14. Juli 2018

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Vierter Arbeitseinsatz auf dem Großauer Friedhof

„Seht an das Werk eurer Väter, fast droht ihm der Verfall;/ es ruft nach euren Händen, nach Glauben und Fleiß von euch all./ Und siehe, die Leute, sie kamen, vom Rufe getroffen herbei …“. So ein Auszug aus Michael Liebharts Gedicht zur Renovierung und Einweihung der Großauer Kirchenburg im Jahre 1981. Doch nicht nur das Gotteshaus, sondern auch sein Gottesacker benötigt Pflege. Am vierten Arbeitseinsatz auf dem Großauer Friedhof vom 27. April bis 1. Mai wirkten 29 Helfer tatkräftig mit.
Ein besonderer Dank gilt dem 87-jährigen Andreas Schartner, der gerne die Rolle des „Chauffeurs“ übernahm und die Angemeldeten vom Hermannstädter Flughafen abholte. Für das leibliche Wohl und die Bewirtung sorgte die Burghüterin Maria Marasescu.

Marianne und Hans Liebhart, Elise und Georg Zeck, Irmgard und Michael Weber, Andreas Beer und Christian Ramsauer reisten schon vor dem offiziellen Arbeitsbeginn an. So wurden die Mäharbeiten in der Kirchenburganlage und die Dokumentationsarbeiten am Friedhof begonnen, kleinere Reparaturen durchgeführt, die Mäharbeiten an den Hauptwegen gestartet. Kirchenmaler Josef Stieger befand sich gerade auf dem Friedhof, um die Inschriften an einem Grabstein fachmännisch und gewissenhaft zu restaurieren. Es handelte sich um die Ruhestätte der im letzten Jahr beigesetzten Elise Dengel. Ihr sehnlichster Wunsch war es, in der Großauer Heimaterde bestattet zu werden.

Am 27. April folgten Susanna und Dieter Pesamosca mit Tochter Tanja, Crina und Karl Grennerth, Charlotte und Johann Schunn, Dagmar Baatz, Hermann Gadelmeier, Samuel Zerwes und Samuel Klamer. Ebenfalls einen herzlichen Dank an Thomas Köstlin. Er stammt aus Deutschland und hat zwar keinen Bezug zu Großau, half aber gerne mit. Im Namen der HOG Großau wurde ein Vertreter der Stiftung Kirchenburgen eingeladen. Ziel des Treffens war es, ihm einen Überblick der notwendigen Instandhaltungsmaßnahmen an der Kirchenburg aufzuzeigen. Die Verfallsschäden an der Kirche müssen dokumentiert und mit eventuell vorhandenen Bauzeichnungen, Statikberechnungen etc. abgeglichen werden. Wenn alle benötigten Informationen vorliegen, kann ein Sanierungskonzept mit Kostenvoranschlag erstellt werden.

Leider hatten wir dieses Jahr etwas Pech mit den Arbeitsgeräten. Zwei Rasenmäher gingen anfangs schon kaputt und waren nicht mehr 100-prozentig einsatzbereit. Zwei Rasentrimmer quittierten über die Tage gänzlich ihren Dienst. Am Samstag waren alle, die sich zum Einsatz ankündigten, vollzählig. Es kamen Hedda Bäumler mit ihrer Tochter Sarah und ihrer Nichte Bianca Pesamosca, Renate Kirsten, Susanna und Georg Dengel. Laura Lucian, Lehrerin an der Großauer Schule, stand plötzlich auf dem Friedhof und bot wie selbstverständlich ihre Hilfe an. Schon in Deutschland wurde ein Termin mit einem Hermannstädter Steinmetz vereinbart. Er hatte bereits letztes Jahr Aufträge zur Restaurierung von Gräbern erhalten. Nach positiver Begutachtung seiner Arbeit wurden ihm Folgeaufträge erteilt.

Mit viel Fleiß und eiserner Motivation wurden die kompletten Mäharbeiten auf dem Friedhof schon nach zweieinhalb Tagen abgeschlossen. Die Gräber waren geputzt und der Unrat beseitigt. Dem eigenen Familiengrab oder den Gräbern von Verwandten widmete man sich nun intensiver. Einige entfernten mit einer Drahtbürste das an den Grabumrandungen hinaufwachsende Moos, andere erinnerten sich an die Verstorbenen oder versahen die Grabstätten mit frischen Blumen. Zwei umgefallene Grabsteine wurden mit vereinten Kräften aufgestellt, die Wasserpumpe wurde mit einem neuen Dichtungssatz versehen und die Aussegnungshalle gereinigt. Einige Tage zuvor hatte man festgestellt, dass das Glockenläuten bei voller Stunde ausblieb. Hermann Gadelmeier und Dieter Pesamosca (beide gelernte Elektriker) nahmen sich der Sache an. Es stellte sich heraus, dass das Signal für die Glockensteuerung infolge eines Aderbruchs des Stromkabels ausblieb. Dank der Reserveleitungen konnte der Defekt behoben werden. So hallen die Glocken nun wieder im Dorf und auf den Fluren.

Großau wurde als eine von mehreren siebenbürgischen und europäischen Gemeinden für das Reformationsprojekt „12 Apfelbäumchen für ein klares Wort“ auserwählt (siehe SbZ Online vom 10. Mai 2018 https://www.siebenbuerger.de/zeitung/artikel/kultur/18817-zwei-weitere-apfelbaeumchen-in.html). Die Evangelische Kirche A.B. aus Rumänien unter Bischof Reinhart Guib lud zu dieser Feierlichkeit am 29. April nach Großau ein. Etwa 250 Besucher verfolgten die Predigt von Frank Otfried July, Bischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Danach pflanzten Dekan Dietrich Galter, Kurator Mathias Krauss und andere Kuratoren aus den Nachbargemeinden in feierlicher Zeremonie ein Apfelbäumchen im Kirchgarten.

„Der Mai ist gekommen“, ertönte es von Michael Webers Akkordeon. An dem gesetzten Ausflugstag ging es nach Neppendorf. Hier konnte die Tradition und das bekannte Blasmusikspiel wahrgenommen werden. Man zog von Hof zu Hof und wünschte einen schönen ersten Mai. Als Dankeschön bot der Hofherr den Anwesenden Gebäck und Getränke an. Als nächster Punkt stand das Freilichtmuseum im Jungen Wald in Hermannstadt auf dem Programm.

„Adje, bäs aft Johr“, verabschiedete man sich vor der Abreise in die neue Wahlheimat. Es war wieder eine herzliche und verbundene Gemeinschaft in Großau. Die gesteckten Ziele wurden erreicht und weitaus übertroffen. Das Wichtigste jedoch war, dass es unfallfrei vonstattenging und sich niemand verletzte. Ein herzliches Dankeschön im Namen des Arbeitskreises Friedhof an alle Helfer für die Mühe und den Einsatz.

Christian Ramsauer

Schlagwörter: Großau, Friedhofspflege, Arbeitseinsatz

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