21. Februar 2021

Peter Jacobi Stipendium und Werk Preis 2021 erstmals vergeben / Ausstellung in Bukarest

Das Künstlerinnenduo „Peles Empire“, vertreten durch Katharina Stöver und Barbara Wolff, erhält das erste Peter Jacobi Stipendium 2021. Zudem wird die Berliner Künstlerin Käthe Kruse für ihr Gesamtwerk geehrt: mit dem einzig für sie eingerichteten Peter Jacobi Werk Preis, wie die 2007 gegründete Peter Jacobi Stiftung (www.peter-jacobi-stiftung.de) in ihrer Pressemeldung mitteilt.
Das Künstlerinnenduo „Peles Empire“. Foto: ...
Das Künstlerinnenduo „Peles Empire“. Foto: Christoph Mack
Das Peter Jacobi Stipendium wurde dieses Jahr zum ersten Mal ausgelobt und ist mit 30.000 Euro im Jahr dotiert. Für die Preisträger ist es verbunden mit einer Ausstellung in Pforzheim sowie einem Lehrauftrag an der Fakultät für Gestaltung der Hochschule Pforzheim.

„Peter Jacobi war uns bereits vorher ein Begriff und wir fühlen uns verbunden mit seiner Arbeitsweise, die sich im Zweidimensionalen wie auch im Dreidimensionalen bewegt“, sagen Katharina Stöver (geb. 1982) und Barbara Wolff (geb. 1980 in Fogarasch/Făgaraş). Der Name „Peles Empire“ geht zurück auf das Schloss Peleş in Sinaia, das für seine vielen architektonischen Stile bekannt ist, darunter Gotik, Renaissance, Barock und Art Deco – eine weitere Verbindung zum Stifter Jacobi, der in Rumänien geboren ist. 2005 begann „Peles Empire“ mit der Erstellung einer fotografischen Dokumentation der Schlossräume. Auf die Arbeit in Pforzheim freuen sich die Gewinnerinnen: „Die Geschichte der Stadt Pforzheim, ihre Architektur und Architektur-Historie reizen uns sehr.“ Bis zum Antritt des Stipendiums konzipieren sie derzeit eine Ausstellung in Limassol auf Zypern sowie eine Einzelausstellung im E-Werk Luckenwalde.

Der Künstlerin Käthe Kruse widmete die Jury ungeplant den Peter Jacobi Werk Preis, dotiert mit 3.000 Euro. „Dass diese Ehrung persönlich für mich eingerichtet wurde, ist eine tolle Würdigung und eine sehr große Ehre“, freut sich die Preisträgerin. Sie war Mitglied der Künstlergruppe „Die Tödliche Doris“ – seit gut 40 Jahren ist sie Konzeptkünstlerin und schafft raumgreifende und multimediale Installationen. Ihre Arbeiten befinden sich heute in wichtigen internationalen Sammlungen und Museen.

Ihre beiden Ausstellungen in Berlin, in der Galerie Nord/Kunstverein Tiergarten und in der Zwinger Galerie, konnten im Corona-Jahr 2020 nicht wie geplant eröffnet werden. „Ich hatte deshalb besonders viel zu tun, wir haben einen siebenstündigen Film produziert mit einer Langzeit-Lesung. Alle Auftritte wurden für das Internet vorbereitet, damit wir Präsenz im Netz haben.“ Die Ehrung der Peter Jacobi Stiftung versteht sie auch als Würdigung ihres Durchhaltevermögens.

Peter Jacobi. Foto: Sebastian Seibel ...
Peter Jacobi. Foto: Sebastian Seibel
Der aus Siebenbürgen stammende Künstler und Kunstförderer Peter Jacobi, der heute in Wurmberg bei Pforzheim lebt, hat in über 50 Schaffensjahren ein großes und facettenreiches Werk geschaffen. Seine Skulpturen sind bestimmt durch geometrisch-abstrakte Formen. Zumeist arbeitet er in den Materialien Stahl, Beton, Schiefer, Bronze und Eisen. Ein wesentlicher Teil kreist um die Themen Zeit, Erinnerung und Zweiter Weltkrieg. Eines seiner bedeutendsten Werke ist das 2009 im Auftrag der rumänischen Regierung geschaffene Denkmal für die Opfer des Holocaust in Rumänien in Bukarest.

Noch bis zum 28. März dieses Jahres kann im Nationalen Museum für Zeitgenössische Kunst (MNAC) im Bukarester Parlamentspalast die am 11. Dezember eröffnete Ausstellung „Bilderfahrzeuge“ von Peter Jacobi besucht werden. Die von Sandra Demetrescu kuratierte und mit Unterstützung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg sowie des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien (DFDR) realisierte Ausstellung zeigt den Übergang des Künstlers von den Werken der frühen 60er Jahre, geprägt von drapierten Torsos aus Holz und Stein, zu textilen Objekten und Reliefs Ende der 60er Jahre, die zusammen mit Ritzi Jacobi realisiert wurden. Das Thema der Drapierung zieht sich durch weitere Exponate und Ensembles, zum Beispiel die „Statuen im Park“. Die Ausstellung umfasst Skulpturen, Textilobjekte, Fotografien und Zeichnungen.

Nina May (ADZ)

Schlagwörter: Peter Jacobi, Stipendium, Auszeichnung, Kunst, Stiftung, Pforzheim, Ausstellung, Bukarest

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