16. Oktober 2020

Schlosshotel Horneck feierlich eröffnet

Am Donnerstag, dem 8. Oktober, wurde das Schlosshotel Horneck in Gundelsheim feierlich eröffnet. Im Beisein von Unternehmen und Touristikbüros aus der Region sowie der lokalen Presse haben die Betreiberfamilie Andreas und Michel Pietralla sowie seitens des Vereins „Siebenbürgisches Kulturzentrum Schloss Horneck e.V.“ (SKSH) Hon.-Prof. Dr. Konrad Gündisch und Dr. Axel Froese die Umbaumaßnahmen vorgestellt und Rede und Antwort gestanden. Unter Einhaltung der Corona-Maßnahmen wurden den Gästen einige Zimmer sowie die Funktionsräume gezeigt und das Besucherzentrum ausführlich erläutert.
Haben am 8. Oktober das Schlosshotel Horneck ...
Haben am 8. Oktober das Schlosshotel Horneck feierlich eröffnet, von links: Hon.-Prof. Dr. Konrad Gündisch, Vorsitzender des SKSH; Andreas Pietralla, Eigentümer der Pächterfirma Schloss Horneck GmbH; Philipp Hundt, Hotelmanager von Schloss Horneck; Michel Pietralla, Geschäftsführer der Pächterfirma Schloss Horneck GmbH, und Dr. Axel Froese, stellvertretender Vorsitzender des SKSH. Foto: Jürgen Binder
In seiner Ansprache betonte Andreas Pietralla, Inhaber der Pächtergesellschaft „Schloss Horneck GmbH“, dass die Idee, auf Schloss Horneck ein Hotel zu betreiben, von seinem Sohn und seinen Mitarbeitern stamme. Als Betreiber der Burgschänke Guttenberg, die sich in Sichtweite von Schloss Horneck befindet und einen Engpass mit Übernachtungszimmern hat, haben sein Sohn Michel Pietralla und Hotelmanager Philipp Hundt einen Artikel in der lokalen Presse gelesen, worin berichtet wurde, dass das Siebenbürgische Kulturzentrum „Schloss Horneck“ e.V. sich mit konkreten Mietinteressenten im Gespräch zu einer Vermietung der Übernachtungszimmer des Kultur- und Begegnungszentrums befinde. Schnell wurde ein Besichtigungstermin der sich im Umbau befindlichen Räumlichkeiten vorgenommen und sofort war es sowohl dem Senior als auch Junior klar, dass dies eine einmalige Chance sei, die man ergreifen müsse. Auch wenn für eine Hoteleröffnung diese Corona-Zeiten nicht unbedingt der ideale Zeitpunkt sind, so freut sich Andreas Pietralla, dass es jetzt endlich losgeht, und er ist zuversichtlich, den auf 15 Jahre ausgelegten Pachtvertrag mit Leben und Wirtschaftlichkeit zu füllen.

Michel Pietralla, Geschäftsführer der Pächterfirma Schloss Horneck GmbH, stellte die Räumlichkeiten vor: Das Schlosshotel umfasst insgesamt 32 Übernachtungszimmer, außerdem stehen für die unterschiedlichsten Feierlichkeiten drei Seminarräume, ein Speisesaal und die Frühstücks-Veranda sowie zwei Festsäle zur Verfügung. Für Siebenbürger Sachsen und deren Freunde, die Mitglied im Verband der Siebenbürger Sachsen in Deutschland e.V. oder im Schlossverein sind, gibt es Sonderkonditionen.

