4. Juli 2026

50 Jahre „Dorfgemeinschaft der Brenndörfer“: Festumzug in Dinkelsbühl und Heimattreffen in Brenndorf

Der Heimattag in Dinkelsbühl ist für viele Siebenbürger Sachsen der Höhepunkt des Jahres. So auch für uns in diesem bemerkenswerten Jubiläumsjahr. Das Pfingstfest 2026 wird für meine Familie und mich für immer einen ganz besonderen Platz in unseren Herzen einnehmen. Es war ein Fest der Begegnung, der Freude und des tiefen Stolzes auf unsere Wurzeln.
Die „Dorfgemeinschaft der Brenndörfer“ war in ...
Die „Dorfgemeinschaft der Brenndörfer“ war in ihrem Jubiläumsjahr mit einer starken Trachtengruppe in Dinkelsbühl vertreten. Foto: Adolf Konnerth

Drei Generationen, eine Leidenschaft: unvergesslicher Heimattag im Jubiläumsjahr

Die „Dorfgemeinschaft der Brenndörfer“ (HOG Brenndorf) wurde zu Pfingsten 1976 in Dinkelsbühl gegründet und feiert heuer ihr 50-jähriges Bestehen. Ein halbes Jahrhundert, in dem die Brenndorfer zusammenhalten, ihre Kultur pflegen und die Gemeinschaft lebendig halten. Umso wichtiger war es uns, unsere Heimatgemeinde beim großen Festumzug in Dinkelsbühl würdig zu vertreten.

Dieses gelang, indem sich 32 Brenndorfer Trachtenträger in die Reihen des Umzuges gesellten. Herzlichen Dank an alle für die Bereitschaft, die Mühe, die teilweise lange Anreise und das Durchhalten in der Hitze an diesem Heimattag!

Das Aufstellen am Pfingstsonntag auf der Alten Promenade war von großer Vorfreude geprägt. Ein ganz besonderer Höhepunkt für uns war die Position im Umzug: Direkt vor uns marschierte die Projektkapelle Martin Thies. Mit ihren schwungvollen, feierlichen Klängen gaben die Musiker den Takt vor. Zu diesem wunderbaren Rhythmus fiel uns das gleichmäßige Gehen in den Dinkelsbühler Gassen federleicht, und die Feststimmung sprang sofort auf uns und die Zuschauer über.

Das Motto des Heimattages „Generationen verbinden – Perspektiven schaffen“ hätten wir als Familie kaum schöner mit Leben füllen können. Gemeinsam mit meiner Tochter Anita und meinem Enkel Fabian durfte ich in der wunderschönen Burzenländer Tracht auflaufen. Anita in der beigen Mädchentracht, ich in der schwarzen Frauentracht. Der unbestrittene Star unseres Trios war der kleine Fabian mit seinen gerade einmal 15 Monaten. Er trug ein zuckersüßes sächsisches Trachtenhemd samt passender Krawatte und Gürtel. Dieses Hemd ist ein ganz besonderer Schatz: In den Wochen vor dem Heimattag wurde in mühevoller und liebevoller Kleinstarbeit extra für Fabian ein Unikat angefertigt. Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle an Katharina Schorsten vom Handarbeitskreis München.

Fabian war als jüngster Brenndorfer beim ...
Fabian war als jüngster Brenndorfer beim Festumzug dabei. Foto: Dietlinde Rhein
Da Fabian für den langen Marsch natürlich noch zu jung war, reiste unser Jüngster standesgemäß: Fabian saß in einem wunderschönen hölzernen Bollerwagen, der mit einem sächsischen Kissen und traditionellen Accessoires liebevoll geschmückt war. Gezogen wurde der Wagen von meinem Cousin und guten Freund Heinz Klusch.

Die sommerliche Hitze an diesem Tag und Fabians eigentliche Schlafenszeit forderten jedoch irgendwann ihren Tribut. Mitten im Trubel schlief der kleine Mann einfach gemütlich ein. Auf dem Kopf trug er einen kleinen Strohhut, der ihm während seines Nickerchens angenehmen Schatten spendete. Eingekuschelt zwischen den Kissen, sah er aus wie ein müder kleiner Bauersjunge, der auf dem Heimweg von der Heuernte mal kurz ein Schläfchen hält – ein herrlicher Anblick, der nicht nur uns, sondern auch den Zuschauern am Straßenrand ein herzliches Lächeln ins Gesicht zauberte.

Als wir an den jubelnden Menschen vorbeizogen, überkam mich ein tiefer Moment der Freude: Zu sehen, mit welcher Würde Anita und der schlummernde Fabian unsere Tracht tragen, zeigt mir, dass unsere Identität weiterlebt. Drei Generationen an der Hand, getragen vom Takt der Blaskapelle, unterstützt von Familie, Freunden und den weiteren 29 Brenndorfern und getragen von der Liebe unserer Gemeinschaft – ein schöneres Geschenk hätte es zum 50. Jubiläum unserer Dorfgemeinschaft kaum geben können.

