11. Oktober 2022

Helga Seeger, Vorsitzende der Landesgruppe Hamburg/Schleswig-Holstein, zum Siebzigsten

Der siebte runde Geburtstag des Lebens ist ein bedeutsamer Tag. Über so viele Jahre und Jahrzehnte glückliche und einschneidende Dinge erlebt zu haben, lässt Helga Seeger dankbar auf die vergangene Zeit zurückblicken.
Helga und Jürgen Seeger beim Verbandstag 2019 im ...
Helga und Jürgen Seeger beim Verbandstag 2019 im Heiligenhof in Bad Kissingen. Foto: Siegbert Bruss
Als Helga Seeger den Vorsitz der Landesgruppe Hamburg/Schleswig-Holstein im Jahr 2008 erst kommissarisch, dann 2010 hauptamtlich übernahm, brachte sie sich mit uneigennützigem Engagement voll und ganz ein und widmete ihre berufliche Erfahrung und Kompetenz ihrer ehrenamtlichen Arbeit. Ihre bejahende Einstellung zu einem sinnvoll gestalteten neuen Lebensabschnitt machte ihr die Übernahme des Vorsitzes der Landesgruppe leicht.

Helga Seeger, geb. Lerner, ist in Bukarest am 11. Oktober 1952 geboren, wo sie die Deutsche Schule besuchte und anschließend Germanistik an der Universität Bukarest studierte. 1974 reiste sie von dort nach Hamburg zu ihrem frischvermählten Hamburger Ehemann Jürgen aus. In Hamburg bot sich die Gelegenheit, das Lehramt aufzugeben und in die freie Wirtschaft zu wechseln, was vorerst eine Weiterbildung in Sachen Außenhandel erforderte. Perfektes Englisch war Voraussetzung, und das brachte sie mit, musste dann im Büroalltag sogar fast ausschließlich englisch sprechen und schreiben.

Das Thema Berufstätigkeit sollte sich im Alter von 70 Jahren erledigt haben, doch bei solch kontrastreichem Umsatteln im Berufsleben sollte ein kurzer Rückblick erlaubt sein: Als handlungsbevollmächtigte Abteilungsleiterin in einem namhaften Hamburger Industrieunternehmen prägte nun ein vollkommen anderer Ablauf ihren beruflichen Alltag: Exportgeschäft, Auslandszahlungsverkehr, Zollwesen, Fernost-Verschiffungen und internationales Marketing, also alles anders als im Lehramt. Doch dieser neue Beruf prägte auch ihr Leben neu, die glückliche Ehe und die Motivation durch ihren Ehemann machte alles leichter. Auch gilt hier: Nur wer nach innen geschlossen ist, ist nach außen stark.

Die Verbindung zu Siebenbürgen, wo nahe Verwandte des Vaters in Agnetheln und Hermannstadt und der Mutter in Mühlbach und Umgebung lebten, riss nie ab. Sie verbrachte dort manche Sommerferien und besuchte dann auch mit ihrem Mann und Eltern, die 1977 auch nach Hamburg ausreisten, immer wieder die dort lebende Verwandtschaft. An dieser Stelle ist der Ehemann Jürgen, gebürtiger Hamburger, als „Siebenbürger, der keiner ist“ zu loben. In Siebenbürgen fühlte er sich auch immer wohl. Er trägt bei besonderen Anlässen unsere Tracht, unterstützt seine Ehefrau unermüdlich hinter den Kulissen, ist seit 1975 Mitglied unseres Verbandes und Träger des Silbernen Ehrenwappens – genau wie seine Ehefrau.

Bei der Flucht aus dem Alltag schaffte ihr das Fernreisen Abhilfe und öffnete ihr immer neue Perspektiven und Horizonte. Eindrücke von den weltweiten Reisen mit ihrem Ehemann holten sie beide oft zurück zu dem, was wirklich wichtig ist im Leben. Die vielen Erfolge im Berufsleben stellten kein Pendant zu den Reizen und Eindrücken aus fernen Ländern dar.

Die zahlreichen Aktivitäten und Veranstaltungen im Rahmen der Landesgruppe mit Fokus auf Pflege der siebenbürgisch-sächsischen Kultur während dieser vielen Jahre waren eine Bereicherung für die Mitglieder. Auch im BdV Hamburg wirkte Helga Seeger unermüdlich mit, wofür sie 2020 die Goldene Ehrennadel des Bundes des Vertriebenen mit Urkunde und Unterschrift des BdV-Präsidenten Dr. Bernd Fabritius erhielt.

Die Helga Seeger entgegengebrachte Wertschätzung von Seiten der Mitglieder ihrer Landesgruppe bedeutet für sie sowohl Ehre als auch Verpflichtung für ihren Einsatz. Sie fordert bei jedem Anlass zur Mitgliederwerbung auf und überlegt, mit welchen Aktivitäten man die Landesgruppe und den unverzichtbaren Zusammenhalt in der Gemeinschaft dauerhaft stärken kann.

Neben einem Rückblick auf die vergangene Zeit darf natürlich auch ein Ausblick auf die kommenden Jahre nicht fehlen: Die Jubilarin wünscht sich innig eine „überlebensnotwendige Frischblutzufuhr“ unter den wenigen Landsleuten im Norden – im Vergleich zu südlichen Ballungsgebieten –, also neue Mitglieder rekrutieren zu können.

Wir gratulieren ganz herzlich und wünschen Helga, dass ihr noch recht viele Jahre der Gesundheit, Wohlergehen und Zufriedenheit beschieden seien.

Otto Rodamer

Schlagwörter: Verbandsleben, Hamburg, Bukarest, Porträt, Geburtstag

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