16. Februar 2012

Noch 12 000 Deutsche in Siebenbürgen

Bukarest – Die rumänische Bevölkerung ist im vergangenen Jahrzehnt um 12 Prozent beziehungsweise 2,6 Millionen Menschen auf aktuell 19,04 Millionen geschrumpft. Das ergab die vorläufige Auswertung der Volkszählungsergebnisse, die das Nationale Statistikinstitut Anfang Februar veröffentlichte.
Der drastische Rückgang war von Experten erwartet worden. Überrascht hat sie die Abnahme des Anteils der Stadtbevölkerung von 55 Prozent im Jahr 2010 auf 52,8 Prozent. 1,68 Millionen Einwohner zählt die Hauptstadt Bukarest, das entspricht 8,8 Prozent der rumänischen Bevölkerung. Der Bevölkerungsrückgang zieht sich quer durch alle Bevölkerungsgruppen, auch die der Minderheiten. Die Zahl der Ungarn als größte Minderheit verringerte sich um 200000 auf 1,24 Millionen. Die Zahl der Deutschen in Rumänien verzeichnete einen Rückgang um 38 Prozent auf 36900, sie liegt damit hinter der 51700 Personen zählenden ukrainischen Minderheit. Die meisten Deutschen leben im Kreis Temesch, nämlich 8497 Personen (2002: 14229). Dahinter folgen der Kreis Sathmar mit 4986 Deutschen, Hermannstadt mit 4177 (2002: 6608), Kronstadt mit 3335 (2002: 4400) sowie Arad und Karasch-Severin mit je 3000. Rund 12000 Sachsen bzw. Deutsche aus anderen Teilen Rumäniens leben derzeit in Siebenbürgen. Neben den genannten Kreisen schlüsseln sich diese wie folgt auf: Alba 780, Bistritz 494, Klausenburg 659, Hunedoara 1000, Mureş 1471. Die Ortschaften mit der höchsten Zahl an Deutschen sind Hermannstadt (1481), Kronstadt (1079), Mediasch (711), Klausenburg (520), Schäßburg (401), Bistritz (304), Heltau (207), Zeiden (205), Neumarkt (198), Sächsisch-Regen (182) und Fogarasch (181).

Man sei eine kleine Minderheit, kommentierte Klaus Johannis, Vorsitzender des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien (DFDR), die Ergebnisse der Volkszählung. In Kreis Hermannstadt hätten die Zähler ordentlich gearbeitet. Allerdings gebe es Einzelfälle, in denen die Zählergebnisse der sächsischen Bevölkerung niedriger seien als die dem Forum bekannten Zahlen, so Johannis, ohne konkret zu werden. Alarmierend für die Regierung sei jedoch der Bevölkerungsrückgang, der nach Ansicht von Johannis „katastrophal“ sei. Alle Zahlen finden sich in rumänischer Sprache auf den Internetseiten der Statistikämter der Kreise, zu erreichen unter www.insse.ro.

HW

Schlagwörter: Rumänien und Siebenbürgen, Bevölkerung, Minderheiten

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