13. Februar 2007

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Am Erfolg der Landsmannschaft maßgeblich mitgewirkt

Dipl.-Ing. Arch. Volker Dürr, Bundesvorsitzender der Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen in Deutschland, wurde auf Vorschlag des Bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Edmund Stoiber von Bundespräsident Dr. Horst Köhler mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Die Ehrung wurde von Innenminister Dr. Günther Beckstein am 10. Februar 2007 in der Bundesgeschäftsstelle der Landsmannschaft in München überreicht.
Dr. Günther Beckstein ist der erste bundesdeutsche Minister, der die Begegnungsstätte und den Hauptsitz des landsmannschaftlichen Verbandes in München mit seinem Besuch beehrt. Bei der Begrüßung, die im Rahmen der Bundesvorstandssitzung der Landsmannschaft stattfand, dankte Volker Dürr seitens der Landsmannschaft dem Freistaat Bayern, der die Aufnahme und Eingliederung von Aussiedlern seit über sechs Jahrzehnte vorbildlich gefördert habe.

Beckstein bekräftigte den hohen Stellenwert, den die deutschen Vertriebenen und Aussiedler in Bayern genießen. Die Deutschen hätten die Aufgabe, aus ihren „bösen Erfahrungen“ heraus, sich auch in der Weltpolitik gegen Menschenrechtswidrigkeiten zu engagieren. Die Kultur der deutschen Heimatvertriebenen zu pflegen, war für Beckstein stets ein besonderes Anliegen. So setzte er sich für die Errichtung des „Hauses der Heimat“ in Nürnberg ein, war im Mai 2005 Festredner beim Heimattag der Siebenbürger Sachsen in Dinkelsbühl in Bayern und initiierte kurz danach Dürrs Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz.

Der bayerische Innenminister Dr. Günther Beckstein (rechts) überreichte das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an den Bundesvorsitzenden Volker Dürr. Im Hintergrund eine Aufnahme des Kleinen Rings in Hermannstadt, die in der Geschäftsstelle der Landsmannschaft in München ausgestellt ist. Foto: Hans-Werner Schuster
Der bayerische Innenminister Dr. Günther Beckstein (rechts) überreichte das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an den Bundesvorsitzenden Volker Dürr. Im Hintergrund eine Aufnahme des Kleinen Rings in Hermannstadt, die in der Geschäftsstelle der Landsmannschaft in München ausgestellt ist. Foto: Hans-Werner Schuster

„Dipl.-Ing. Arch. Volker Dürr engagiert sich seit Jahrzehnten für die Siebenbürger Sachsen und hat sich auszeichnungswürdige Verdienste erworben“, betonte Beckstein in seiner Laudatio. Am 13. Februar 1944 in Hermannstadt geboren, musste er 1965 in die Bundesrepublik ausreisen. In seinen ersten fünf Berufsjahren arbeitete er in der Stadtplanung der damaligen Bundeshauptstadt Bonn. Ab 1978 übernahm er die Leitung des Amtes für Kreisplanung und Entwicklung des Oberbergischen Kreises und ist seit 2004 Bau- und Planungsdezernent beim Oberbergischen Kreis. Seit 1980 ist Dürr Geschäftsführer der Oberbergischen Aufbau-Gesellschaft mbH, einer Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft im Oberbergischen Kreis, die die Siebenbürger-Sachsen-Siedlung in Drabenderhöhe aufgebaut hat und auch heute die wirtschaftliche Prosperität des Oberbergischen Raums fördert.

Von 1982 bis 1992 hat Volker Dürr dem Bundesvorstand der Landsmannschaft zunächst als ehrenamtlicher Siedlungsreferent und ab 1989 als stellvertretender Bundesvorsitzender angehört und sich in beiden Ämtern um den Ausbau der Siebenbürgersiedlung Drabenderhöhe verdient gemacht. Seit 1992 wirkt er erfolgreich als Bundesvorsitzender der Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen in Deutschland e.V. und als Vorsitzender der weltweiten Föderation der Siebenbürger Sachsen. Beckstein würdigte Dürr für seine „sachliche Art, Probleme zu erkennen und darzustellen, integrierend zu wirken und in der Gemeinschaftsarbeit tatkräftig Lösungen zu erarbeiten“. In seinem Ehrenamt wirke er „diskret, aber beeindruckend effektiv nach innen und außen“.

