11. November 2001

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Neppendorf Kapellmeister Michael Gärtz zum Gedenken

Am 28. November jährt sich zum 30. Mal der Todestag des Kapellmeisters Michael Gärtz, ein Anlass, seine kulturellen Verdienste für die Neppendorfer Dorfgemeinschaft wie für die Blasmusik in Siebenbürgen in Erinnerung zu rufen.
Michael Gärtz wurde am 21. Oktober 1893 in Neppendorf geboren. Die musikalische Begabung zeigte sich schon im Kindesalter. Den ersten Musikunterricht erhielt er von älteren Musikern der Gemeinde und trat mit neun Jahren als Trommler der Neppendorfer Blaskapelle bei. Seinem Charakter entsprechend, bemühte er sich autodidaktisch um die Erweiterung seiner Musikkenntnisse, so dass er schon bald danach als Flügelhornist in der Kapelle mitwirken konnte.
Michael Gärz
Michael Gärz (1893-1971)

Musikalische Begabung und Fleiß ermöglichten ihm auch die Aufnahme in die Militärkapelle des Hermannstädter 90. Infanterieregiments, womit seine Karriere als Berufsmusiker begann. Im Alter von 33 Jahren wurde er zum Stellvertretenden Leiter der Militärkapelle und zum Dirigenten der Neppendorfer Blasmusikkapelle ernannt. Kurze Zeit darauf wirkte er auch als Musiklehrer am Hermannstädter Brukenthal-Gymnasium und leitete die Seniorenblasia in Hermannstadt.
Der Arbeitseifer von Michael Gärtz wurde zunächst durch den 2. Weltkrieg unterbrochen, da viele Musiker zum Kriegsdienst eingezogen wurden. Aber schon 1946 gelang es ihm die Neppendorfer Blasmusikkapelle neu ins Leben zu rufen. Nach fünf Jahren intensiver Arbeit wurde die Kapelle und ihr Dirigent 1951 mit dem l. Preis für Blaskapellen auf Landesebene belohnt. Vier Jahre später kam ein 2. Platz hinzu. In vielen weiteren Landeswettbewerben belegte unsere Kapelle Spitzenplätze, und der Austausch mit anderen Kapellen wurde intensiv gepflegt. In Neppendorf erstarkten dank Michael Gärtz musikalische Traditionen – Konzerte, Maiumzug, Gedenkfeiern, Kirchenfeste – und auch dafür wurde er immer wieder mit Auszeichnungen geehrt.
Nachdem Michael Gärtz die Neppendorfer Blaskapelle 45 Jahre lang geleitet hatte, verstarb er 1971 im Alter von 78 Jahren. Aber so wie die Neppendorfer Blasmusikkapelle in Deutschland weiterlebt, tut das auch die von ihm begründete musikalische Familientradition, die von seinen Kindern und Enkelkindern bis in die Gegenwart fortgesetzt wird.

Erwin Köber

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