3. Mai 2021

Moderatorin, Coach und Gründerin Stefanie Schmidts: „Ich lache sehr gern, manchmal auch über mich selbst“

Schlagfertig, selbstbewusst, kreativ und kommunikativ – das ist Stefanie Schmidts. Die Tochter siebenbürgischer Eltern wurde 1983 in Nürnberg geboren, wo sie auch heute lebt. Sie moderiert bei Radio ENERGY Nürnberg eine eigene Sendung, führt auf großen Bühnen durch Veranstaltungen, Galas und Messen, ist als Autorin und Coach für Social Media tätig. Begonnen hat sie ihre berufliche Laufbahn als „Cultural Representative of Germany“ in Walt Disney World in Orlando/Florida, wo sie ein Jahr lebte, war bei der Fußball-WM 2006 in einem Team für die Logistik der Spielübertragungen aus dem Nürnberger Frankenstadion verantwortlich, hatte über mehrere Jahre eine tägliche Morgensendung bei Hit Radio N1 und Radio ENERGY und war von 2014 bis 2017 Pressesprecherin des Albrecht Dürer Airport Nürnberg. Die Corona-Pandemie verpasste ihrer selbstständigen Tätigkeit im Frühjahr 2020 einen Dämpfer, aber Stefanie Schmidts hat mit Optimismus, Humor und Selbstironie das Beste aus der Situation gemacht und darüber in einem Gespräch mit Doris Roth Auskunft gegeben.
Stefanie Schmidts. Foto: Aleksandra Lemberger ...
Stefanie Schmidts. Foto: Aleksandra Lemberger
Sie haben am 19. September 2020 im Zeidlerschloss in Feucht die Jubiläumsveranstaltung zum zehnjährigen Bestehen der Carl Wolff Gesellschaft, Siebenbürgischer Wirtschaftsclub in Deutschland e.V. (CWG) moderiert. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?
Meine Eltern sind aus Siebenbürgen, daher fühle ich mich der Region schon immer sehr verbunden und schätze die Siebenbürger sehr. Durch meine Tätigkeit als Pressesprecherin des Nürnberger Flughafens habe ich vor einigen Jahren im Zuge der damaligen neuen Verbindungen nach Siebenbürgen Robert Adams kennengelernt, den Vorsitzenden des Freundeskreises Nürnberg-Brașov/Kronstadt. Schon damals haben wir einen Livestream vom im Bau befindlichen Kronstädter Flughafen realisiert und auch vom Oktoberfest in Kronstadt live berichtet. Wir sind über die Jahre in Kontakt geblieben und so kam es auch zur Moderation und Zusammenarbeit beim CWG-Jubiläum.

In der CWG-Mitgliederversammlung am 12. Dezember 2020 wurden Sie „zur Bewältigung der vielfältigen Aufgaben im digitalen Raum in den Vorstand kooptiert“. Worin bestehen diese Aufgaben, wie werden Sie sich hier einbringen?
Als Moderatorin ist Kommunikation meine Leidenschaft, durch die Pandemie hat die Digitalisierung endlich neuen Schwung bekommen und viele Menschen wie auch Marken, Unternehmen oder Verbände präsentieren sich online. Dadurch hat auch meine selbstständige Tätigkeit eine neue Richtung genommen. Zudem habe ich kürzlich ein Produkt entwickelt und eine Firma gegründet, so dass ich bisher leider noch kaum Zeit für die Bewältigung der Aufgaben in der CWG gefunden habe. Bisher haben wir die Themen abgesteckt und schon das ein oder andere vielversprechende Format konzipiert, so dass in Zukunft mehr von der CWG online zu hören und zu sehen sein wird.

Auf TikTok posten Sie fast täglich kurze Videos zu tagesaktuellen Themen, Begebenheiten aus Ihrem Alltag, Reisen, Rezepten u.v.m. und sind damit offenbar die erfolgreichste Siebenbürgerin auf dieser Online-Plattform. Was sagen Sie dazu?
TikTok habe ich eher zufällig zu Beginn des ersten Lockdowns 2020 entdeckt und schnell gemerkt, dass die Kurzvideoplattform der perfekte Kanal für meine Kreativität ist. Die Inhalte dort sind so vielfältig, überraschend und lehrreich, dass es mir sehr viel Freude bereitet, Teil der Creator Community auf TikTok zu sein. Ich habe wahnsinnig viel Freude bei der Umsetzung meiner Video-Ideen und freue mich, diese Leidenschaft und viele meiner Erlebnisse mit so vielen Menschen teilen zu können.