Zu den Aufgaben des im Juni 1949 in München gegründeten Verbandes, der „großen, innovativen Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen“, gehören unter anderen eine rege Kultur- und Jugendarbeit. Auch nimmt die Landsmannschaft regen Anteil daran, dass die über 100 000 Siebenbürger Sachsen, die nach der Wende zugewandert sind, sich vorbildlich in die hiesige Gesellschaft integrieren konnten. „Die Landsmannschaft und die in der Heimat Verbliebenen übernehmen zudem eine wichtige Brückenfunktion zwischen Deutschland und Rumänien, insbesondere auch im Hinblick auf die EU-Mitgliedschaft Rumäniens“, sagte der CSU-Politiker. An der erfolgreichen Arbeit der Landsmannschaft habe Dürr als Bundesvorsitzender maßgeblichen Anteil. Beckstein betonte, dass zu den Ausgezeichneten auch die vielen Menschen gehörten, die in der Geschäftsstelle und in den ehrenamtlichen Vorständen mitwirken, vor allem aber seine Ehefrau Judith Dürr.

Sie und die Mitstreiter in der Landsmannschaft schloss Volker Dürr in seine Dankesworte mit ein. „Wir haben eigentlich nur Selbstverständliches geleistet für einen Personenkreis, der durch das Schicksal aus der Heimat herausgedrängt worden ist und sich eine neue Heimat schaffen musste.“ Der Bundesvorsitzende zitierte einen Philosophen, der gesagt habe: „Die erste Heimat erhält man mit der Geburt geschenkt, die zweite muss man sich täglich erarbeiten.“ Dies sei eigentlich sein Arbeitsprogramm gewesen, „nämlich unseren Landsleuten nicht nur in Drabenderhöhe, wo ich in einem Nebenamt in einer Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft tätig war, zu helfen, sondern auch in meinem Hauptamt als Bau- und Planungsdezernent eines 300 000 Einwohner umfassenden Kreises. Wir haben mit dazu beigetragen, dass gerade nach der Wende über 35 000 Deutsche aus Russland in die oberbergische Wirtschaft und Gesellschaft integriert worden sind. Wir Siebenbürger Sachsen haben immer auch über den Tellerrand hinaus gesehen und mit unseren Erfahrungen auch anderen Landsleuten geholfen, ähnliche Strukturen wie die unseres landsmannschaftlichen Verbandes aufzubauen“, erklärte Dürr.

Die Auszeichnung sieht der Bundesvorsitzende auch als Ansporn für die jüngere Generation, „sich in ähnlicher Weise zu engagieren und Wissen aus unserer Geschichte, über unsere Traditionen in ein gemeinsames friedliches Europa hineinzutragen und als Brückenbauer in Europa aktiv zu werden“. Volker Dürr schenkte dem bayerischen Innenminister den Bildband „Siebenbürgen im Flug“ von Georg Gerster und Martin Rill, der deutsches bzw. europäisches Kulturerbe in Siebenbürgen dokumentiert. Enni Janesch, Bundesfrauenreferentin der Landsmannschaft und Vorsitzende der Kreisgruppe Drabenderhöhe, lud den bayerischen Innenminister zu einem Besuch in die Siebenbürger-Sachsen-Siedlung ein, der schon vier Bundespräsidenten die Ehre erwiesen haben.

Karin Servatius-Speck, stellvertretende Bundesvorsitzende der Landsmannschaft, dankte namens des Bundesvorstandes Volker Dürr und seiner Gattin in lobenden Worten. „Der Bundesvorsitzende hat viele seiner besten Jahre der Gemeinschaft geschenkt mit einer Selbstverständlichkeit, die den Dank oft vergessen lässt. Volker Dürr hat im Dienst für die Gemeinschaft seine größte Fähigkeit eingesetzt, die Gabe, das Wesentliche zu erkennen, es zukunftsfähig zu gestalten – zum Wohl der Gemeinschaft. Das Wesentliche, das eine Gemeinschaft ausmacht und sie trägt, ist die Kultur. Sie legitimiert die Existenz unserer Gemeinschaft in ihrer Historie und für die Zukunft. Dürr hat für ihren Erhalt und ihre Dokumentation im siebenbürgischen Kulturzentrum in Gundelsheim als Vorderster wahrlich gekämpft. Für die Chancen des Erhalts für die Zukunft setzt er seine Fähigkeiten genauso bewusst und erfolgreich ein. Er hat die Vision der weltweiten Gemeinschaft der Siebenbürger Sachsen und, wie seine Vorgänger, festigt er sie für die Zukunft. Mit sicherem Schritt bewegt er sich auf dem Hochglanzparkett der hohen Politik, wo er die Belange seiner Landsleute mit Erfolg einbringt.“

S. B.

Schlagwörter: Landsmannschaft, Ehrungen

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