Für Dr. Axel Froese, stellvertretender Vorsitzender des Schlossvereins SKSH e.V., bietet die Eröffnung des Schlosshotels vor allem die Chance, dass sich Schloss Horneck der Öffentlichkeit präsentiert und den Besuchern die Siebenbürger Sachsen als Eigentümer im Besucherzentrum, aber auch in den gespendeten Zimmern vorstellt. Da vorher ein Altenheim betrieben wurde, war Schloss Horneck den Interessierten nur bedingt zugänglich. Anhand von Daten und Fakten stellte er die Umbaumaßnahmen vor. Die Renovierungsarbeiten für die 32 Zimmer, die Funktionsräume, das Siebenbürgische Museum und das Siebenbürgen-Institut haben 5 Millionen Euro gekostet. Die Möblierung, Einrichtung und das Besucherzentrum haben 0,5 Millionen Euro gekostet. Da dieser Kostenpunkt nicht öffentlich gefördert wurde, haben 27 siebenbürgisch-sächsische Privatpersonen, sechs Verbände, zwei Heimatsortsgemeinschaften und zwei Gruppen diesen Betrag von einer halben Million Euro gespendet. Somit ergeben sich Gesamtkosten in Höhe von ca. 5,5 Millionen Euro. Diese Umbaumaßnahmen wurden seitens der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien (BKM) und des Landesamtes für Denkmalpflege Baden-Württemberg mit rund 3 Millionen Euro gefördert, der restliche Betrag wurde über eine Bankfinanzierung, Spenden der Siebenbürger Sachsen und Eigenmittel gedeckt. Im Rahmen der Umbaumaßnahmen wurde die Haustechnik komplett erneuert, ein Brandschutzkonzept entwickelt, genehmigt und umgesetzt. Es erfolgte eine statische Ertüchtigung von Zimmerdecken und Teilen des Daches. Die renovierte Fläche des Schlosses beträgt rund 4 600 m2 oder 20 000 m3 umbauten Raum. Im Zuge der Renovierungsarbeiten wurden 100 Tonnen Bauschutt abtransportiert und 40 km Elektrokabel verlegt! Die 32 Übernachtungszimmer wurden unter strengen denkmalpflegerischen Auflagen saniert. Sie beeindrucken durch die farblich abgestimmte Ausstattung, hochwertige, individuell angefertigte Möbel, die hohen Decken und die wunderschön restaurierte Stuckatur. Die dezente Farbgebung in Weiß-Grau-Tönen in der Decken-, Türen-, Raum-, Teppichfarbgebung orientieren sich an den denkmalhistorischen Gegebenheiten und lassen die Räume auf den Besucher wirken. Der traumhaft schöne Ausblick auf den Neckar, die Innenstadt von Gundelsheim und das benachbarte „Himmelreich“ (die Weinberge) ist inklusive.
Die Zimmer bestechen durch eine schlichte, ...
Die Zimmer bestechen durch eine schlichte, hochwertige Möblierung, individuelle Sonderanfertigungen und einen traumhaften Ausblick. Foto: Marcel Tschamke
Da die Einrichtung der Räumlichkeiten nicht durch Fördermittel bestritten werden konnte, wurden Spender gesucht, die für die Einrichtung der Zimmer ab 10 000 Euro, je nach Ausstattung, gespendet haben. Die gespendeten Zimmer wurden nach dem siebenbürgischen Heimatort des Spenders oder nach einem anderen siebenbürgischen Ort seiner Wahl benannt. Spender erscheinen namentlich oder aber auch anonym auf den anspruchsvoll gestalteten Zimmerschildern am Zimmertüreingang.

Hon.-Prof. Dr. Konrad Gündisch stellte das Besucherzentrum vor, in dem anhand von Wandtafeln die Geschichte von Schloss Horneck, die Geschichte Siebenbürgens sowie die Geschichte der Siebenbürger Sachsen erläutert werden. Auch werden die im Schloss arbeitenden Institutionen vorgestellt. Auf einem großen Bildschirm (Touchscreen) im Besucherzentrum mit einer Mediathek, die nach Belieben erweitert werden kann, können weitere Informationen abgerufen werden, darunter auch einige Interviews von Spendern und am Umbau des Schlosses beteiligte Personen, sowie der neue Imagefilm über Schloss Horneck.

Das Schlosshotel beschäftigt mittlerweile sechs Mitarbeiter und Aushilfskräfte und abhängig von der Auslastung soll die Mitarbeiterzahl auf bis zu zehn Personen erhöht werden, so Philipp Hundt, der Hotelmanager des Schlosshotels. Eine enge Zusammenarbeit mit den Tourismuseinrichtungen vor Ort ist geplant. Die Themen Wein und Weinverkostung werden sicherlich – nicht zuletzt wegen des Panoramablicks von der Veranda „Weinland“ auf den Weinberg „Himmelreich“ - zahlreiche Gäste anziehen.
Der barocke Festsaal bietet Platz für bis zu 150 ...
Der barocke Festsaal bietet Platz für bis zu 150 Personen. Foto: Marcel Tschamke
Gerade jetzt in Zeiten des nötigen Covid-19-Abstands bietet das Schloss weitläufige Flure und Räume in unterschiedlichen Stockwerken mit sehr hohen Decken, so dass der gesetzlich vorgegebene kritische Abstand eingehalten werden kann. Das Hotelteam hat sich mit den gesetzlich geforderten Hygienekonzepten auseinandergesetzt und erfüllt alle Anforderungen der Standards. Philipp Hundt und Michel Pietralla freuen sich auf ihre Gäste und auch besonders über siebenbürgische Gäste. Die ersten siebenbürgischen Gäste trafen schon kurz nach dem ersten Oktober zu einer Geburtstagsfeier ein und haben – Resultat der Begeisterung für Schloss Horneck – für 2021 drei siebenbürgische Klassentreffen gebucht. Die erste Hochzeit auf Schloss Horneck mit zahlreichen Gästen am 2. Oktober war ein großer Erfolg.

Der Betreiberfamilie und der Leitung des Schlosshotels Horneck wünschen wir viel Erfolg, denn diese trägt dazu bei, dass auf Schloss Horneck die siebenbürgischen Institutionen auch zukünftig eine Heimat haben und die siebenbürgisch-sächsische Kultur sich weiter entfalten kann.

Jürgen Binder

Schlagwörter: Schloss Horneck, Gundelsheim, Schlosshotel, Eröffnung, Pietralla, Schlossverein, Konrad Gündisch, Froese, Denkmalpflege, BKM

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