9. August 2026

13. Siebenbürgischer ­Kulturherbst in Oberösterreich

Zum 14. Mal findet der „Siebenbürgische Kulturherbst in Oberösterreich“ statt. Ein umfangreiches Programm wurde wieder zusammengestellt, die Mitwirkung der siebenbürgischen Vereine und Nachbarschaften in Oberösterreich garantieren einen abwechslungsreichen Kulturherbst, der am 4. September beginnt und am 22. November endet.
Der Siebenbürgische Kulturherbst ist seit 2012 ein Highlight im Verband der Siebenbürger Sachsen in Oberösterreich. Mit Lesungen, Vorträgen, Konzerten, Lichtbildervorträgen konnte er sich im Kulturland Oberösterreich etablieren. Wie ein roter Faden ziehen sich die Veranstaltungen wieder durch ganz Oberösterreich, überall dort, wo sich die Siebenbürger Sachsen einst niedergelassen und ihre Vereine bzw. Nachbarschaften gegründet haben. Bereichert wird heuer der Kulturherbst durch die Lesung aus Hans Bergels Novelle „Fürst und Lautenschläger“, vorgetragen von Kammerschauspieler Cornelius Obonya. Hans Bergel veröffentlichte seine Novelle „Fürst und Lautenschläger“ erstmals 1957 im Jugendverlag Bukarest. Eine kürzliche, ausführlich kommentierte Neuauflage aus dem Jahr 2024 im Verlag Frank & Timme soll das literarische und historische Dokument hervorheben. Hans Bergel (1925-2022) schrieb die Novelle bereits 1946 im Alter von 20 Jahren, ihre Veröffentlichung hatte für sein weiteres Leben bedeutsame und tragische Auswirkungen. Es ist eine besondere Ehre für uns, dass Kammerschauspieler Cornelius Obonya für einen Abend im Kulturherbst zugesagt hat. Diese Veranstaltung findet am Donnerstag, dem 17. September, im Evangelischen Museum OÖ in Rutzenmoos statt. Cornelius Obonya ist ein österreichischer Schauspieler. Von 2013 bis 2016 spielte er bei den Salzburger Festspielen den Jedermann. Cornelius Obonya ist der Sohn von Elisabeth Orth. Seinen Vater Hanns Obonya, der ebenfalls Burgschauspieler war, verlor er mit neun Jahren. Seine Großeltern mütterlicherseits waren die Burgschauspieler Attila Hörbiger und Paula Wessely. Mütterlicherseits ist er der Neffe von Christiane und Maresa Hörbiger. Er ist einer der bekanntesten Schauspieler im deutschsprachigen Raum mit großer internationaler Anerkennung. Das Highlight im Kulturherbst 2026. Musikalisch wird die Lesung vom Linz-Czernowitz Express umrahmt werden. In ihrem Repertoire sind die Einflüsse aus dem Balkan, der slawischen und der Zigeunermusik erkennbar. Ebenso hat die amerikanische Jazzmusik ihre Spuren hinterlassen. Dennoch hat die Klezmermusik ihren völlig eigenen Charakter: Sie ist eine besondere Mischung aus Frohsinn und Wehmut. Abgerundet wird das Repertoire mit Stücken aus dem osteuropäischen Kulturraum, aus der Roma-Kultur, und auch aus dem Österreichischen Wienerlied und Volksmusik-Repertoire. Die Lesung und die Musik, beides zusammen, garantieren jetzt schon einen unvergesslichen Abend.

Nachgeholt wird der Vortrag von Dr. Ingrid Schiel, Geschäftsführerin des Siebenbürgen-Instituts an der Universität Heidelberg in Gundelsheim/Neckar in Deutschland, „Siebenbürgisch-sächsische Frauengestalten in der Donaumonarchie und ihren Nachfolgestaaten“. Die siebenbürgisch-sächsische Frauengeschichte ist bislang wenig aufgearbeitet. Der Vortrag zeigt die Rahmenbedingungen in der Donaumonarchie auf und widmet sich den Protagonistinnen, die die liberalen Ideen, Grundlagen und Netzwerke schufen, die teilweise bis heute wirken. Insbesondere die Tätigkeit in Österreich wird im Fokus der Präsentation stehen. In Dinkelsbühl konnte man sich bei der wunderbar gestalteten Ausstellung bestens über die siebenbürgisch-sächsischen Frauengeschichten informieren. Nun haben wir in Österreich die Möglichkeit, darüber mehr zu erfahren, und ich lade herzlich dazu ein. Diese Veranstaltung erfolgt zudem auch im Rahmen der „ORF – Lange Nacht der Museen 2026“ und wird zusätzlich in den Medien beworben. Auch das zum ersten Mal, gleichzeitig ist die Veranstaltung eine Kooperation mit dem Evangelischen Museum OÖ in Rutzenmoos.

Wer die Vorträge von Dr. Dietmar Gross über den Karpatenbogen oder das Donaudelta besuchen will, kann dies am 14. Oktober in Vorchdorf und am 15. Oktober in Mattighofen machen. Wer sich auf Brukenthals Spuren begeben möchte, tut das am 8. Oktober in Traun und wer von Blasmusik begeistert ist, hat in Rosenau am 14. November und in Traun am 22. November die Gelegenheit dazu.

Wenn gefeiert wird, ist der Kulturherbst dabei, so in Rosenau bei Seewalchen, wo der Musikverein Rosenau-Seewalchen sein 75-jähriges Gründungsjubiläum begeht und die verschiedensten Veranstaltungen dazu geplant sind. Ebenso wird in Traun am 14. November das 70-jährige Gründungsjubiläum der Nachbarschaft gefeiert. Das Schauspiel „Karpatenflecken“ von Thomas Perle steht ebenso im Programm des Kulturherbstes, und zwar wird es am 2. Oktober im Stadttheater Greif in Wels vom Deutschen Theater Berlin aufgeführt.

Abgerundet wird der Kulturherbst, wie jedes Jahr, kulinarisch am Sonntag, dem 22. November in Rosenau, nach dem Gottesdienst, der um 9.30 Uhr beginnt; traditionell werden anschließend im Evangelischen Pfarrsaal in Rosenau Krautwickel und Siebenbürgerwurst serviert.

Zu allen Veranstaltungen lade ich als Kultur- und Brauchtumsreferentin herzlichst ein. Ich freue mich über die Kooperationen und Netzwerke, die in all den Jahren entstanden sind, und danke allen, die auch 2026 dazu beitragen, dass der Siebenbürgische Kulturherbst 2026 in die nächste Runde gehen kann. Bei allen Veranstaltungen ist eine freiwillige Spende erbeten.

Alle weiteren Termine und Infos sind auf der Homepage des Landesverbandes der Siebenbürger Sachsen in OÖ. unter www.siebenbuergen.at ersichtlich, der Folder kann auch heruntergeladen werden.

Ingrid Schuller, Referat für Kultur- und Brauchtumspflege der Siebenbürger Sachsen in OÖ.

Schlagwörter: Kulturherbst, Österreich, Ingrid Schiel, Obonya

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