9. Februar 2018

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Die 15 lebensrettenden Minuten in der Lawinen-Verschütteten-Suche

15 wertvolle Minuten haben Helfer Zeit, um einen Lawinen Verschütteten zu retten. Deswegen kann eine Ausbildung zur „Lawinen-Verschütteten-Suche“(LVS) lebensrettend für Betroffene sein. Zu jeder Ski- oder Schneeschuhtour im winterlichen alpinen Gelände gehören ein LVS-Gerät (Lawinen-Verschütteten-Suchgerät), eine Schaufel und eine Sonde zur Standardausrüstung. Den Umgang mit der Ausrüstung kann man in der zweitägigen „LVS-Grundausbildung“ der Sektion Karpaten erlernen, die jährlich im Winter von erfahrenen Fachübungsleitern angeboten wird.
Zur LVS-Ausbildung der Sektion Karpaten im Dezember 2017 unter der Leitung von Hans-Otto Istok, einem erfahrenen Fachübungsleiter der Sektion, trafen sich insgesamt 28 Teilnehmer, Anfänger und Fortgeschrittene, in Gries im Sellrain. Nach herzlichem Empfang im Landhaus Tyrol vermittelte Hans-Otto Istok die wichtigsten Grundkenntnisse zur Suche und Bergung von Lawinenverschütteten mit LVS-Gerät, Sonde und Schaufel. Der Lehrstoff beinhaltete die Vorstellung der Standardaausrüstung, LVS-Geräte-Check, Grob- und Feinsuche in einer Lawine, Vorgehensweise nach einem Lawinenunfall bis hin zu Theorien von Überlebenswahrscheinlichkeiten in einer Lawine. Jetzt wussten wir z.B., dass die Überlebenschance bei 90 Prozent liegt, wenn jemand in den ersten 15 Minuten gefunden und ausgegraben wird. Deswegen ist bei einem Lawinenunglück die sofortige Hilfe durch Freunde, die mit auf Tour sind, so unglaublich wichtig.

Am nächsten Morgen ging es in drei Gruppen (Anfänger und Fortgeschrittene) mit dem Ski-Bus nach Kühtai auf 2020m, wo praktische Übungen im Freien stattfanden. Hans-Otto Istok erklärte uns die Funktionsweise eines LVS-Geräts und führte uns das Gerät vor. Unter frostigen Bedingungen trainierten wir anschließend in Zweiergruppen: die Grobsuche entlang der Feldlinien, das Tiefhalten des LVS-Geräts bei der Feinsuche, das Einkreuzen sowie die Punktsuche mit der Sonde. Nach jeder Übung wurden Fehler gemeinsam in der Gruppe analysiert und besprochen.LVS-Grundausbildung in Kühtai: ...LVS-Grundausbildung in Kühtai: Ausbildungsteilnehmer testen das LVS-Gerät im tiefen Schnee. Foto: Mihai Paunescu Nach der Mittagspause kehrten wir ins Gelände zurück. Als Hans-Otto für die nächste Übung zwei LVS-Geräte im Schnee vergrub, ahnten wir schon, was jetzt auf uns zukam. In dieser Übung simulierte er einen Lawinenabgang mit zwei Verschütteten. Unsere Aufgabe war es, als Gruppe den gesamten Ablauf einer Verschütteten-Suche zu organisieren und durchzuführen. Nach der Übung war uns allen klar, dass eine schnelle Kameradenhilfe nur funktioniert, wenn die Organisation gut gelingt und jeder Helfer genau weiß, was er zu tun hat. Danach wurde bei allen Teilnehmern die Zeit gemessen, die er von der Grobsuche bis zum Ausgraben des Verschütteten gebraucht hatte. Die Zeiten variierten von dreieinhalb bis fast zehn Minuten.

Im Landhaus Tyrol ging es nach einer kurzen Erholungspause weiter. Hans Werner gab uns eine kurze Einführung zur Ersten Hilfe bei Lawinenunfällen. Nach so viel Theorie und Praxis ließen wir den ersten Tag der LVS-Grundausbildung beim gemeinsamen Abendessen im Sporthotel in Gries gemütlich ausklingen.

Am Sonntag stand eine Tour auf dem Programm. Nachdem unsere Gruppe die Ausrüstung angelegt hatte, wiederholten wir den großen LVS-Geräte-Check und führten die Empfangs- und Sendekontrolle unter dem wachsamen Auge von Hans-Otto Istok durch. Die Wetterverhältnisse waren nicht gut. Wir starteten bei Schnee, Wind und schlechter Sicht entlang der Skipiste. Umso erfreulicher war es, dass wir eine Pause in einem Skipistentunnel verbringen konnten. Hier zeigte uns Hans-Otto, wie man mit Hilfe einer SnowCard die Neigung eines Hangs bestimmen kann, was für die Tourenplanung wichtig ist. Leider verbesserte sich die Sicht auch auf dem Weiterweg bis zur Kaiser-Maximilian-Hütte nicht, wo sich auch die anderen zwei Gruppen bereits eingefunden hatten. Nach dem Abstieg trafen sich alle drei Gruppen zur Schlussbesprechung in einer Gastwirtschaft in Kühtai. Alle Teilnehmer waren sich einig, dass die Organisation der LVS-Ausbildung rundum gelungen war.

Kristine Veseli

Schlagwörter: Sektion Karpaten des DAV, Ausbildung, Lawine

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