20. November 2003

Siebenbürger bei Slowenischen Folkloretagen

Als einzige Singgruppe aus Baden-Württemberg beteiligte sich der Siebenbürgische Trachtenchor der Kreisgruppe Crailheim-Schwäbisch Hall vom 23. bis 26. Oktober an den zweiten Slowenischen Folkoretagen in Veldes (Bled). Mit großem Erfolg.
Für den Vorstand der Kreisgruppe war es allerdings keine leichte Entscheidung gewesen, der Einladung der slowenischen Organisatoren zu folgen. Denn ein Teil der 30 aktiven Mitglieder, die ursprünglich mitmachen wollten, sagten bei den Herbstproben aus verschiedenen Gründen wieder ab. Die Teilnahme stand regelrecht auf der Kippe. Deshalb war es dringend nötig, neben den willigen Sängern und Sängerinnen des Trachtenchores auch Aushilfskräfte aus dem Bekanntenkreis zu finden, was auch gelang. Ihnen wurden die Partituren zugeschickt, am Vorabend der Abfahrt und unterwegs wurden die gemeinsamen Proben abgehalten. So startete man bei morgendlichem Sonnenschein aus Crailsheim, in Nürnberg und Greding stiegen die letzten Mitreisenden hinzu. Vor dem Karawankentunnel schneite es wie im ärgsten Winter mit großen Flocken, und der Schnee blieb auch liegen. Statt in schöner Herbstlandschaft dem Ziel entgegenzufahren, begleitete uns eine wunderschöne Winterlandschaft bis Veldes (Bled). Der Kurort in Slowenien liegt am Fuße der Kalkalpen, über dem linken Ufer des Bleder Sees steigen die Karawanken und am rechten Ufer die Kämme der Julischen Alpen mit dem 2 863 m hohen Gipfel empor.

Siebenbürgischer Trachtenchor aus Crailsheim bei den Slowenischen Folkloretagen.
Siebenbürgischer Trachtenchor aus Crailsheim bei den Slowenischen Folkloretagen.

Im Hotel wurden wir von unserer Reiseleiterin begrüßt, die uns während des ganzen Aufenthalts begleiten sollte. Der Freitag begann mit einem abgeänderten Programm. Da bei Kälte das Lippizaner Gestüt nur teilweise besichtigt werden kann, entschlossen wir uns, eine der größten Höhlen der Welt, die Adelsberger Grotte (Postojska) und die Hauptstadt Leibach (Ljubljana) zu besichtigen. Wir bewunderten das Naturereignis und dann Leibach. Die gut erhaltene Altstadt, die an die k.u.k.-Monarchie erinnert, und die Plattenbauten aus jüngster Vergangenheit ergeben eine sehenswerte Mischung. Am Nachmittag wurden wir und die anderen beteiligten Gruppen in der großen Festhalle vom Bürgermeister begrüßt und vorgestellt. Als Gruppenleiter stellte ich unsere Formation selbst vor und fand auch entsprechende Worte in slowenisch an die Organisatoren. Aus Baden-Württemberg waren wir die einzige Singgruppe.

Der Samstag begann ebenfalls vor der Kulisse einer wunderschönen Winterlandschaft. Wir unternahmen eine Bootsfahrt zur größten Attraktion des Bleder Sees, der beliebtesten Wallfahrtskirche Sloweniens aus dem 17. Jahrhundert, und besichtigten den Triglauer Nationalpark (Triglav). Da es nicht mehr schneite, konnte am Nachmittag der geplante Trachtenumzug durch die Stadt beginnen, begleitet von einer sehr stark besetzten Oberkrainer Blasmusik. Das Programm auf der Promenade beschränkte sich auf kurze Ansprachen und ein Konzert. Die Abschlussveranstaltung wurde wegen der anrückenden Abendkälte in die Festhalle verlegt, wo jede Kulturformation ihr Bestes vortragen konnte. Nach der Überreichung der Teilnahmeurkunden an alle Gruppen wurden wir mit einem festlichen Abendessen verwöhnt. Das Original Oberkrainer Trio spielte zu Tanz und Unterhaltung auf. Der Abschied fiel uns schwer. Trotz aller Anfangsschwierigkeiten war die siebenbürgische Teilnahme von Erfolg gekrönt.

Für die Teilnahme sei unseren „Ersatzsängern und -sängerinnen“ aus Heidenheim, Böblingen, Reutlingen, Nürnberg und Crailsheim (nicht Chormitglieder) sowie den uns ständig begleitenden Trachtenträgern und nicht zuletzt den Mitgliedern unseres Trachtenchores herzlich gedankt. Unserem Dirigenten Mathias Pelger (Lehrer i.R.) danke ich persönlich für die Geduld, die er zusammen mit dem Organisator aufgebracht hat, um das Vorhaben, an einem internationalen Wettbewerb teilzunehmen, erfolgreich in die Tat umzusetzen. Unser bald 20-jähriger Trachtenchor hat diesen Auftritt wahrlich verdient. Abschließend gilt es den Dank der 45 Teilnehmer an den Vorstand der Kreisgruppe und der Landesgruppe auszurichten, die die Gastreise nach Slowenien finanziell unterstützt haben.

Michael Trein


(gedruckte Ausgabe: Siebenbürgische Zeitung, Folge 19 vom 30. November 2003)

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