14. Juni 2026
Kuriositäten vom Heimattag 2026/Tatort Infostand vor dem katholischen Münster St. Georg in Dinkelsbühl
Was am schnellsten wegging, war „E Måtzken fir’t Schåtzken“. Und die Nachfrage ließ nicht nach! Nachdruck dringend notwendig! Es geht um die Postkarte mit dem süßen Pärchen …

Am Samstag näherte sich ein Landsmann, der seinen 60. Geburtstag vielleicht schon gefeiert hat, mit der Bitte um ein Programmheft. Auf meine Frage, ob er ein Abzeichen gekauft habe, sagte er, ja, aber er habe es nicht dabei. Dann sah ich, wie er zu seiner Frau ging, die auch keins hatte, wie sie kurz kommunizierten und er dann eine andere Frau, die in der Nähe stand, um ihr Abzeichen bat. Mit dem kam der Schlaumeier zu mir. Ich empfing ihn mit einem klaren: „Schumme Se sich!“, worauf er sich flott verdrückte.
Als mich am Sonntag nachmittags eine Frau fragte, wo denn die Trachtenausstellung sei, dachte ich zunächst an den Trachtenumzug: So viele Models auf dem kopfsteinpflastrigen Laufsteg … Beeindruckende 116 Trachtengruppen! Nein, es wurden die Trachtenteile im evangelischen Gemeindehaus gesucht. Ich wette, dass diese Frau Appetit bekommen hat und nächstes Jahr beim Trachtenumzug mitgehen will! Herzerwärmend …
Und besonders großzügig, wenn jemand unsere Beratung am Infostand so sehr honoriert, dass uns dafür ein Fotoapparat mit sicher wunderbaren Fotos vom Heimattag hinterlassen wird … Übrigens: Niemandem fällt ein Zacken aus der Krone, wenn sie oder er im Trachtenumzug mitgeht! Fällt eine Bockelnadel aus der Krone, finden sich ehrliche Leute, die dieses Schmuckstück am Infostand abgeben. Sicher haben diese ehrlichen Finder/innen die herrlichen Schätze, die im Umzug mitgetragen wurden, vorher bewundert. Danke sehr!
Unser Infostand ist also auch ein Fundbüro. Und wir machen unter seinem Dach auch Mitgliederwerbung. Woher uns dabei Konkurrenz droht, war mir vorher nicht bewusst: Zwei Mitgliedsausweise (die Kärtchen) wurden auf einer Toilette gefunden und bei uns abgegeben, schon fertig beschrieben mit Namen und Mitgliedsnummer … Da wir aber bei der Mitgliederwerbung selber recht erfolgreich waren, weil wir Leute trafen, die unseren Verband solidarisch unterstützen wollen, haben wir die Ausweise von der Toilette dankend angenommen, die gehen per Post an die Inhaber/innen, es sind ja unsere geschätzten Mitglieder.

Bad News are Good News?
Es gibt Landsleute, die besonders ausgefuchst agieren: genau am Puls der journalistischen Spitzfindigkeiten! Eine in Bayern lebende Frau, die früher mal in unserem Verband Verantwortung getragen hatte, hat unsere Mitgliederwerbung dadurch versucht zu unterstützen, indem sie Gästen aus den neuen Bundesländern beim Mici-Essen lautstark erzählte, dass unsere früheren Heimattage, die sie mitgestaltet habe, richtige Festtage gewesen seien, während jetzt das Essen im Vordergrund stehe, wie z.B. der übergroße Baumstriezel, der so viel Beachtung erfahren habe. Die Kritik ging mit anderen Unzulänglichkeiten weiter. Ob diese Ausführungen (Bad News) wohl als Hilfeschrei interpretiert werden, so dass diese Leute aus Sachsen sich angesprochen fühlen, Mitglieder zu werden, nur um sich dann einzubringen in unserem Verband, damit alles wieder wie früher wird? … Good News? Kaum vorstellbar.Rache der Hexen?
Furchtbar, was etlichen meist heilkundigen Frauen durch die Hexenprozesse angetan worden ist! In der Regel von Männern. Kein Wunder, wenn die Seelen der geschundenen, gefolterten „Hexen“ keine Ruhe finden. Sieglinde Bottesch hat die Leiden der als Hexen verurteilten Frauen künstlerisch sehr beeindruckend verarbeitet.Dass davon inspiriert Heinz Acker die Hexenverfolgungen mit Pauken, Kettengerassel usw. musikalisch noch eindrucksvoller aufgriff, war wohl für mindestens eine der Hexenseelen einfach zu viel. Aufgescheucht aus Jahrhunderte währendem Vergessens-Schlaf rächte sie sich beim Urheber mit einem wohlgezielten, quälenden Hexenschuss. Zum Glück erkannte sie noch rechtzeitig, dass Heinz Acker den als „Hexen“ beschuldigten Frauen ein wohlmeinend eindrucksvolles Denkmal setzen wollte. Also milderte sie den Bann, so dass der Komponist – wenn auch unter Schmerzen – das Dirigat zu den „Hexenszenen. Hexenverfolgungen in Siebenbürgen“ in der St. Paulskirche doch noch ausführen konnte, zur besinnlichen Ehrerbietung an alle verfolgten, geschundenen, getöteten „Hexen“, auch in Siebenbürgen.
Doris Hutter
Schlagwörter: Heimattag 2026, Verbandspolitik, Infostand
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