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21. März 2026

Interviews und Porträts

Kommunalwahl-Nachlese: Bürgermeister mit Traumergebnis / Stadt- und Gemeinderäte

Die allgemeinen Gemeinde- und Landkreiswahlen in Bayern fanden am 8. März statt. Wie angekündigt, wird in dieser Ausgabe über die erfolgreichen Bewerber berichtet. Zu ihnen zählt der parteifreie Bürgermeister von Neubeuern, Christoph Schneider, der bereits im ersten Wahlgang mit sage und schreibe 95,2 Prozent die absolute Mehrheit holte. Die 4 300-Seelen-Gemeinde verzeichnete eine Wahlbeteiligung von 71,2 Prozent. So kann der in Augsburg geborene Sohn siebenbürgischer Eltern als Bürgermeister bis 2032 die Leitung der Verwaltung in Neubeuern im oberbayerischen Landkreis Rosenheim innehaben.
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Kommentare

Artikel wurde 4 mal kommentiert.

  • Bir.Kle.

    1Bir.Kle. schrieb am 21.03.2026, 12:54 Uhr (um 13:23 Uhr geändert):
    Wenn ein Bürgermeister populär ist und hohes Ansehen genießt, weil er bürgernah agiert und Entscheidungen im Sinne der Kommune und zum Wohle der Bürger trifft, ist es begrüßenswert, wenn er und seine Arbeit mit einem hervorragenden Wahlergebnis honoriert werden. Deshalb beglückwünsche ich Herrn Schneider an dieser Stelle zu seinem fulminanten Wahlsieg und wünsche ihm weiterhin viel Erfolg im Amt.
    Aber: Was letztendlich eine "gute", "richtige", "sinnvolle" oder "notwendige" Entscheidung ist, ist immer relativ, zumal jeder Mensch seine individuellen Ansichten und Interessen vertritt.
    Das bedeutet im Klartext: Allein durch gute Amtsführung, aufgrund der getroffenen Entscheidungen und durch persönliche Ausstrahlung ist ein solch überragendes Ergebnis mit einem Stimmenanteil von über 90% in der Regel kaum zu erreichen.
    Ich möchte Herrn Schneiders Kompetenzen und Leistungen keineswegs bezweifeln. Höchstwahrscheinlich wäre er so oder so mit einem sehr guten Wahlergebnis als Sieger in Neubeuern hervorgegangen.
    Dass er jedoch über 90% der Wählerstimmen für sich gewinnen konnte, hat vermutlich jenen Grund, der derartig hohen Wahlergebnissen zumeist zugrunde liegt: Es gab keinen Gegenkandidaten.
    Sollte dies der Fall sein, dass in Neubeuern tatsächlich kein Gegenkandidat angetreten war, wäre es höchst angemessen, diesen Umstand zu erwähnen und nicht einfach unter den Teppich zu kehren, damit man das Wahlergebnis besser einordnen kann.


    Noch eine Anmerkung ganz anderer Art:
    Ich bin in sprachlichen Angelegenheiten äußerst penibel - und dazu stehe ich auch.
    Deshalb möchte ich nachfolgend auf den folgenden Satz kurz eingehen:
    "Zu ihnen zählt der parteifreie Bürgermeister von Neubeuern Christoph Schneider, der bereits im ersten Wahlgang mit sage und schreibe 95,2 Prozent die absolute Mehrheit holte."

    Der Name des Bürgermeisters ist in diesem Kontext grammatikalisch betrachtet eine Apposition (Einschub). Sowohl zu BEGINN als auch ans ENDE einer Apposition gehört ein Komma.
    Das heißt, zwischen "Neubeuern" und "Christoph" muss ein Komma gesetzt werden.
    (Kommas sind keine lästigen "Fliegenschisse" - im Gegenteil: Sie strukturieren die Syntax, haben folglich Einfluss auf die Satzmelodie und erleichtern zudem das Lesen - sofern sie richtig gesetzt werden.)
  • Bir.Kle.

    2Bir.Kle. schrieb am 21.03.2026, 15:32 Uhr (um 15:49 Uhr geändert):
    Da ich mich in meinem vorherigen Beitrag nicht zu weit aus dem Fenster lehnen wollte, waren die möglicherweise fehlenden Gegenkandidaten lediglich eine Vermutung. (Diese Mutmaßung habe ich in dem Beitrag auch entsprechend deutlich ausgedrückt.)
    Insgeheim war für mich jedoch von vornherein sofort klar, dass ein solches Wahlergebnis nur aufgrund nicht vorhandener Gegenkandidaten zustande kommen kann.
    Nachdem ich mittlerweile recherchiert habe, hat sich tatsächlich bestätigt, dass es in Neubeuern keinen wirklich ernstzunehmenden Gegenkandidaten irgendeiner Partei gab. Die restlichen 4,8% der Wählerstimmen entfallen auf "wählerbenannte Personen".
    https://wahl.kulturdorf-neubeuern.de/BGM/ergebnisse.html

    Zahlen, Daten und Statistiken können schnell irreführend sein und ein falsches Bild abliefern, wenn sie falsch wiedergegeben werden.
    Meine Kritik gilt an dieser Stelle dem Verfasser des obigen Artikels: Man sollte nicht einfach Zahlen zusammenhanglos in den Kosmos blasen und von Superlativen wie "Traumergebnis" fabulieren, stattdessen: Zahlen ins angemessene Verhältnis setzen sowie die Hintergründe, Zusammenhänge und Umstände vollständig ausleuchten.

    Das Wahlergebnis ist gewiss auch eine Würdigung und Wertschätzung für die bisherige Arbeit von Christoph Schneider - aber nicht ausschließlich: In seiner Höhe von über 90% ist es auch auf fehlende Gegenkandidaten zurückzuführen.

    Hier noch ein kleines Beispiel, wie man durch Weglassen von Tatsachen und Hintergründen Zahlen in ein falsches Licht rücken kann:
    Ein dritter Platz bei einem Turnier hört sich im ersten Moment durchaus nach einem Erfolg an.
    Richtig einordnen kann man das erst, wenn auch die Teilnehmerzahl genannt wird: Bei einem Teilnehmerfeld von 50 Personen ist ein dritter Platz durchaus ein Erfolg, bei fünf Teilnehmern sieht die Sache schon deutlich anders aus und bei drei Teilnehmern sollte man sich fragen, warum es nicht zu mehr gereicht hat.
  • ingenius mobile

    3ingenius mobile schrieb am 21.03.2026, 15:42 Uhr:
    Lieber Herr Bir.Kle. haben Sie selbst schon mal sich als Kandidat bei einer Kommunalwahl zur Wahl gestellt und können über Ihre eigenen Erfahrungen berichten, oder machen Sie hier Ihr "frecție la picior de lemn"-Programm?
  • Christian Schoger

    4Christian Schoger schrieb am 23.03.2026, 10:38 Uhr:
    Hallo Bir.Kle., Ihrer kritischen Anmerkung zur Kommasetzung in dem angeführten Satz möchte ich nicht widersprechen; ein Komma hinter dem Titel erleichtert den Lesefluss - flugs gesetzt. Was Ihre den Wahlsieg von Herrn Schneider relativierenden Kommentare anbelangt, ist das Ihre Meinung, die ich zur Kenntnis nehme, jedoch nicht teile. Es gab Gegenkandidaten. Die Wahlbeteiligung von 71,2 Prozent ist bemerkenswert hoch. Mir nötigt dieser Wahlerfolg jedenfalls Respekt ab, als Demokrat allemal.

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