Dr. Ulrike Schneider hat bei der Kommunalwahl am 8. März als Oberbürgermeisterin in Schweinfurt kandidiert und nur 6,9 Prozent der Stimmen erhalten. Sie wurde von der Initiative Zukunft.ödp ins Rennen geschickt und erzielte den vierten Platz unter sieben Bewerbern, ein enttäuschendes Ergebnis angesichts ihrer intensiven Stadtratsarbeit und der von ihr initiierten Bürgerbegehren, die allesamt erfolgreich waren.
Seit 30 Jahren ist sie Stadträtin in Schweinfurt und wurde nun wieder gewählt. Die Initiative Zukunft.ödp steigerte ihre Wählerstimmen um rund 56% und erreichte immerhin 5,0 % der Wählerstimmen und damit zwei Sitze im Stadtrat.
Deutliche Einbußen verzeichneten hingegen die CSU und Grünen, die für so manche Fehlentscheidung im Stadtrat verantwortlich seien. „Angefangen von der Landesgartenschau über das Einkaufszentrum in Oberndorf bis hin zum ÖPNV – die Weichen wurden falsch gestellt“, betont Ulrike Schneider. Sie kritisiert die fehlende Nachhaltigkeit bezüglich der städtischen Finanzen und den Naturschutz.
Dr. Ulrike Schneider beginnt ihre sechste Amtszeit als Stadträtin in Schweinfurt.
In die Stichwahl für das Amt des Oberbürgermeisters treten am 22. März Ralf Hofmann (SPD) und Oliver Schulte (CSU) an, doch keinen der beiden Kandidaten könne die Initiative Zukunft.ödp empfehlen. „Wir haben mit Ulrike Schneider eine Oberbürgermeisterkandidatin ins Rennen um das höchste Amt der Stadt geschickt, weil wir keinen der sechs Kandidaten für geeignet hielten, daran hat sich nichts geändert“, sagte der Unternehmer und Tierschützer Axel Kröner, der die Initiative zusammen mit Schneider im Stadtrat vertreten wird. Wegen fehlender Zeitungslektüre seien viele Menschen „wenig bis gar nicht über die Stadtpolitik informiert“ und da greife „eine omnipräsente und teuer finanzierte Wahlkampagne um so mehr“. 19,1% unzufriedene Bürger hätten sich der AfD zugewandt, „ohne der eigentlichen, zweifelsohne vorhandenen Opposition die Früchte ihrer Arbeit zukommen zu lassen“, kritisiert Ulrike Schneider. Sie hatte auf einen anderen Ausgang der Wahl gehofft und befürchtet, dass die Demokratie Schaden nehmen könne, „wenn das politische System dank der Social Media Plattformen und der dort stattfindenden, ungefilterten Selbstbeweihräucherung und Fake News immer weiter in Schieflage gerät“. Ulrike Schneider fühlt sich daher verpflichtet, einen Teil ihrer Zeit weiter in die Kommunalpolitik zu stecken. Allerdings mit einer Einschränkung: „Es ist meine Lebenszeit, mit der werde ich künftig achtsamer umgehen“, so Schneider, die sich in der Zukunft auf wenige wichtige Themen konzentrieren will. Mit ihren Mitstreitern will sie an einer nachhaltig ausgerichteten Politik festhalten. Ulrike Schneider, Jahrgang 1966, hat Anglistik und Hispanistik in Würzburg, London und Salamanca studiert, hinzu kamen eine journalistische Ausbildung im Bereich Hörfunk und ein Gesangsstudium. Sie stammt väterlicherseits aus Bistritz und Marpod im Harbachtal.
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