27. März 2026

Die Urzelnzunft Sachsenheim e.V. als Träger des immateriellen Kulturerbes der schwäbisch-alemannischen Fasnet (UNESCO)

Die Urzelnzunft Sachsenheim e.V. ist ein bedeutender Träger der schwäbisch-alemannischen Fasnet und damit Teil eines traditionsreichen Brauchtums, das seit Dezember 2014 im bundesweiten UNESCO-Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes geführt wird. Diese Anerkennung würdigt die kulturelle Bedeutung der Fasnet als lebendige Tradition, die über Generationen hinweg weitergegeben wird und eine wichtige Rolle für die regionale Identität spielt. Für die Urzelnzunft Sachsenheim e.V. bedeutet diese Auszeichnung vor allem Verantwortung: das überlieferte Brauchtum authentisch zu bewahren, seine Regeln zu respektieren und Masken, Häser sowie traditionelle Abläufe unverfälscht an die kommenden Generationen weiterzugeben.

Die schwäbisch-alemannische Fasnet als immaterielles Kulturerbe

Die Aufnahme der schwäbisch-alemannischen Fasnet in das nationale Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes erfolgte im Jahr 2014 auf Initiative der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN) und des rheinischen Karnevals. Damit wurde eine kulturelle Tradition gewürdigt, die weit mehr ist als ein närrisches Fest. Die Fasnet vereint Brauchtum, Handwerk, Musik, Rituale und gemeinschaftliche Aktivitäten. Masken – sogenannte Larven –, traditionelle Häser, festgelegte Figuren und jahrhundertealte Bräuche bilden gemeinsam ein kulturelles System, das in vielen Orten Südwestdeutschlands lebendig geblieben ist. Im Zentrum dieser Tradition steht nicht Unterhaltung allein, sondern die Bewahrung historisch gewachsener Formen. Die Fasnet ist damit ein Beispiel dafür, wie kulturelles Wissen und gesellschaftliche Werte über Generationen hinweg weitergegeben werden.

Verantwortung der Narrenzünfte für den Erhalt des Brauchtums

Mit der Anerkennung als immaterielles Kulturerbe geht eine besondere Verantwortung einher. Die Narrenzünfte gelten als Hüter dieses Brauchtums und haben die Aufgabe, seine ursprüngliche Form zu bewahren. Besonders wichtig ist dabei die authentische Gestaltung von Masken und Häsern. Diese sind keine beliebigen Kostüme, sondern folgen überlieferten Formen und Symboliken. Veränderungen oder Verfälschungen sollen vermieden werden, um den historischen Charakter der Fasnet zu erhalten.

Zu den zentralen Aufgaben der Zünfte gehören daher: die originalgetreue Gestaltung von Larven und Häsern ohne Veränderungen in Fratzen o.ä., die Einhaltung traditioneller Figuren und Rollen, die Weitergabe handwerklicher Techniken bei der Herstellung von Masken und Gewändern sowie die Pflege der überlieferten Rituale und Brauchhandlungen.

Durch diese Regeln wird sichergestellt, dass die Fasnet nicht zu einer modernen Kostümveranstaltung wird, sondern ihren kulturellen, traditionellen und ursprünglichen Kern bewahrt.

Der festgelegte Zeitraum der Fasnet

Ein grundlegendes Merkmal der schwäbisch-alemannischen Fasnet ist ihre feste zeitliche Einordnung im Kirchenjahr. Traditionell beginnt die Fasnet am Dreikönigstag (6. Januar) und endet mit dem Aschermittwoch, der den Beginn der Fastenzeit markiert. Nur innerhalb dieses Zeitraums dürfen die Figuren in ihrem Häs öffentlich auftreten. Außerhalb dieser Zeit ist das Tragen des Häs grundsätzlich nicht gestattet. Diese Regel gehört zu den wichtigsten Grundsätzen der traditionellen Fasnet und dient dem Schutz des Brauchtums. Durch diese zeitliche Begrenzung behalten Masken und Figuren ihren besonderen Charakter und werden nicht zu beliebig eingesetzten Kostümen.

