10. Mai 2026

Erfolgreicher 43. Siebenbürgischer Keramikmalkurs in Gmunden

Zum zweiten Mal fand der Siebenbürgische Keramikmalkurs in Gmunden statt. Seine Erfolgsgeschichte – seit 1983 – setzt sich fort und das Schöne ist, es gibt immer Neuzugänge. So konnte Bundesfrauenreferentin Ingrid Schuller neue Gäste aus Nah und Fern begrüßen. Es kam wieder eine beachtliche Gruppe zusammen, die sich traf, um sich, vom „Malfieber“ gepackt, der Keramikmalerei hinzugeben. War früher Schloss Zell a. d. Pram im Innviertel Mittelpunkt für den Kurs, so ist es jetzt Gmunden für die KursteilnehmerInnen geworden und das bewährt sich und ist gut so. Gmunden ist die „Keramikstadt“ seit eh und je.
Es ist nicht nur der jährliche Töpfermarkt Ende August, der viele Aussteller aus der ganzen Welt anlockt, es ist die Geschichte der Gmundner Keramik, die berühmt ist. Symposien und Ausstellungen rund um die Keramik und der Töpfermarkt sind alljährliche Fixpunkte in Gmunden. Da kann sich nun der Siebenbürgische Keramikmalkurs ebenfalls einreihen, denn auch die Geschichte der Siebenbürgischen Keramikkunst ist einzigartig.

Es war am 17. März 1983 im Stift Schlierbach, als unser unvergessene Dr. Fritz Frank zum ersten Mal eine Runde malfreudiger Damen begrüßen durfte. Eine lange Wegstrecke wurde seitdem bewältigt. Maßgeblich beteiligt waren damals das Landesinstitut für Volksbildung und Heimatpflege in Oberösterreich, die Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen in Österreich sowie das Referat für Frauenarbeit, vor allem aber Monika Haas, der wir dankbar dafür sind, dass sie ihr Wissen und Freude an der Keramikmalerei stets an alle Kursteilnehmer­Innen weitergegeben hat.
Gruppenbild der Teilnehmenden des ...
Gruppenbild der Teilnehmenden des Siebenbürgischen Keramikmalkurses. Foto: privat
Dass das Töpferhandwerk bei den Siebenbürger Sachsen auch einst eine wichtige Rolle spielte, zeigt der Blick zurück in die Geschichte der Siebenbürger Sachsen. In den Töpferwerkstätten wurde nicht nur das für den täglichen Bedarf im Haushalt notwendige Hafnergeschirr hergestellt, sondern ebenso die zur Ausschmückung der Bauernstube wie der Bürgerwohnung dienende Zierkeramik, diese hat schon früh als Statussymbol gegolten. Menge und Güte der aufgereihten Krüge und Teller bezeugten den Reichtum eines Hauses.

Im Siebenbürgischen Keramikmalkurs wird Rohware in allen möglichen Formen mit geometrischen Formen, Rosen, Tulpen, Nelken, Sonnenblumen, Granatäpfel, Lebensbäumen, Vögel, Akazienblättern, Rosenranken und Blattwerk bemalt, sodass von Freitag bis Sonntag eine beachtliche Anzahl an wunderschönen Stücken zusammenkommt, die zur Vollendung nur noch glasiert und gebrannt wird, um dann in den schönsten Farben zu erstrahlen.

Der Keramikmalkurs hat seine eigene Dynamik, die Schaffensfreude steht im Vordergrund, aber auch der Gedankenaustausch und die wunderbare Gemeinschaft stehen spürbar im Mittelpunkt an diesem Wochenende. Daher bleibt der Siebenbürgische Keramikmalkurs ein großer kultureller Beitrag zur Bewahrung der Siebenbürgischen Volkskunst, dem das Referat für Kultur- und Brauchtumspflege unter der Leitung von Ingrid Schuller einen gebührenden Stellenwert gibt. Danke an die Kursleiterinnen Brigitte Harrer und Liliya Vetseva, die mit ihrem Können und Ratschlägen unterstützt haben, sowie an alle, die dabei waren und damit dem Kurs die nötige Bedeutung zukommen lassen. Der nächste Kurs findet von 2. bis 4. April 2027 statt.

Bundesfrauenreferentin Ingrid Schuller

Schlagwörter: Österreich, Handwerk, Keramikmalkurs, Gmunden, Ingrid Schuller

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