21. Mai 2026
Zwischen Gemeinschaft, Politik und Zukunft: Netzwerktreffen der Carl Wolff Gesellschaft in Ingolstadt
Beim ersten Netzwerktreffen 2026 der Carl Wolff Gesellschaft (CWG) in diesem Jahr wurden am 18. April in Ingolstadt zwei Themen erörtert, die sich im Verlauf der Veranstaltung als eng miteinander verknüpft erwiesen: die deutsch-rumänische Zusammenarbeit und die Herausforderungen der künstlichen Intelligenz für den Mittelstand.

Der späte Samstagvormittag begann mit einem traditionellen Weißwurstessen auf dem Wochenmarkt, bevor das Get-together im „MeetingRaum“ über den Dächern von Ingolstadt stattfand. Gastgeber waren das CWG-Mitglied Architekt Dieter Michael Schuster und seine Frau Eva Maria, die die insgesamt 28 Teilnehmer – Mitglieder, Gäste und Referenten – herzlich empfingen und vor, während und nach der Veranstaltung ausgezeichnet bewirteten. Eigens für das Treffen eingeführte Cuvées aus der Republik Moldau begleiteten die Köstlichkeiten des Nachmittags. Dem Ehepaar Schuster gebührt für die großzügige Gastfreundschaft ein herzlicher Dank.
Den inhaltlichen Auftakt gestaltete Dr. Bernd Fabritius, Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten. Sein Beitrag verlieh dem Netzwerktreffen auch deshalb eine besondere Note, weil er selbst im August 2010 gemeinsam mit rund 30 weiteren Gründungsmitgliedern die Carl Wolff Gesellschaft als siebenbürgischen Wirtschaftsclub in Deutschland mit ins Leben gerufen hatte. Seine Ausführungen spannten so einen Bogen von den Anfängen des Netzwerks zu den heutigen Aufgaben. Im Mittelpunkt stand die deutsch-rumänische Regierungskommission, die Fabritius als zentrales Instrument der bilateralen Zusammenarbeit hervorhob. Dabei gehe es nicht um bloße Diplomatie, sondern um konkrete Sachthemen und praxisnahe Lösungsansätze. Genannt wurden unter anderem Renten- und Krankenversicherungsfragen, Restitutionsverfahren, soziale Einrichtungen wie Altenheime, der Erhalt des kulturellen Erbes – insbesondere der Kirchenburgen – sowie die Sicherung des deutschsprachigen Unterrichts in Rumänien. Deutschland unterstütze hier in vielen Bereichen, dauerhafte staatliche Verantwortung müsse jedoch beim rumänischen Staat verbleiben. Besonders betonte Fabritius die Rolle der deutschen Minderheit in Rumänien als Brücke zwischen beiden Ländern – kulturell, gesellschaftlich und wirtschaftlich. In der Diskussion wurden darüber hinaus aktuelle Entwicklungen in Deutschland, die Rolle der Medien und der Einfluss sozialer Netzwerke auf die Meinungsbildung angesprochen. Fabritius warb für einen kritischen und differenzierten Umgang mit Informationen sowie für Bildung, Eigenverantwortung und persönliches Urteilsvermögen.

Damit knüpfte Finkeisen indirekt an die Ausführungen von Fabritius an: So wie Vertrauen, Erfahrung und gewachsene Strukturen die deutsch-rumänische Zusammenarbeit tragen, bilden auch im Unternehmen Beziehungen, Wissen und Daten die Grundlage für künftigen Erfolg. In der Diskussion wurde deutlich, dass die eigentliche Herausforderung weniger in der Technologie selbst als in ihrer praktischen Umsetzung liegt. Empfohlen wurde daher ein pragmatischer Einstieg mit klar definierten Projekten und schrittweisem Ausbau.
Das Netzwerktreffen machte eindrucksvoll deutlich, dass wirtschaftlicher Erfolg im Mittelstand auf zwei Säulen beruht: auf Stabilität durch Gemeinschaft, Vertrauen und politische Zusammenarbeit sowie auf Zukunftsfähigkeit durch Offenheit gegenüber technologischen Entwicklungen. Die Beiträge von Dr. Bernd Fabritius und Prof. Julia Finkeisen ergänzten sich dabei in überzeugender Weise.
Besonders erfreulich war, dass zwei Gäste unmittelbar nach dem Netzwerktreffen einen Mitgliedsantrag stellten – ein schönes Zeichen dafür, wie positiv die Veranstaltung aufgenommen wurde. Nach den Vorträgen am Nachmittag klang das Netzwerktreffen mit einem gemeinsamen Abendessen in einem traditionellen Gasthaus mit bayerischen Köstlichkeiten aus.
Zur Erinnerung
Das zweite Netzwerktreffen der CWG findet am Samstag, den 23. Mai, von 15.00 bis 18.00 Uhr im Kleinen Schrannensaal in Dinkelsbühl statt. Im Anschluss ist ein gemeinsames Abendessen vorgesehen. Auch diesmal dürfen sich die Teilnehmer auf mindestens zwei spannende Impuls-Fachvorträge und einen anregenden Austausch freuen.Rolf Klemm, Schriftführer CWG
Schlagwörter: Carl Wolff Gesellschaft
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