Verwendung des IKE-Siegels

Mit der Anerkennung der Fasnet als immaterielles Kulturerbe wurde auch ein offizielles IKE-Siegel (Immaterielles Kulturerbe) eingeführt, das auf die Zugehörigkeit zu diesem kulturellen Erbe hinweist. Die Verwendung dieses Logos ist klar geregelt. Das Tragen oder Verwenden des IKE-Siegels ist ausschließlich mit Genehmigung der VSAN erlaubt. Als Antragstellerin des Kulturerbes koordiniert die Vereinigung die Nutzung des Logos und stellt sicher, dass es nur von Zünften verwendet wird, die die Grundsätze der traditionellen Fasnet einhalten.

Grundsätzlich dürfen Mitgliedszünfte der VSAN das IKE-Siegel im Rahmen der festgelegten Richtlinien verwenden. Darüber hinaus gibt es auch einige ausgewählte Narrenzünfte außerhalb der VSAN, denen die Nutzung des Siegels ausdrücklich gestattet wurde, sofern sie die traditionellen Regeln der schwäbisch-alemannischen Fasnet erfüllen. Das IKE-Siegel steht somit nicht für eine beliebige Fasnachtsveranstaltung, sondern für die authentische Pflege eines anerkannten Kulturerbes.

Die Urzelnzunft Sachsenheim e.V.

Die Urzelnzunft Sachsenheim ist Teil dieser lebendigen Tradition. Ihre zentrale Brauchtumsfigur ist der Urzel, eine maskierte Gestalt mit charakteristischem Häs und großen Glocken am Rücken. Das Urzel-Häs besteht aus grobem Leinenstoff, der mit zahlreichen dunklen Stoffstreifen versehen ist. Dazu wird eine bemalte Drahtgaze-Maske getragen, die den Träger vollständig unkenntlich macht. Das Läuten der Glocken und das Auftreten der Urzeln gehören zu den prägenden Elementen der Sachsenheimer Fasnet.

Der Höhepunkt des närrischen Treibens ist der Urzelntag, an dem die Urzeln durch die Straßen ziehen und das Brauchtum öffentlich zeigen. Dabei werden traditionelle Rituale gepflegt, die seit Jahrzehnten fester Bestandteil der Sachsenheimer Fasnet sind.

Bedeutung für Gemeinschaft und kulturelle Identität

Die Fasnet erfüllt eine wichtige gesellschaftliche Funktion. Sie stärkt das Gemeinschaftsgefühl, verbindet Generationen und trägt zur regionalen Identität bei. Gerade deshalb ist die Weitergabe des Brauchtums von großer Bedeutung. Innerhalb der Zünfte werden Regeln, Geschichten und handwerkliche Kenntnisse an jüngere Mitglieder vermittelt. Dadurch bleibt die Tradition lebendig und zugleich authentisch.

Fazit

Die Urzelnzunft Sachsenheim e.V. ist ein wichtiger Vertreter der schwäbisch-alemannischen Fasnet und trägt maßgeblich zur Bewahrung dieses traditionsreichen Brauchtums bei. Seit der Aufnahme der Fasnet in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes im Jahr 2014 wird ihre kulturelle Bedeutung besonders hervorgehoben.

Die Anerkennung bringt jedoch auch Verantwortung mit sich: Masken, Häser und Figuren müssen in ihrer traditionellen Form erhalten bleiben, das Auftreten im Häs ist auf den Zeitraum zwischen Dreikönigstag und Aschermittwoch beschränkt, und das IKE-Siegel darf nur mit Genehmigung der VSAN verwendet werden.

Durch diese bewusste Pflege bleibt die Fasnet eine lebendige Kulturtradition. Die Urzelnzunft Sachsenheim e.V. trägt damit dazu bei, ein wertvolles Stück historischer und überregionaler Geschichte und kultureller Identität auch für kommende Generationen zu bewahren.
Närrischer Staatsempfang in Stuttgart mit ...
Närrischer Staatsempfang in Stuttgart mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann und VSAN-Präsident Roland Haag. Quelle: Urzelnzunft Sachsenheim e.V.

Urzelntag in Sachsenheim: Fünf Tage voller Brauchtum, Kinderlachen und gelebter Gemeinschaft

Wenn in Sachsenheim die Schellen erklingen und ein lautes „Hirräi!“ durch die Straßen hallt, dann ist wieder Urzelnzeit. Auch 2026 zeigte sich einmal mehr, wie lebendig und wichtig dieses alte Brauchtum ist. Vom Besuch im Staatsministerium, in Kindergärten und Schulen über den großen Kinderfasching bis hin zum Urzelntag und dem stimmungsvollen Fasnachtsball erlebten Urzeln, Helfer und Besucher mehrere Tage voller Begegnungen, Emotionen und unvergesslicher Momente.

