8. Dezember 2017

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Im Zeichen der Mioriţa: Rumänien bei der Leipziger Buchmesse 2018

Nur ein Baustein in einer ganzen Reihe von Auftritten und Festlichkeiten sei die Leipziger Buchmesse vom 15. bis 18. März 2018, bei der Rumänien Schwerpunktland ist, sagte Botschafter Emil Hurezeanu, als er jüngst die Presse zu einer Programmvorstellung in die rumänische Botschaft in Berlin geladen hatte, die – wie könnte es anders sein – mit dem englischen „Zoom in“ überschrieben war.
2018 feiert Rumänien 100 Jahre seit der Staatsgründung und bereitet sich auf die EU-Ratspräsidentschaft im ersten Halbjahr 2019 vor. Da passt es gut, dass in Leipzig nicht nur mit der Buchmesse, sondern auch mit Kinowochen dem Land, aus dem neben Vlad Ţepeş immerhin auch die Mioriţa kommt, die Ehre erwiesen wird.

Projektleiterin Ioana Gruenwald stellte das opulente Programm vor: 40 Neuübersetzungen hat allein das Rumänische Kulturinstitut gefördert, darunter sind vier Anthologien, jeweils zwei Lyrik- und zwei Prosaanthologien. Die fleißigen Übersetzer Georg Aescht und Ernest Wichner waren auch vertreten, nicht zu vergessen aber Eva Ruth Wemme, Jan Cornelius, Peter Motzan u. a., die ihr Pensum noch bis zum Frühjahr schaffen müssen. Die einschlägigen Verlage Zsolnay, Wieser, Pop, Frank & Timme, Klak, new academic press, Verbrecher und andere haben Hochkonjunktur, jährt es sich doch zum 20. Mal, dass Rumänien in Leipzig so prominent vertreten war. Zehn Romane werden diesmal übersetzt, darunter die von Gabriela Adameşteanu, erstmals Ştefan Agopian, Florin Lăzărescu, Ioana Nicolae, Doina Ruşti, Viorel Marineasa u. a. Zudem erscheint ein neuer Roman von Eginald Schlattner im Pop Verlag. Als Lyriker sind nicht nur der Botschafter Emil Hurezeanu mit einem Band vertreten, sondern auch Mandics György, Iulian Tănase, Denisa Comănescu, Traian Pop Traian und Daniel Bănulescu, der 2005 den Preis für Europäische Poesie der Stadt Münster erhielt. Besonders freuen dürfen wir uns auf „Humbug und Variationen“ von Ion Luca Caragiale in der Übersetzung von Eva Ruth Wemme, aber auch auf zwei Bände von Lucian Blaga.

Das kulturelle Rahmenprogramm soll ebenfalls die Menschen zahlreich nach Leipzig locken, deswegen dürfen die großen Namen wie Mircea Cărtărescu und Herta Müller nicht fehlen. Der in den USA lebende Norman Manea wird ebenso erwartet wie der frühere Außenminister und Philosoph Andrei Pleşu. Musikbands, eine Fotoausstellung und die bereits am 12. Februar beginnenden Kinowochen runden das Kulturprogramm ab.

Edith Ottschofski

Schlagwörter: Rumänien, Buchmesse, Leipzig, deutsch-rumänische Beziehungen, Literatur

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