29. Oktober 2021

Nachruf auf einen verdienstvollen Wurmlocher

Liebe Landsleute und Wurmlocher, am 6. Oktober dieses Jahres hat Gott einen ganz besonderen Menschen zu sich gerufen und von seinem Leiden erlöst. Mathias Seiwerth, Mathi Onkel, wie er allseits genannt wurde, geboren am 2. Januar 1937, wuchs in Wurmloch auf und lebte bis zu seiner Ausreise nach Deutschland im Jahr 1969 mit seiner Familie in Craiova. Dort war er beim Aufbau des Chemiewerkes Ișalniţa beruflich tätig. Nach der Ausreise fand er in Mosbach eine neue Heimat und arbeitete in der Maschinenfabrik Diedesheim als Maschinenbauer und im Kundendienst.
Mathias Seiwerth (1937-2021) ...
Mathias Seiwerth (1937-2021)
Mathias Seiwerth war seit der Gründung der HOG Wurmloch 1981 als langjähriges Vorstandsmitglied vielseitig ehrenamtlich tätig. Bis 1990 führte er die HOG als kommissarischer Vertreter. Als anlässlich des dritten Wurmlocher Treffens in Drabenderhöhe ein Vereinsvorstand gewählt wurde, übernahm er das Amt des Vorsitzenden, das er bis 2008 innehatte. Danach übergab er den Vorsitz der nächsten Generation und blieb (auch im 2013 gegründeten Verein HOG Wurmloch e.V.) als stellvertretender Vorsitzender im Vorstand bis 2017 weiterhin aktiv tätig.

Für die Teilnahme am ersten Wurmlocher Treffen am 15. bis 16. September 1984 in Göppingen verzichtete er auf die Tagung des Arbeitskreises für Siebenbürgische Landeskunde, die zeitgleich in Graz stattfand, und ließ bis zu seinem gesundheitlichen Zusammenbruch in diesem Jahr keines der Treffen aus. Seiwerth war Mitorganisator mehrerer Wurmlocher Treffen, wovon das sechste und siebte Treffen unter seiner persönlichen Obhut in Mosbach-Neckarelz stattfanden.

Nachdem 1999 die Wurmlocher Kirchenburg in die UNESCO-Weltkulturerbeliste aufgenommen wurde, machten es sich Mathias Seiwerth und die HOG zur Aufgabe, den Umbau des leerstehenden Pfarrhauses in Wurmloch in die Hand zu nehmen. Dieses sollte zukünftig als „Stätte der Begegnung“ für die zahlreichen Besucher dienen. Zur Realisierung dieses Projekts trug Verschiedenes bei: Hilfsgütertransporte in den Jahren 1999 bis 2005; Unterstützung durch das Diakonische Werk Heilbronn; eine Holz-Spende aus Leingarten; der Erlös eines Heimattreffens aus dem Jahr 1999; der Verkauf von Fotografien der Heimatgemeinde sowie einige Beiträge aus Seiwerths eigener Tasche. Widrige Umstände führten allerdings dazu, dass dieses Projekt nicht dauerhaft weitergeführt werden konnte.

Ein weiteres Projekt, das ihm sehr am Herzen lag und wofür er einen Großteil seiner Urlaube opferte, war die Einrichtung eines kleinen Museums in den Mauern der Kirchenburg von Wurmloch. Dieses kann bis heute besichtigt werden. Mit Hilfe der Bilder und Exponate wird den zahlreichen Besuchern der Wehrkirche das Leben der Wurmlocher bis zur großen Ausreisewelle anschaulich dargestellt.

Eine besondere Erwähnung und das wohl bedeutendste Projekt, das von der HOG Wurmloch unter der Leitung von Mathias Seiwerth durchgeführt wurde, war die Verfassung des Heimatbuches „Wurmloch im Weinland“, herausgegeben von Roland Hönig. Dort sind viele Berichte und Fotos sowie weitere Details über das Wirken von Mathias Seiwerth festgehalten. Ein kurzer Lebenslauf gibt Aufschluss über sein Leben und die Aktivitäten bis zum Erscheinen des Heimatbuches im Jahr 2011.

Durch die Verleihung des „Silbernen Ehrenwappens der Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen in Deutschland“ am 27. März 1998 erhielt Seiwerth eine der höchsten Anerkennungen für seinen verdienstvollen und erfolgreichen Einsatz in verschiedenen Ämtern. Zu dieser Zeit war er sowohl Vorsitzender der HOG Wurmloch als auch der Nachbarschaft Mosbach der Kreisgruppe Heilbronn.

Ein ereignisreiches Leben ging zu Ende, als Mathias Seiwerth am 6. Oktober 2021 im Pflegeheim Buchen verstarb. Alle, die ihn kannten und schätzten, werden sein Andenken bewahren und in Ehren halten. In Hochachtung und Dankbarkeit, im Namen der Vorstandschaft der HOG Wurmloch e.V.

Christa Beckenbauer

Schlagwörter: Nachruf, Wurmloch, HOG, Vorsitzender

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