Der Urzelntag ist in Sachsenheim längst mehr als nur ein Termin im Fasnetskalender. Wochenlange Vorbereitung, Planung und Organisation gehen diesem besonderen Wochenende voraus. Viele fleißige Hände sorgen im Hintergrund dafür, dass alles reibungslos funktioniert – vom Aufbau der Halle über die Organisation der Veranstaltungen bis hin zur Koordination der zahlreichen Helfer. Und doch beginnt die heiße Phase der Fasnet jedes Jahr mit ganz besonderen Begegnungen.

Mittwoch, 11. Februar – Urzeln beim Närrischen Staatsempfang

Am 11. Februar fand im Neuen Schloss in Stuttgart der traditionelle Närrische Staatsempfang der Landesregierung Baden-Württemberg statt. Ministerpräsident Winfried Kretschmann begrüßte mehrere Vertreter der schwäbisch-alemannischen Fastnacht. Der Empfang gilt als symbolischer Auftakt für die heiße Phase der Fasnet im Land.

Auch die Urzelnzunft Sachsenheim war als Mitglied der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN), seit 2014 als immaterielles Kulturerbe im bundesweiten Verzeichnis der Deutschen UNESCO-Kommission anerkannt, vertreten. Für die Zunft nahmen Zunftmeister Thomas Lutsch, Brauchtumsbeauftragter Wilfried Goos sowie Kerstin Haible, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit, an der Veranstaltung teil.

Der Staatsempfang bietet Gelegenheit zum Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Gesellschaft und würdigt zugleich das Engagement der vielen Ehrenamtlichen, die sich für die Pflege der Fastnacht einsetzen. Gleichzeitig macht er deutlich, welch wichtigen Platz dieses lebendige Brauchtum im kulturellen Leben Baden-Württembergs einnimmt.

Mit diesem landesweiten Auftakt beginnt auch in Sachsenheim die intensivste Zeit der Fasnet. Nur einen Tag später tragen die Urzeln ihr Brauchtum direkt zu den jüngsten Sachsenheimern.

Donnerstag, 12. Februar – Die Urzeln zu Besuch in Kindergärten und Schulen

Der Schmotzige Donnerstag beginnt für viele Urzeln früh am Morgen. Während Sachsenheim langsam erwacht, sind die ersten Urzelgruppen bereits unterwegs, um den jüngsten Sachsenheimern ein Stück ihres besonderen Brauchtums näherzubringen. In mehreren Gruppen besuchen die Urzeln Kindergärten und Schulen in Kleinsachsenheim, Großsachsenheim und Hohenhaslach.

Wenn plötzlich das erste Schellenläuten im Flur erklingt, wird es in vielen Gruppenräumen zunächst ganz still. Vorsichtig öffnen sich Türen – und dann stehen sie da: die Urzeln mit Larve, Schellen und Peitsche. Für einen kurzen Moment sieht man erstaunte Gesichter, manchmal auch ein kleines erschrockenes Zusammenzucken. Doch schnell weicht die Überraschung der Neugier und Freude – und schon bald wird gelacht. Geduldig erklären die Urzeln ihr Brauchtum. Sie erzählen die Geschichte der Urzeln, zeigen Schellen und Peitschen und beantworten die vielen Fragen der Kinder. Natürlich dürfen die Larven auch aus nächster Nähe betrachtet und manchmal sogar vorsichtig ausprobiert werden.

Viele Gruppen haben sich auf den Besuch vorbereitet. Es wird gesungen, laut „Hirräi!“ gerufen und oft überreichen die Kinder selbst gemalte Bilder oder kleine Bastelarbeiten. Für die Urzeln sind diese Begegnungen jedes Jahr aufs Neue besonders. Denn genau hier beginnt das, was dieses Brauchtum lebendig hält – die Begeisterung der nächsten Generation.

Donnerstagnachmittag – Aufbau der Halle

Doch viel Zeit zum Ausruhen bleibt nicht. Kaum sind die letzten Kindergartenbesuche beendet, geht es für viele Urzeln direkt weiter zur Sporthalle in Großsachsenheim. Mit vereinten Kräften verwandeln etwa 50 bis 70 Helferinnen und Helfer innerhalb weniger Stunden eine gewöhnliche Sporthalle in eine große Festhalle. Schutzboden wird ausgelegt, rund 150 Tische und viele hundert Stühle werden gestellt, Fasnetsbändel aufgehängt und Technik aufgebaut. Kisten werden geschleppt, Kabel verlegt und Getränke eingeräumt. Man merkt schnell: Hier arbeitet ein eingespieltes Team zusammen. Jeder weiß, wo er anpacken muss – und trotz der vielen Arbeit bleibt die Stimmung stets bestens.