Dieser Heimattag hat gezeigt: Die Brenndorfer sind auch nach 50 Jahren eine feste Einheit. Solange unsere Kinder und Enkelkinder mit so viel Stolz die Tracht ihrer Vorfahren anlegen – und wenn nötig, den Umzug einfach behütet im Bollerwagen verschlafen –, müssen wir uns um die Zukunft unserer Gemeinschaft keine Sorgen machen.

Brenndorf lebt – in unseren Erinnerungen, in unserer Gemeinschaft und in den Herzen der nächsten Generationen!

Dietlinde Rhein

Einladung zum Heimattreffen in Brenndorf

Das zweite Begegnungsfest der Brenndorfer aus aller Welt findet am 8. und 9. August 2026 in Brenndorf statt. Zehn Jahre nach unserem ersten Heimattreffen laden die „Dorfgemeinschaft der Brenndörfer“ (HOG Brenndorf), die evangelische Kirchengemeinde Brenndorf und das Ortsforum Brenndorf alle Brenndorfer und deren Freunde herzlich ein, unsere Heimat, Feunde und Bekannte wiederzusehen.

Das Treffen beginnt am Samstag, dem 8. August, um 11.00 Uhr mit einem Festgottesdienst mit Abendmahl, den Pfarrer Dr. Peter Klein halten wird. Wir freuen uns, dass die evangelische Kirche Brenndorf nach mehreren Renovierungsetappen von 2013 bis 2019 wieder in neuem Glanz erscheint (diese Zeitung berichtete) und wir den Gottesdienst hier feiern können.

Ab 13.00 Uhr werden die Gäste im Gemeindesaal mit einem Mittagessen, Kaffee und Baumstriezel sowie einem Abendessen verwöhnt. Für das kulinarische Angebot hat Manfred Copony, Vorsitzender des Ortsforums, einen Koch aus Zeiden bestellt. Die Burzenländer Blaskapelle und Tanzgruppe werden uns mit ihren Darbietungen erfreuen. Nach Kaffee und Baumstriezel erfolgt um 15.45 Uhr der gemeinsame Gang zum Friedhof, wo wir um 16.00 Uhr am neuen Denkmal unserer Verstorbenen gedenken werden. Die Gedenkfeier wird von Pfarrer Dr. Peter Klein gestaltet. Das Denkmal für die Brenndorfer Opfer der beiden Weltkriege und der Russlanddeportation wurde von dem bedeutenden Brenndorfer Künstler Reinhardt Schuster gestaltet und vor zehn Jahren eingeweiht (siehe Bericht in der SbZ Online). Nach der Gedenkfeier auf dem Friedhof finden wir uns wieder im Saal ein. Die Tanzunterhaltung erfolgt abends mit Musik „aus der Dose“.

Am Sonntag, dem 9. August, um 10.00 Uhr lädt Manfred Copony zu einem Brunch in den Pfarrhof in Brenndorf (Kirchgasse Nr. 135) ein. Um 11.00 Uhr sind wir eingeladen, am Gottesdienst in Petersberg teilzunehmen. Anschließend wird das gemütliche Beisammensein in Brenndorf fortgesetzt. Ab 15.00 Uhr können wir nach Honigberg fahren, um die sehenswerten Ritterfestspiele, das „Teutonic-Fest“, zu besuchen.

Als Rahmenprogramm zum Heimattreffen gibt es am Mittwoch ein Gulasch-Essen in Ciaracio, Kreis Harghita, sowie ein Pizza-Essen am Donnerstag und einen Grillabend am Freitag im Pfarrhof in Brenndorf (Kosten: je 14 Euro).

Um am Heimattreffen und Rahmenprogramm teilnehmen zu können, wird jeder Gast gebeten, sich bis zum 15. Juli per E-Mail: treffen [ät] brenndorf.de anzumelden oder bei Dietlinde Rhein, Telefon: (08444) 917663, Mobiltelefon: (0151) 40332563, Manfred Copony, Mobiltelefon: (0040-721) 982431. Ebenfalls bis zum 15. Juli bitten wir, den Eintrittspreis für das Heimattreffen auf das Konto der Dorfgemeinschaft zu überweisen. Im Eintrittspreis von 30 Euro pro Person sind das Mittagessen, Kaffee und Baumstriezel sowie das Abendessen enthalten. Kinder bis 15 Jahre zahlen die Hälfte des Eintrittspreises. Die Bezahlung der Essen an den anderen Tagen erfolgt vor Ort, aber bitte vorher unter der E-Mail-Adresse treffen [ät] brenndorf.de anmelden. Weitere Einzelheiten auf dem Faltblatt auf www.brenndorf.de.

Dank einer Förderung durch das Demokratische Forum der Deutschen im Kreis Kronstadt hat das Fest in Brenndorf einen übergemeindlichen Charakter, zu dem auch Burzenländer Freunde herzlich eingeladen sind.

Siegbert Bruss

Schlagwörter: Brenndorf, Heimattag 2026, Heimattreffen

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