14. September 2020

Mit vereinten Kräften Kirchenburgen erhalten

Bei einem erfolgreichen Einsatz im Juli und August haben Mitglieder der Heimatortsgemeinschaften (HOG), freiwillige Helfer gemeinsam mit der Lokalpolitik notwendige Arbeiten an verschiedenen Kirchenburgen des Repser Landes durchgeführt. In diesem Jahr stand Galt im Fokus des freiwilligen Einsatzes der HOG-Regionalgruppe Repser und Fogarascher Land. Initiator Michael Folberth setzte zusammen mit Freiwilligen aus Deutschland und Rumänien in Galt, Hamruden und Deutsch-Kreuz dringende Arbeiten um.
Austausch kaputter Dachziegeln in Galt. Foto: ...
Austausch kaputter Dachziegeln in Galt. Foto: Andrea Krempels
Zum Auftakt hatte sich Bürgermeister Stanciu am Sonntag vor dem Einsatz Zeit genommen, den Burghüter von Galt, Karl Szöts, Herrn Folberth und Andrea Krempels zu empfangen, um die nötigen Arbeitsschritte festzulegen. Das Galter Rathaus wollte sich seit Langem einbringen und nun gab es die Gelegenheit dazu. Ein paar Anrufe wurden getätigt und am Montag darauf konnte mit den Arbeiten begonnen werden. Die HOG Galt und das Rathaus spendeten alte Dachziegeln, weiterhin organisierte der Bürgermeister Kalk und Sand, um kleinere Reparaturen am Heimatmuseum, das sich innerhalb der Ringmauer befindet, durchzuführen. Die freiwilligen Helfer tauschten kaputte Dachziegeln aus und verwachsene Bäume und Büsche wurden an der Kirche und Ringmauer entfernt. In Hamruden und in Deutsch-Kreuz wurden ebenfalls kaputte Dachziegeln ausgetauscht, Reinigungsarbeiten durchgeführt sowie an Kirche und Ringmauern verwachsene Büsche entfernt.

Unter den Freiwilligen waren auch zwei Jugendliche aus Hamruden, die die deutschsprachigen Gymnasien in Schäßburg bzw. Kronstadt besuchen. Auf die Frage, was sie dazu gebracht hat an dem Einsatz teilzunehmen, sagten sie Folgendes:

„Ich war motiviert von der Idee, zu helfen und Gutes zu tun. Dabei habe ich einige Dinge gelernt, die ich nicht wusste. Mich hat der Teamgeist sehr begeistert und es hat mich gefreut zu sehen, dass es schön ausgesehen hat, nachdem wir die Arbeiten durchgeführt haben. Junge Menschen sollten an freiwilligen Aktionen teilnehmen, da es ihnen in Zukunft mit neuem Wissen helfen kann. Ich würde definitiv in Zukunft an solchen Aktionen wieder teilnehmen.“ (Iancu, 17 Jahre)

„Von Paul Binder vom Jugendforum aus Kronstadt habe ich von diesem Projekt erfahren, das in dem Dorf, in dem ich wohne, stattfinden wird. Zuerst wollte ich nicht teilnehmen, ich dachte, ich wäre dort alleine und hatte Zweifel. Aber dann sagte mir mein guter Freund, der Mitglied des Jugendforums aus Schäßburg ist, dass er auch teilnehmen wird, und so beschlossen wir beide beim Projekt mitzuhelfen. Anfangs war mir nicht einmal klar, dass es sich um freiwillige Arbeit handelte, aber ich war angenehm überrascht. Die Menschen, die ich traf, hatten einen großen Einfluss auf mich. Daher fühlte sich die Arbeit eher wie ein Ausflug mit Freunden an. Ich hätte nicht gedacht, dass in so kurzer Zeit eine enge Verbindung hergestellt werden würde. Was wir gemacht und gearbeitet haben, war für die Kultur und Geschichte dieser Denkmäler, und das hat mich zufrieden gestellt. Am besten gefiel mir, das Moos an der Steinwand der Kirche aus Galt zu entfernen. Ich fühlte mich echt wie ein Restaurator. Der Hauptgrund, warum ein junger Mensch an diesem Projekt teilnehmen würde, besteht darin, zur Renovierung historischer Denkmäler beizutragen, über die Kultur des Landes zu lernen, da es so viel zu wissen und herauszufinden gibt, und neugierig zu sein. Und zweitens tut ein wenig frische Luft nicht weh. Wenn alles gut geht, freue ich mich darauf, in Zukunft an diesem Projekt immer wieder teilzunehmen. Es ist etwas Schönes. Schöne Sachen müssen aufbewahrt werden.“ (Teodora, 17 Jahre)
Freiwillige Helfer und Galter Kirchenmitglieder ...
Freiwillige Helfer und Galter Kirchenmitglieder im Planungsgespräch mit dem Bürgermeister im Kirchhof in Galt. Foto: Michael Folberth
Zum Arbeitseinsatz waren Teilnehmer aus Deutschland, Klausenburg, Schäßburg gekommen. Jüngste Teilnehmerin war ein neunjähriges Mädchen, das begeistert morgens zu Fuß zur Kirchenburg ging, um dabei zu sein: „Wenn man helfen kann, dann muss man helfen.“

Am letzten Abend fand im Hamrudener Pfarrhaus eine anregende Diskussion zwischen Kirchenvertretern, Bürgermeister und Helfern statt. In gemütlicher Runde und bei leckerem Essen der Familie Marton, die das Hamrudener Pfarrhaus bewirtschaftet, wurden Kontakte geknüpft. Als Fazit waren sich alle Teilnehmer einig, wie wichtig es ist, unabhängig von Alter, Erfahrung und ethnischer Zugehörigkeit für das kulturelle Erbe der Siebenbürger Sachsen einzutreten.

Das ehrenamtliche Projekt „Erhaltung Kulturerbe Kirchenburgen in Siebenbürgen“ im Repser und Fogarascher Land wird jährlich durchgeführt. Du bist herzlich willkommen mitzuhelfen. Kontaktpersonen: Michael Folberth, E-Mail: kundendienstmf[ät]gmail.com, Andrea Krempels, E-Mail: ajkrempels[ät]yahoo.de, Horst Bretz, E-Mail: horst_bretz[ät]gmx.de.

Michael Folberth, Andrea Judith Krempels

Schlagwörter: Arbeitseinsatz, Galt, Hamruden, Deutsch-Kreuz, HOG, Kirchenburg, Friedhof, deutsch-rumänische Beziehungen

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Neueste Kommentare

  • 14.09.2020, 21:23 Uhr von Doris Hutter: Großartige Sache. Respekt, Michael, vor dir und deinem Team! Möge der Funken nach allen Seiten ... [weiter]

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