Doch während am Donnerstagabend die letzten Arbeiten erledigt sind und die Halle bereit für das Urzelwochenende ist, kehrt für ein paar Stunden wieder Ruhe ein. Nicht lange – denn schon am nächsten Tag zieht neues Leben ein. Wo am Abend zuvor noch Tische gerückt und Kabel verlegt wurden, tummelt sich bald das kleine und große Faschingsvolk. Beim traditionellen Kinderfasching der Urzelnzunft Sachsenheim verwandelt sich die Sporthalle in eine bunte Fasnetswelt für die jüngsten Narren.

Freitag, 13. Februar – Kinderfasching in der Sporthalle

Am Freitagnachmittag gehört die große Sporthalle ganz den Kindern. Bereits lange vor Beginn füllt sich der Eingangsbereich mit kleinen Prinzessinnen, Superhelden, Tieren und Fantasiefiguren. Der Kinderfasching der Urzelnzunft war auch in diesem Jahr ein voller Erfolg: Alle Eintrittskarten waren bereits am ersten Vorverkaufstag innerhalb von nur knapp eineinhalb Stunden vergriffen.

Unter Anleitung des Urzelnrats wird der Kinderfasching inzwischen fast vollständig von der Urzel-Jugend organisiert. Unterstützt werden sie dabei von zahlreichen Helfern der Kreisgruppe sowie der Jugendtanzgruppe Sachsenheim. Am Nachmittag herrscht schließlich reges Treiben in der Halle: Knapp tausend kleine und große Besucher feiern gemeinsam Kinderfasching. Musik erklingt, Kinder tanzen, lachen und springen ausgelassen durch die Sporthalle. Kinderschminken, Spiele und Bewegungsstationen sorgen dafür, dass keine Langeweile aufkommt. Ein besonderer Höhepunkt ist die Maskenparade, bei der die Kinder stolz ihre Kostüme präsentieren dürfen. Drei Stunden lang verwandelt sich die Sporthalle in ein buntes Meer aus Musik, Lachen und fröhlichen Kinderstimmen.
Brauchtumsvorführung der Urzeln im Schlosshof mit ...
Brauchtumsvorführung der Urzeln im Schlosshof mit fünf Reifenschwingerinnen

Samstag, 14. Februar – Endlich wieder Urzelntag

Dann ist er endlich da: der Tag, auf den so viele das ganze Jahr warten. Schon früh am Morgen füllt sich die Halle mit Urzeln von nah und fern. Überall sieht man vertraute Gesichter und herzliche Umarmungen, hört fröhliche Begrüßungen und unzählige laute „Hirräi!“. Die Schellen werden angelegt, Larven gerichtet und Peitschen überprüft. Mit jedem Knall wächst die Vorfreude auf den bevorstehenden Tag.

Der Vormittag gehört traditionell den Ortsteilen Sachsenheims. Die Urzeln ziehen durch Kleinsachsenheim, Häfnerhaslach, Spielberg, Ochsenbach und Hohenhaslach, wo sie von zahlreichen Zuschauern begrüßt werden. Als sich der große Urzeltross schließlich in Großsachsenheim sammelt, sind es mehrere hundert Urzeln, die gemeinsam durch die Stadt ziehen. Entlang der Straßen verfolgen zahlreiche Zuschauer das farbenfrohe Spektakel und begrüßen die Urzeln mit Begeisterung und vielen „Hirräi“-Rufen.

Punkt 12.00 Uhr setzt sich der große Urzelnumzug mit der Stadtkapelle Sachsenheim in Bewegung und führt zum Schlosshof, wo die Brauchtumsfiguren ihre traditionellen Tänze zeigen. Von dort führt der Weg weiter zur Stadtkirche, wo die Urzeln vom Stadtpfarrer begrüßt werden und gemeinsam ein Lied anstimmen. Als die Urzeln anschließend gemeinsam mit der Stadtkapelle in die Sporthalle einziehen, wird es noch einmal laut: Der Klang hunderter Schellen erfüllt die Halle, Peitschen knallen und alle stimmen gemeinsam ein Lied an – „Siebenbürgen, süße Heimat“.

