15. September 2026

Ein Wochenende für die Ewigkeit

Unter dem berührenden Motto „Heimat erleben. Gemeinschaft feiern“ verwandelte sich das idyllische Harbachtaldorf Holzmengen Mitte August in einen Ort voller Emotionen, Freudentränen und gelebter Tradition. Nach 36 Jahren kehrte das traditionelle Holzmenger Treffen der Heimatortsgemeinschaft Holzmengen e.V. erstmals wieder an seinen Ursprung zurück und wurde in der alten Heimat gefeiert. Es wurde ein außergewöhnliches und unvergessliches Festwochenende, das tiefe Spuren in den Herzen aller Teilnehmer hinterlassen hat.
Das Wochenende, das im Rahmen der großen „Festtage in Siebenbürgen“ stattfand, begann am Samstagmorgen mit einem ergreifenden Gottesdienst. Die evangelische Kirche in der liebevoll gepflegten Kirchenburg war so gut besucht, dass zusätzliche Stühle aufgestellt werden mussten, um allen Besucherinnen und Besuchern Platz zu bieten. Pfarrer Klaus Martin Untch predigte mit sichtlicher Freude, während der feierliche Gesang des Holzmenger Chors und die festlichen Klänge des Posaunenchors die historischen Mauern erfüllten.

Dieser Gottesdienst bildete einen würdigen Auftakt und eröffnete das Festwochenende in feierlicher Atmosphäre. Im Anschluss zog die Festgemeinde gemeinsam zum Friedhof. Bei einer stillen und zutiefst bewegenden Andacht hielten die Gläubigen inne, um im Gebet der Verstorbenen und all jener Generationen zu gedenken, die die Geschichte Holzmengens geprägt haben. Es war ein Moment intensiver Verbundenheit – eine spürbare Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Auf dem Festgelände erwartete die Besucher ein abwechslungsreiches und farbenfrohes Kulturprogramm. Zur offiziellen Eröffnung richteten Pfarrer Klaus Martin Untch, der Pfarrer der orthodoxen Kirche, Achim Bacila, der Bürgermeister der Gemeinde Leschkirch, Adrian Musoaie, und der Vorsitzende der HOG Holzmengen, Thomas Schneider, herzliche Grußworte an die Festgemeinde. Sie unterstrichen dabei die Bedeutung des harmonischen, respektvollen Miteinanders der verschiedenen Gemein- schaften.

Ein besonderer Höhepunkt des Tages war der prächtige Trachtenaufmarsch, der ein beeindruckendes und farbenfrohes Bild gelebter Tradition und Heimatverbundenheit bot. Es präsentierten sich siebenbürgisch-sächsische und rumänische Bräuche in ihrer ganzen Vielfalt und Pracht: Neben den dynamischen Tänzen der siebenbürgisch-sächsischen Volkstanzgruppe des Deutschen Jugendforums Hermannstadt begeisterte auch die rumänische Folkloregruppe „Șezătoarea Comunei Nocrich“ das Publikum. Das Jugendorchester der Musikschule Elijah sowie der Sänger Andrei zogen die Zuhörer ebenfalls in ihren Bann. Am Nachmittag sorgte der Original Karpaten-Express mit traditioneller Blasmusik für beste Stimmung und einen schwungvollen Übergang in den Abend. Im atmosphärischen Tanzsaal wurde anschließend weitergefeiert. Beim großen Ball mit der Band „Flamingo Sound“ wurde bis tief in die Nacht gelacht, getanzt und die wiedergewonnene Gemeinschaft ausgelassen gefeiert.

Der Sonntag setzte die emotionalen Höhepunkte des Vortages eindrucksvoll fort. Nach fast vier Jahrzehnten fand erstmals wieder ein Holzmenger Treffen direkt in der alten Heimat statt. Der Festsaal war bis auf den letzten Platz gefüllt.

Beim gemeinsamen Mittagessen wurden Erinnerungen ausgetauscht, Geschichten erzählt und viele persönliche Begegnungen gefeiert. Für zahlreiche Teilnehmer war es ein besonderes Wiedersehen mit Menschen und dem Ort, mit dem sie sich bis heute verbunden fühlen.

Am Nachmittag stand die ordentliche Mitgliederversammlung der HOG Holzmengen e.V. auf dem Programm. Neben den Berichten über die erfolgreichen Projekte der vergangenen Jahre zur Bewahrung und Erhaltung des kulturellen Erbes stand insbesondere die Neuwahl des Vorstands im Mittelpunkt. In harmonischer Atmosphäre wurden bewährte Vorstandsmitglieder in ihren Ämtern bestätigt und mit großem Applaus für ihre langjährige, unermüdliche Arbeit gewürdigt. Gleichzeitig freut sich die Gemeinschaft über neue engagierte Mitglieder, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und die Arbeit der HOG auch in Zukunft mitzugestalten.

Neben den zukunftsweisenden Neuwahlen galt es jedoch auch, jenen Dank auszusprechen, die die Gemeinschaft über viele Jahre hinweg mit Herzblut, Zeit und großem persönlichem Engagement getragen haben. Thomas Freitag, Michael Schuster und Regina Setz wurden für ihren jahrelangen Einsatz zum Wohle der Gemeinschaft mit der Silbernen Ehrennadel des HOG-Verbandes ausgezeichnet. Der herzliche Applaus der Anwesenden machte deutlich, wie sehr ihr Wirken geschätzt wird.

Nach dem offiziellen Teil ging der Tag in ein gemütliches Beisammensein über. Bei Kaffee, Hanklich und angeregten Gesprächen genossen die Teilnehmer die gemeinsame Zeit in der geschichtsträchtigen Kulisse der Kirchenburg. Zum Abschluss wurde am Abend mit der „Dynamik“-Band noch einmal ausgelassen gefeiert. So fand dieses außergewöhnliche Festwochenende in der alten Heimat einen stimmungsvollen und würdigen Abschluss.

Holzmengen hat an diesem Wochenende eindrucksvoll bewiesen, dass weder die Distanz von Tausenden Kilometern noch der Lauf von 36 Jahren der Liebe zur Heimat und dem Zusammenhalt einer Gemeinschaft etwas anhaben können.

F. S.

Schlagwörter: Holzmengen, Heimattreffen

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