29. August 2018

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Heimattreffen in Reichesdorf

Planmäßig erreicht unser Lufthansa-Flug Hermannstadt, europäische Kulturhauptstadt 2007. Wir fahren mit unserem Gastgeber, der uns vom Flughafen abholte in Richtung Reichesdorf. Die neuen Autobahnen, die uns um Hermannstadt herumführen, enden bald auf den Straßen die meinen Erinnerungen entsprachen.
Als hätte man eine Zeitmaschine um 40 Jahre zurückgedreht. Pferdefuhrwerke beherrschen ab jetzt das Straßenbild. Das Land um die vielen Straßendörfer herum, die unseren Weg säumen, sieht wenig bearbeitet aus. Die Konturen der kleinteiligen Felder stehen in sattem Grün. Inmitten der lieblichen Natur, blökender Schafherden und Bauern, die noch mit der Sense das Gras mähen und mit Heugabel und Rechen das Heu wenden, fahren wir durch der unzähligen Seitentäler. Straßenränder, gesäumt mit der gelben kanadischen Goldrute, begleiten unseren Weg bis zu unserem Ziel: Reichesdorf.

Den ersten Tag gehen wir mit der Kamera bewaffnet durch unser einst so idyllisches Dorf. Hier bemüht man sich mit Fleiß und auch Können dem Verfall einiger Häuser entgegenzuwirken. Die neuen Besitzer versuchen, sie in den alten typischen Zustand der siebenbürgisch-sächsischer Häuser zu bringen und zu erhalten. Dazu wünschen wir einen langen Atem und viel Glück.

Vom dritten bis fünften August feiern wir unser jedes zweite Jahr stattfindende Heimattreffen in Reichesdorf. Unsere Susi Riemesch hat dazu eingeladen. Am Freitag findet ein lockeres Treffen der angereisten Reichesdorfer sowie einiger einheimischen Rumänen und „Neu-Reichesdorfer“ (Menschen aus aller Welt, die in Reichesdorf eine neue Heimat gefunden haben) statt. Gespräche von und über Reichesdorf wurden besonders von den „Neu-Reichesdorfern“ mit besonderem Interesse verfolgt. Reichesdorfer nach dem Gottesdienst in ihrer ...Reichesdorfer nach dem Gottesdienst in ihrer Heimatkirche. Foto: Heinrich Maiterth Samstag findet auf dem Friedhof eine kurze Andacht mit Pfarrer Ulf Ziegler statt. Zum Gedenken unserer Verstorbenen beten wir zusammen das Vaterunser und bringen ein paar Blumen auf das Grab unserer Vorfahren. Danach geht es mit den Pferdefuhrwerken in unser Nachbardorf Birthälm. Einige kommen mit einem Sonnenbrand zurück. Bis dahin wird der Holzkohlegrill angeschmissen. Die leckeren Schweinenacken-Steaks, Würstchen und Mici werden von den hungrigen Ausflüglern dankbar angenommen. Abends kann man noch an einer Weiverkostung teilnehmen.

Sonntag läuten die Glocken vom Kirchturm und laden zum Gottesdienst ein. Viele Kirchgänger aus den Nachbargemeinden kommen hinzu. Für alle gibt es ein gemeinsames Mittagessen mit guten Gesprächen, und Erinnerungen aus längst vergangener Zeit.

Liebe Susi, du hast alles wunderbar gemeistert und organisiert, nur schade, dass diesmal so wenige Reichesdorfer angereist sind. Aber auch in einem kleinen Kreis Gleichgesinnter fühlt man sich gut. Es geht nun mal nicht um Quantität, sondern um Qualität des Treffens. Drei Reichesdorfer sagen Danke der alten Rebe. ...Drei Reichesdorfer sagen Danke der alten Rebe. Foto: Heinrich Maiterth Motto unserer Reise war diesmal nicht nur das Treffen, sondern auch mit Gleichgesinnten durch die Wälder und über die Berge wandern, Fotomotive suchen, Wildnis und Originalität der Natur erleben, Orte der Kindheit wiederfinden sowie die Flurbezeichnungen des Reichesdorfer Hatterts, durch GPS und Fotos neu zu definieren und aufzuzeichnen.

Um einen guten Blick auf das Ziel der Wanderung zu haben, darf man den Kampf mit der Natur nicht scheuen, denn meterhohe Gräser und Sträucher behindern oft das Weitergehen. Trotz alldem, die Wanderungen, der Ausblick von den Höhen entschädigen die Mühen des Aufstieges. Die Rast im kühlen Wald, die Gespräche mit meinen Begleitern werden in meinen Erinnerungen ihren gebührenden Platz finden. Ich danke meinen Weggefährten, die mich bei den Wanderungen begleitet haben.

Es wäre schön, beim nächsten Mal mehr Reichesdorfer, die gerne wandern, für diese Abenteuer-Wanderungen zu begeistern.

Heinrich Maiterth

Schlagwörter: Reichesdorf, Heimattreffen, Wanderung, Weinbau

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