Nach dem wohlverdienten Mittagessen wird am Nachmittag gemeinsam gefeiert, erzählt und gelacht, bevor es viele Urzeln wieder hinaus auf die Straßen und in die Quartiere Sachsenheims zieht. Mit Schelle und Peitsche treiben sie – ganz im Sinne der alten Tradition – die Sorgen und den Ärger des Alltags aus.

Samstagabend – Sachsenheim tanzt

Doch ein Urzelntag wäre rein gar nichts ohne den großen Fasnachtsball. Ab 20.30 Uhr heißt es in der Sporthalle wieder: „Sachsenheim tanzt!“ Erstmals sorgt in diesem Jahr die lokale Live-Band „rabbit-food“ für den Sound des Abends – und bringt die Halle ab dem ersten Ton sofort zum Beben. Die Stimmung ist ausgelassen, die Halle gefüllt, und besonders viele Sachsenheimer feiern dieses Jahr gemeinsam mit hunderten Urzeln. Song reiht sich an Song, die Stimmung steigt immer weiter. Urzeln, Freunde und Gäste tanzen, singen und feiern gemeinsam. Bis tief in die Nacht hinein wird gerockt und getanzt – und die Tanzfläche bleibt durchgehend gefüllt. Für viele ist dieser Abend der perfekte Abschluss eines langen und erlebnisreichen Urzeltages. Danke, „rabbit-food“!

Sonntag – Abbau

Wer Feste feiert, muss bekanntlich auch wieder abbauen. Am Sonntagmorgen treffen sich viele Helfer wieder an der Sporthalle. Die Nacht war für einige kurz, doch trotz müder Beine ist die Stimmung gut und es wird tatkräftig angepackt. Nun beginnt die Arbeit im Hintergrund: Hunderte Flaschen und Becher, zahlreiche Getränkekisten sowie die komplette Hallendekoration müssen wieder eingesammelt und verstaut werden. Rund 150 Tische und viele hundert Stühle werden abgebaut und gestapelt, der Schutzboden wird eingerollt und die Technik verstaut. Innerhalb weniger Stunden verwandeln die Helfer die große Festhalle wieder zurück in eine ganz normale Sporthalle.

Und jetzt?

Der Urzelntag 2026 ist vorbei. Das Konfetti ist aufgekehrt, die Schellen verstummt und die Urzelnanzüge hängen wieder ordentlich im Schrank.

Doch was bleibt? Ein Herz voller Erinnerungen. Erinnerungen an Kinder, die zum ersten Mal einen Urzel aus nächster Nähe gesehen haben. An hunderte Urzeln, die gemeinsam durch Sachsenheim gezogen sind. An eine Tanzfläche, die bis spät in die Nacht voller Menschen und Glücksmomente war. Und vor allem bleibt ein Gefühl. Ein Gefühl von Glückseligkeit, Gemeinschaft, Zusammenhalt und von der Freude, Teil dieser besonderen Tradition zu sein.

Aber am Ende bleiben nicht nur diese Erinnerungen, sondern auch beeindruckende Zahlen: Tausende Besucher über das Wochenende hinweg, hunderte Urzeln, unzählige ehrenamtliche Helferstunden – und vor allem ein gemeinsames Erlebnis, das allen noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Ganz im Sinne der Urzeln heißt es nun deshalb: HIRRÄI – bis zum nächsten Urzelntag!

Brauchtumsfiguren 2026

Hauptmann: Hans-Walter Thellmann; Engel: Lena Gärtner und Skadi Linn Fabritius; Schneiderrößchen und Mummerl: Christiane Lang und Christian Lang; Bär und Treiber: Daniel Schröpfer und Alfred Hütter jun.; Fuchskrone: Dieter Fielk; Kürschner-Fahne: Matthias Kleinschnitz; Kürschnerlade: Hans Walter Zinz und Günter Follbert; Urzel-Fahnenträger: Tilo Conrad; Reifenschwingerinnen: Maja Bitto-Fielk, Birgit Andree, Jule Andree, Anne Stirner und Alexa Stirner; Beschallung: Heiko Goos und Willi Goos

Schlagwörter: Urzelnzunft Sachsenheim, Urzelntag, Brauchtumspflege

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