eine Freundschaftsbrücke zwischen beiden Ländern. Das gemeinsame Miteinander der Kinder in dieser Zeit machte deutlich: Feste Freundschaften wurden geschlossen (die ersten Briefe aus Rumänien sind bereits angekommen), die ein Beitrag für das unkomplizierte Zusammenwachsen in Europa sind.

Ingrid Melzer


(gedruckte Ausgabe: Siebenbürgische Zeitung, Folge 10 vom 25. Juni 2003, Seite 9)

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