Ihre Mutter stammt aus Deutsch-Weißkirch, Ihr Vater aus Marienburg im Burzenland, Sie allerdings wurden nach deren Aussiedlung in Deutschland geboren. Welche Rolle spielt Ihre siebenbürgische Herkunft in Ihrem Leben?
Ich fühle mich der Heimat meiner Eltern und Großeltern sehr verbunden. Durch ihre Erzählungen hatte ich schon als kleines Kind ein Gefühl der Verbundenheit mit einer Gegend, die ich selbst zum ersten Mal mit 15 Jahren besuchen sollte. Mein Vater ist 1974, meine Mutter 1977 nach Nürnberg gekommen, wo sie sich kennengelernt haben und ich 1983 geboren wurde. Die siebenbürgische Küche bedeutet für mich Heimat. Ohne Hanklich ist es für mich kein richtiges Ostern oder Weihnachten, ohne Mici kein Grillfest und mein Ischler-Back-Video hat auf der Videoplattform TikTok über 150.000 Aufrufe. An den Siebenbürgern schätze ich besonders ihre Aufgeschlossenheit und Offenheit für Neues, ihren Optimismus und ihre Fähigkeit, immer das Beste aus allem zu machen. Diese Werte haben mir meine Eltern vorgelebt. Ich bin dankbar für diese siebenbürgische Sichtweise, die mein Leben sehr oft bereichert.

Im März 2020, als die Corona-Krise die Welt lahmlegte und Sie als selbstständige Moderatorin besonders hart traf, beschlossen Sie, in der unfreiwilligen Freizeit ein Hörbuch für Ihre Nichte und Ihren Neffen aufzunehmen. Daraus wurde der Podcast „Ello bleibt zu Hause“ mit 110 Folgen. Erzählen Sie ein bisschen über diese „Herzensangelegenheit“. Hat der Podcast den Kindern Ihrer Schwester gefallen? Vielen anderen (Kindern wie Erwachsenen) offenbar schon …
Mit dem ersten Lockdown begann für viele Familien eine herausfordernde Zeit. Es war mir ein großes Anliegen, die Thematik, die schon für Erwachsene schwer zu begreifen ist, kindgerecht zu erzählen. Dass mein Hörbuch so viele durch diese Zeit begleitet hat, macht mich sehr stolz. Rückblickend denke ich, „Ello bleibt zu Hause“ war meine persönliche Art, die Pandemie zu bewältigen und mental zu verarbeiten. Statt mich über meinen abrupten beruflichen Stillstand zu ärgern, habe ich mir eine neue Aufgabe gesucht, einen Kanal für meine Talente und Leidenschaften und ein Herzensprojekt umgesetzt – kurz gesagt: Ich wusste mir zu helfen und habe mit viel Optimismus das Beste aus der Situation gemacht. Wenn Sie mich fragen, ist das eine typisch siebenbürgische Herangehensweise!

Wir befinden uns im zweiten Jahr der Pandemie. Wie sieht Ihre berufliche Zukunft aus, welche Pläne haben Sie?
Ich freue mich, meine Kunden weiterhin mit kreativen Ideen auf dem spannenden Pfad der digitalen Kommunikation zu unterstützen und neue Formate zu etablieren. Parallel dazu baue ich gerade eine Firma auf und bringe demnächst ein Produkt auf den Markt, das ich Ende letzten Jahres erfunden habe. Details dazu kann ich aber erst in ein paar Wochen verraten, nur schon mal so viel: Es handelt sich um ein Produkt, das den Alltag für fast jeden erleichtert.

Viel Erfolg weiterhin, Frau Schmidts, und vielen Dank für das Gespräch.

Schlagwörter: Interview, Moderatorin, Radio, Nürnberg, Deutsch-Weißkirch, Marienburg, Unternehmerin, CWG

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